15 April 2011 00:00

Ein prügelnder Renndirektor, ein deutscher Seemann mit unkonventionellen Trainingsmethoden und die Frau aus dem Gebüsch: Achim-Achilles.de präsentiert Wissenswertes und Witziges rund um den traditionsreichen Boston-Marathon.
1. Der Boston-Marathon ist der älteste Marathon der Welt. Am Montag, 18. April, wird er schon zum 113. Mal gelaufen. Am 19. April 1897 trug sich John J. McDermott, USA, als Erster in die Siegerliste ein. Seine Zielzeit: 2:55:10 Stunden.
2. McDermott und seine 14 Konkurrenten mussten damals aber „nur“ 37 Kilometer absolvieren. Erst seit 1957 laufen die Starter in Boston die exakte Marathon-Strecke von 42,195 km.
3. 1932 machte ein Deutscher in Boston Furore: Paul de Bruyn gewann den Wettkampf in 2:33:36 Stunden. Der ehemalige Seemann hatte sich zuvor mit langen Märschen in Form gebracht. Seine Militärstiefel beschwerte er dazu mit Bleiplatten.
4. Roberta Gibb war 1966 die erste Frau, die das berühmte Rennen finishte. Inoffiziell und ohne Startnummer, weil Frauen damals noch nicht zugelassen waren.
5. Als Renndirektor Jock Semple ein Jahr später Katherine Switzer im Läuferfeld entdeckte, kletterte er vom Begleitfahrzeug und ging kurzerhand auf die Frau los. Die Rangelei endete schmerzhaft – für Semple. Switzers Freund, der Hammerwerfer Tom Miller, räumte den Funktionär mit einem rustikalen Bodycheck aus dem Weg. Semple hatte ohnehin den Ruf, wenig zimperlich zu sein. Verkleideten Läufern, so heißt es, verpasste er auch schon mal eine Tracht Prügel.
6. 1967 mischte auch "Bobbi" Gibb wieder spektakulär mit. Erst versteckte sie sich in einem Gebüsch, um sich unauffällig ins Feld zu schmuggeln. Dann zwang sie ein Krampf zur Aufgabe – jedenfalls beinahe. Gibb hatte nämlich schon ihren Vater angerufen, damit der sie mit dem Auto abholen komme. Doch kaum war der „Chauffeur“ zur Stelle, ging der Krampf vorüber. Gibb kam nach 3:27:17 ins Ziel.
7. Seit 1972 dürfen Frauen auch offiziell in Boston starten. Erste Siegerin war Nina Kuscsik, USA. Die Deutsche Uta Pippig war die erste Frau, die den Lauf dreimal hintereinander gewann: 1994, 95 und 96).
8. In der langen Geschichte des Traditionsrennens gelang es nur einem Läufern, sagenhafte fünf Mal zu gewinnen. Robert Kipkoech Cheruiyot heißt der Seriensieger, der 2003, 2006, 2007, 2008 und 2010 am schnellsten. Der Kenianer hält außerdem auf dem schwierigen Kurs den Streckenrekord von 2:05:52 Stunden.
9. Für die 115. Auflage des Boston Marathons haben die Veranstalter ein hochkarätiges Elitefeld verflichtet. Die Vorjahressieger Cheruiyot und Teyba Erkesso treten an, ihren Titel zu verteidigen. Cheruiyot bekommt es zu tun mit Siegern von Marathons in Chicago, Seoul, Amsterdam, Houston, Xiamen, Turin und Mailand. Geoffrey Mutai, Sieger des Rotterdam-Marathons, ist der Läufer mit der weltweit zweitschnellsten Marathonzeit 2010 (2:04:55). Siegchancen haben außerdem Gebregziabher Gebremariam, Gewinner des New-York-Marathons 2010, und Bekana Daba, Inhaber des Houston-Marathon-Streckenrekords. Bei den Frauen zählen neben Erkesseo vor allem Tatyana Pushkareva, Salina Kosgei, Dire Tune und Catherine Ndereba zu den Topfavoritinnen.
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