23 Juni 2010 02:00

Das Achim-Achilles.de-Lexikon erklärt einige der wichtigsten Begriffe aus der weiten Welt des Laufsports. Dabei wird mit einigen Mythen aufgeräumt.
Seitenstechen oder Seitenstiche während des Laufens sind ein häufiges Problem bei Anfängern. Als Ursache wurde lange Zeit die zu schnelle Entleerung der Blutreserven aus Leber und Milz angenommen. Da die Schmerzen verstärkt dann auftreten, wenn die körperliche Belastung unmittelbar nach dem Essen erfolgt, kann die Ursache der Schmerzen nach einer anderen Theorie auch vom Magen her rühren.
Andere Möglichkeiten sind eine plötzliche Dehnung der Leberkapsel wegen des erhöhten Blutrückflusses aus den Beinen, eine Verspannung der Bauchmuskulatur, Durchblutungsstörungen der Bauchorgane als Folge der Umverteilung des Blutes bei Belastung und eine Ausdehnung der Darmwände wegen Gas – oder alles gleichzeitig.
Die Theorie, dass Seitenstechen durch Krämpfe des Zwerchfells entsteht, muss aus anatomischen Gründen verworfen werden: Genauso wie ein Herzinfarkt am linken Arm gespürt wird, schmerzt bei Reizungen des Zwerchfells die Schulter und nicht der Bauch. Sehr häufig hat das Problem mit der Ernährung zu tun. Läufer, die zu Seitenstichen neigen, sollten 2 bis 3 Stunden vor dem Training keine festen Speisen zu sich nehmen. Käse, Fleisch, Fette, Müsli und Vollkornprodukte bleiben noch länger im Magen, so dass die Pause vor dem Training mindestens 4 Stunden betragen sollte. Eine weitere Ursache für das Seitenstechen ist eine zu schwache Bauchmuskulatur. Sehr häufig bringt eine Kräftigung der Bauchmuskulatur deutliche Linderung.
Generell sollte vorbeugend langsamer gelaufen werden, um die Seitenstiche zu vermeiden. Bei akutem Auftreten hilft es oft, die Anstrengung kurzzeitig zu verringern, indem man eine Gehpause einlegt und erst nach Abklingen des Schmerzes weiterläuft. Durch tiefes Ausatmen und gleichzeitigen Druck auf die entsprechende Stelle kann man die Seitenstiche mildern.

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