08 Oktober 2010 00:00
Der Ironman auf Hawaii ist knallhart. Die Athleten dürfen nicht Windschatten-Fahren, leiden bei Temperaturen über 40 Grad und verteilen Fausthiebe. Ansonsten ist alles sehr entspannt auf Hawaii. Und Du? Olelo Hawai'i?
Hawaiianisch für Anfänger
Falls Du gefragt wirst „Olelo Hawai‘i?“, möchte jemand von Dir wissen, ob Du hawaiianisch sprichst. Hier die wichtigsten Wörter und ihre Übersetzung ins Deutsche:
Aloha - Hallo, Tschüss, Liebe
E Komo Mai - Willkommen
Mahola - Danke
Kane - männlich, Mann
Wahine - weiblich, Frau
Der älteste Finisher
Jim Ward will es 1994 auf seine alten Tage noch mal wissen: Als 77-jähriger passiert er nach 16:48:00 Stunden die Ziellinie. Er ist der älteste Ironman-Finisher. Im selben Jahr startet mit Jon Franks der erste Rollstuhlfahrer.
Widrige Wetter-Bedingungen
Der Ironman gilt als Kampf gegen die Naturgewalten. Die Athleten kämpfen gegen Hitze, Wind und die Wogen des Pazifiks. Die Temperaturen steigen gerne mal über 40 Grad. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 ist Pflicht. Der Hawaii-Wind, Mumuku genannt, erreicht Geschwindigkeiten bis zu 95 km/h. Im Jahr 2000 war er so stark, dass es einige Athleten auf der Radstrecke sogar vom Sattel riss.
Die Erfolgreichsten
Paula Newby-Fraser hat die meisten Siege eingefahren. Zwischen 1986 und 1996 kam sie achtmal als Erste ins Ziel. Die Schweizerin Natascha Badmann errang sechs Siege. Bei den Männern haben Dave Scott und Mark Allen ebenfalls je sechsmal den Ironman gewonnen.
Die Vorbereitung
Ironman-Teilnehmer qualifizieren sich, weil sie hart trainieren. In einer Woche zwischen 18 bis 24 Stunden. Dabei schwimmen sie elf km. Sie fahren 362 km Rad und laufen 77 km. Viele Teilnehmer machen zusätzlich Krafttraining, Gymnastik oder Yoga.
Deutsche Erfolge
Thomas Hellriegel gewinnt 1997 als erster Deutscher den Ironman in 8:33:01 Stunden. Kurios: Platz zwei und drei gehen ebenfalls nach Deutschland, an Jürgen Zäck und Lothar Leder. Normann Stadler ist 2004 der zweite deutsche Ironman-Sieger, jedoch ist er 29 Sekunden langsamer als Hellriegel. Faris Al-Sultan gewinnt 2005 als dritter Deutscher. Seine Zeit: 8:14:17 Stunden.
WindschattenAuf der Radstrecke ist das Fahren im Windschatten verboten. Wer es auf der 180,2 km langen Strecke trotzdem macht und dabei erwischt wird, muss eine Zeitstrafe absitzen. Es ist ein Mindestabstand von 15 Metern vorgeschrieben. Streckenkontrolleure auf Motorrädern patrouillieren und sorgen für Ordnung.
Ironman-Liebe
Als 1982 die in Führung liegende Julie Moss kurz vor dem Ziel entkräftet zu Boden sinkt, verliert sie zwar den nahen Sieg – gewinnt dafür aber die Sympathien vieler Fernsehzuschauer. Einer von ihnen ist Mark Allen. Begeistert von dieser Szene, entschließt Allen selbst am Ironman teilzunehmen. Heute ist er gemeinsam mit Dave Scott der erfolgreichste Ironman (siehe oben). Bittersüße Pointe: Julie Moss und Mark Allen haben zwischendurch geheiratet – und sich auch schon wieder scheiden lassen.
Das Krabbel-Finish
1997 ist der Zieleinlauf an Dramatik kaum zu überbieten: Die Vierte, Wendy Ingraham, und die Fünfte, Sian Welch, krabbeln die letzten Meter bis zur Ziellinie.
Rauer Umgang
Mitunter geht es beim Ironman hitzig und emotional zur Sache: Dani Weber berichtet von ihrer Teilnahme am Ironman 2003: "Ein Probant kämpft so brutal um den Vortritt, dass ich die Beherrschung verliere und ihm einen Fausthieb versetze. Aggressionen bringen aus dem Konzept, lerne ich dabei."
Körperliche Anstrengung
Obwohl das Thermometer über 40 Grad Celsius anzeigt, frieren die Athleten zeitweise. Woran liegt‘s? Sie dehydrieren und erleiden einen Hitzschlag. Der Körper würde gerne schwitzen um sich zu kühlen. Das ist aber nicht möglich, weil er ausgetrocknet ist. Die Poren verschließen sich, der Körper fängt an zu zittern.

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