Michas Training mit Piet: Höhenflüge und Berganläufe

Geschrieben von: Piet Könnicke
micha klotzbier piet könnicke

Micha Klotzbier ist abgehoben. Durch seinen enormen Gewichtsverlust und seine gesteigerte Ausdauer hat er das GefĂĽhl, das Ziel Marathon sei nicht mehr fern. Seine Euphorie kennt kaum Grenzen. Doch nach dem ersten Bounce-Walking-Training mit Lauftrainer Piet von gotorun.de wird schnell klar: Es gibt noch viel zu tun.

Schon die Namen der Straßen und Wege klingen toll: Wasserkräuterweg, Pfefferminzweg, Ziegengraben. Wer hier oben in Schönholz im Norden Berlins wohnt, ist gesegnet mit einer grünen Nachbarschaft. Hier wohnt Micha, der EX-160-Kilo-Koloss, dessen Ziel es ist, den Berlin-Marathon zu laufen. Er muss einfach nur vor die Tür gehen, ein paar Schritte machen und ist mittendrin in einer herrlichen Feldflur, die einfach nur traumhaft ist zum Laufen.

Man kann gar nicht anders. Wer hier nicht rausgeht und sich bewegt, ist selbst schuld – oder faul, so wie Micha es bis vor ein paar Monaten auch noch war.

Euphorie birgt Risiken

Aber die Zeiten sind vorbei. Vielmehr sind wir zu unserem ersten gemeinsamen Training in seinen Gefilden verabredet: Gut anderthalb Stunden Bouncen – für uns beide genau die richtige Dosis an diesem Morgen: Zwei Tage zuvor bin ich den Frankfurt-Marathon gelaufen (2:37:31 Stunden), so dass ich mich auf leichte, moderate Bewegung freute.

Micha lebt seinen Marathon-Gedanken. Unser Training wird zum Rede-Marathon. Klar, er hat mindestens 42.195 Fragen und erlebt gerade so viel, dass er das erstmal verarbeiten muss. Und er muss immer wieder geerdet werden.

Seit seinem Start in ein neues Leben mit weniger Gewicht und mehr Sport erlebt er tagtäglich Veränderungen und bekommt eine Aufmerksamkeit, die ihn auf einer Euphoriewelle surfen lässt. Das ist super, birgt aber auch Risiken. So erzählt er mir begeistert von seinen Läufen, bei denen er in den vergangenen Wochen teilgenommen hat –zuletzt beim Müggelseelauf -, und meint, dass er das jede Woche haben könnte.

Da bin ich alarmiert: Maß halten, sage ich ihm. „Bei einen Adventskalender öffnest du auch nicht am 1. Dezember alle Türen." Bei aller Freude und Geselligkeit, die Laufveranstaltungen mit sich bringen, sind sie etwas Besonderes, das Salz in der Trainingssuppe. Micha weiß am besten, wozu zu viel von etwas führt – in diesem Fall womöglich zu Überdruss.

Walken am Berg fĂĽrs Laufbild

An einer kleinen Steigung machen wir Stopp. Micha soll die gut 40 Meter flott „hochgehen". Er latscht sie hoch, mit gesenktem Kopf. „Kopf hoch, Arme gut einsetzen, aufrechter bleiben und Schritt für Schritt bewusst wahrnehmen", sage ich.

Berganläufe, oder auch Walken am Berg, sind ein sehr gutes Trainingsmittel. Unter anderem fördern sie die bewusste Körperwahrnehmung, weil die Konzentration höher ist. Sie können dazu beitragen, Körperhaltung und das Laufbild zu verbessern.

Noch sind Läufe zu früh für Micha, vor allem bergab soll er aufpassen, weil das die Gelenke, Muskulatur und den Stützapparat mehr belastet. Aber in moderater Form kann er eine Bergauf-Passage immer wieder einbauen.

Höhenangst hat er ja ohnehin kaum mehr, wie er mir erzählt. Denn bei seinem Treffen mit dem Extremsportler Rich Roll vor ein paar Tagen hat er beim Sprung vom 10-Meter-Turm seine Angst besiegt. „Ein toller Kick", meint Micha.

Auch das finde ich gut – ohne gleichzeitig zu warnen: Die Jagd nach Kicks lässt sich nicht ins Unermessliche steigern. Natürlich braucht man immer mal ein Highlight. Vor allem aber geht es uns ja um eines: Eine Routine entwickeln, in der sich Fitness, vernünftige Ernährung, Bewegung in den Alltag integrieren lassen.

Mit der grĂĽnen Lunge vor seiner HaustĂĽr hat Micha dafĂĽr optimale Bedingungen. Ich bin durchaus ĂĽberrascht, wie gut er die rund zehn Kilometer bounct. Bei den abschlieĂźenden Ăśbungen zur Dehnung und Mobilisation offenbaren sich jedoch reichlich Baustellen. Es gibt viel zu tun.

 

Piet Könnicke Porträt gotorun.de

Der Autor: FrĂĽher war Piet Könnicke selbst erfolgreicher Läufer, unter anderem mit einer Halbmarathon-Bestzeit von 63:40 Minuten.

Heute macht er gemeinsam mit den Trainern von gotorun.de Freizeitläufer fit. Er betreut Läufer vom ersten Schritt bis zu den lang ersehnten 42 Kilometern. Dabei geht es nicht nur um Bestzeiten, sondern um die ganz persönliche Genugtuung des Läufers (Foto: Heinrich Völkel/Ostkreuz).

 

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