16 März 2011 00:00

Marathon laufen mit Down-Snydrom – geht das überhaupt? Und ob, sagt Anita Kinle vom Laufclub 21, die den Welt-Down-Syndrom-Tag-Marathon initiiert hat. Am Sonntag fällt der Startschuss. Wer mitlaufen möchte, kann sich noch anmelden.
Frau Kinle, warum haben Sie den Welt-Down-Syndrom-Tag-Marathon ins Leben gerufen?
Anita Kinle: Als Sportverein, der sich um die Laufsportförderung von Menschen mit Down-Syndrom engagiert, wollten wir mit einer Marathonveranstaltung auf den Welt-Down-Syndrom-Tag aufmerksam machen. Es ist unser Ziel, eine feste Marathonveranstaltung zu diesem Thema zu etablieren. Unsere 150 Vereinsmitglieder, von denen 40 Sportler das Down-Syndrom haben, möchten ihren Sport in der Mitte der Gesellschaft betreiben. Außerdem laufen wir alle unwahrscheinlich gerne.
Welche Botschaft hat der Lauf?
Miteinander Sport betreiben. Sich kennenlernen auf sportlicher Ebene. Unser Veranstaltung orientiert sich vom Programm und von den Rahmendaten an anderen professionellen Veranstaltungen. Es gibt eine Zeitmessung, die Strecke ist amtlich vermessen, ein Wettkampfrichter ist vor Ort, wir haben einen Moderator, Samba-Bands, und es gibt tolle Finishergeschenke. Sogar ein Preisgeld von 210 Euro haben wir ausgelobt für die Gesamtsieger des Sechs-Stundenlaufes.
Was für Sportler machen mit?
Gemeldet sind 600 Sportler aus ganz Deutschland und England in allen Leistungsklassen. Wir haben Läufer dabei, die den Marathon unter drei Stunden finishen möchten, Staffelteams, die in sechs Stunden über 80 Kilometer laufen möchten und Fans, die einfach nur eine Stunde durchhalten wollen. Unter den angemeldeten Athleten sind außerdem rund 35 Sportlerinnen und Sportler mit Down-Syndrom.
Kann man mit Down-Syndrom überhaupt Marathon laufen?
Durchaus, 2007 machte der Marathonlauf des Engländers Simon Beresford erstmals Schlagzeilen. Seitdem haben auch zwei unserer Vereinsmitglieder den Marathon geschafft: 2009 der Schweizer Simon Federer in Karlsruhe und 2010 der Deutsche Christian Hirsch in München. Der Marathonlauf ist für die Sportler mit Down-Syndrom durchaus erreichbar – mit regelmäßigem Training und bei Beachtung von gesundheitlichen Aspekten wie Ernährung und Trainingsintensität. Aber er ist natürlich auch für Sportler mit Down-Syndrom kein Strandspaziergang.
Kann man bei der Veranstaltung am Samstag noch mitlaufen?
Ja, es sind noch Tickets für den Halbmarathon, Marathon und für den Sechs-Stundenlauf zu haben.
Wird es den Marathon im nächsten Jahr wieder geben?
Der zweite Marathon zum Welt-Down-Syndrom-Tag wird am 18. März 2012 stattfinden und dann hoffen wir, die Marke von Tausend Startern zu knacken. Dabei geht es uns nicht um die pure Zahl, sondern auch um die Tatsache, dass dann bereits tausend Menschen aus dem Anlaß des Welt-Down-Syndrom-Tags zusammen kämen. Die Online-Anmeldung für 2012 wird bereits jetzt am 20. März freigeschaltet.
Weblink: Welt-Down-Syndrom-Tag-Lauf

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