08 Februar 2012 00:00
Das neue Jahr ist wieder ein paar Wochen, die Füße kribbeln, die Lunge lechzt nach Tempo. Zeit, sich ein paar Wettkämpfe vorzunehmen. Laufcoach Piet Könnicke erklärt, was man bei der Saisonplanung beachten sollte.
Neues Jahr, neues Glück. 2012 wird alles anders, besser, schneller. Naja, vielleicht nicht ganz: Was sich bewährt hat, sollte man nicht über den Haufen werfen und so manche Lauferfahrung aus dem alten Jahr wird für 2012 durchaus nützlich und hilfreich sein. Der erfahrene Läufer setzt vielleicht auf Routine und vertraut dem bekannten Schema, doch er sollte auch offen für Neues sein.
Eine kleine Nuance Veränderung, ein neuer Trainingsreiz bringen bei Fortgeschrittenen Spannung ins neue Laufjahr – und ermöglichen womöglich sogar eine neue Bestzeit, an die man gar nicht mehr glaubte. Wer im vergangenen Jahr erst mit dem Laufen begonnen hat, verfügt über erste Grundlagen, die es auszubauen und weiter zu entwickeln gilt.
Doch egal ob Profi oder Novize – am besten trainiert es sich mit einem klaren Ziel vor Augen. Wer den Fokus auf einen bestimmten Lauf gerichtet hat – seien es 5, 10, 21,1 oder 42,2 Kilometer – wird die kommenden Monate motiviert und freudig die Schnürsenkel binden. Dabei werden lange, ruhige Läufe und Kraft-Ausdauer auch in den kommenden Wochen zunächst noch das Training bestimmen.
Berlin, Hamburg, Leipzig, Kiel, Wien, Zürich, Paris: Die Palette an Frühjahrs-Halbmarathons und -Marathons ist groß. Auf dem Weg dorthin empfehlen sich eine Reihe von Läufen und Wettkämpfen, die sich prima ins Training integrieren lassen.
Da sind die Winterlaufserien, die derzeit überall in Deutschland stattfinden. Oder die Crossläufe durch Wald und Wiesen. Solche Rennen sorgen nicht nur für Abwechslung im Trainingsalltag, sondern sind auch gut für die Wettkampfhärte. Wenn das Laufen am Tag X zu irgendeinem Zeitpunkt schwer fällt, sind es genau solche Rennen durch den Schmutz, die über Schmerz und Schwäche hinweg helfen. Meistens jedenfalls. Besseres Training gibt es aber sowieso nicht. Und man kommt mal raus aus dem Trainingstrott und unter Leute.
Mehr als 50 Marathonläufe gibt es bis Ende April allein in Deutschland. Nicht leicht, den richtigen zu finden. Daher sollte man sich über die eigenen Ambitionen im Klaren sein. Wer schnell laufen will und nach neuer Bestzeit schielt, sollte sich nicht unbedingt für einen Berglauf anmelden. Wer es gern bergig mag, sollte es hingegen tun.
Landschaftsmarathons sind sehr schön, aber nicht immer für ein Debüt empfehlenswert. Wald, Wiesen und Berge sind bestimmt was fürs Auge und stimulierend, aber wer etwas Unterstützung braucht, dem hilft die tosenden Kulisse eines City-Marathons wahrscheinlich mehr. Umgekehrt ist es für jemanden, der die Läufe durch die Metropolen dieser Welt alle schon gelaufen, sicher eine angenehme Erfahrung, mal keinen Asphalt unter den Laufsohlen zu haben.
Eines sollten alle Läufer unbedingt tun: ihre Partner in die Pläne einweihen. Nichts ist unangenehmer, als sich aus dem Haus zu schleichen – „Schatz, bin mal kurz weg“ – um nach drei Stunden verschwitzt und fertig wieder anzukommen, und für familiäre – oder gar eheliche – Pflichten nicht mehr brauchbar zu sein.
Wer die Liebste oder den Liebsten an seiner Seite weiß, hat schon fast gewonnen.

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