03 April 2011 15:55
Zwei junge Nachwuchsläufer aus Kenia dominierten den Berliner Halbmarathon – für Sabrina Mockenhaupt, Deutschlands beste Läuferin, endete das Rennen dagegen enttäuschend.
Zwei kenianische Talente dominierten die 31. Auflage des Berliner Halbmarathons am Sonntag. Bei warmen Temperaturen von knapp 20 Grad im Schatten und einem leichten Wind gewann Geoffrey Kipsang das Rennen in 60:38 Minuten. Seine Landsfrau Valentine Kipketer lief nach 70:12 ins Ziel. Die beiden Gewinner, die sich jeweils eine Siegprämie von 3500 Euro verdienten, sind beide erst 18 Jahre alt. Bitter endete das Rennen für die große Favoritin des Rennens: Sabrina Mockenhaupt stieg nach zwölf Kilometern vorzeitig aus.
"Dies sind die beiden größten Erfolge meiner bisherigen Karriere“, erklärte Geoffrey Kipsang, der vor zwei Wochen überraschend die Goldmedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Crosslauf gewonnen hatte. "Die Wärme machte mir zwar nichts aus, aber insgesamt war das Rennen bei den hohen Temperaturen zu langsam“, sagte er. Ursprünglich hatten die Top-Läufer eine Zielzeit von unter einer Stunde angepeilt. Doch schon an der 10-km-Marke (Durchgangszeit: 28:47 Minuten) war eine solche Zeit praktisch außer Reichweite.
Im Ziel lag Kipsang deutlich vor seinen Landsleuten Eliud Kiplagat (60:52) und Daniel Chebii (60:56). Bester deutscher Läufer war Stefan Koch, der auf Rang 20 in 64:50 Minuten das Ziel erreichte. Nur einen Platz dahinter wurde Robert Krebs bester Berliner in 65:04.
Bei den Frauen setzte sich von Beginn an überraschend Valentine Kipketer an die Spitze. Die 18-jährige Kenianerin lief ihr erstes Rennen außerhalb Afrikas. Ihr spielte in die Karten, dass Top-Favoritin Sabrina Mockenhaupt das Rennen nach zwölf Kilometern an zweiter Stelle liegend aufgab. Bis dahin hatte es so ausgesehn, als könne "Mocki" sogar ihre persönliche Bestzeit (68:45) knacken. "Es war heute einfach nicht mein Tag. Ich hatte irgendwie einen Backout und dann lief gar nichts mehr“, sagte die 30-Jährige hinterher. Wie es heißt, zog sie sich daraufhin frustiert in ihr Hotelzimmer zurück.
Obwohl Valentine Kipketer bei der Wärme das hohe Anfangstempo nicht halten konnte, war ihr Sieg ungefährdet. In 70:12 Minuten erreichte sie mit deutlichem Vorsprung vor Fate Tola (Äthiopien/71:40) und Sonia Samuels (Großbritannien/72:56) das Ziel. In der Wärme reichte es auch für Andrea Mayr (Österreich) nicht für einen nationalen Rekord. Sie wurde in 73:22 Minuten Vierte vor der Polin Agnieszka Gortel (74:57). Dann kam die beste deutsche Läuferin, Melanie Schulz, als Sechste mit 75:24.
"Ich hatte nicht erwartet, dass ich bei meinem ersten großen internationalen Rennen gleich gewinnen würde“, sagte Kipketer. "Ich wusste aber, dass ich gut in Form war, denn ich hatte in Eldoret gut trainiert.“
Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, meldeten für den Berliner Halbmarathon 28.869 Athleten aus 102 Nationen. Darunter waren 25.500 Läufer und Walker. Damit gehört das Rennen in diesem Jahr weltweit zu den zehn größten Läufen über die Halbdistanz.

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