01. Juli 2010
Vor dem Rennen konnte er sich kaum bewegen, aber das hielt Haile Gebrselassie nicht davon ab, den höchstdotierten Marathon der Welt zu gewinnen. Nur für einen neuen Weltrekord reichte es nicht ganz.
Haile Gebrselassie hat in 2:06:09 Stunden zum dritten Mal in Folge den Dubai-Marathon gewonnen. Allerdings gelang es dem Äthiopier wieder nicht, seinen eigenen Weltrekord (2:03:59 Stunden) zu unterbieten und eine Millionen Dollar Prämie zu kassieren. Dass er überhaupt am Rennen teilnehmen konnte, hat der 36-Jährige seinem Physiotherapeuten zu verdanken: Kurz vor dem Start des Rennens klagte Gebrselassie über Rückenbeschwerden, konnte sich kaum bewegen: "Laufen ging, bücken war aber kaum möglich. Irgendwie habe ich mich in der Nacht verlegen", sagt Gebrselassie.
Nach der ärztlichen Behandlung konnte der Äthiopier doch noch starten und sich gegen die hochkarätige Konkurrenz durchsetzen. "Ich bin dem Physiotherapeuten dankbar, denn durch die Behandlung am frühen Morgen konnte ich das Rennen immerhin noch gewinnen", sagte er. Sein Ziel, den Weltrekord auf der flachsten Marathonstrecke der Welt zu knacken, gab Gebrselassie nach der Halbmarathonmarke auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits einen Rückstand von rund 50 Sekunden auf die angestrebte Weltrekordzeit. "Ich bin mit den Tempomachern mitgelaufen, aber ich habe das Tempo nicht erhöht. Wegen der Rückenprobleme habe ich mich stattdessen darauf konzentriert zu gewinnen", sagte Gebrselassie.
Den zweiten Platz belegten seine Landsleute Chala Dechase (2:06:33) und Eshetu Wendimu (2:06:46). Das Rennen der Frauen gewann ebenfalls eine Äthiopierin: Mimitu Daska lief 2:24:18 Stunden und war damit acht Sekunden schneller als Aberu Shewaye (Äthiopien) und Helena Kirop (2:24:54) aus Kenia.
Erneut den Weltrekord verfehlt zu haben, ärgert Gebrselassie mehr als die verpasste Prämie: "Der Rekord wäre mir wichtiger als die Million", sagt er. Für den ersten Platz gibt es immerhin 250.000 Dollar. Gebrselassie kündigte an, im Herbst erneut die Weltbestmarke knacken zu wollen. Ob er zum fünften Mal in Folge in Berlin starten wird, stehe noch nicht fest, teilte sein Manager Jos Hermens mit.
