Michas Schwächen: Bratwurst und Bauchmuskeln

Geschrieben von: Piet Könnicke

50 Kilo hat Micha Klotzbier 2015 abgenommen – aber gegen Ende des Jahres schwächelte Micha enorm. Er nahm überhaupt nicht mehr ab. Sein Trainer, Piet von gotorun, weiß, warum: der Stoffwechsel. Er will was gegen seine Schwäche in der Körpermitte tun. Was dagegen hilft? Leider nur eins: Kraft- und Stabilisationstraining.

Runterkommen über den Dächern der Stadt wird hier leicht gemacht: Yoga, Thai Chi, TRX, Funktionstraining sind die Mittel zum Abschalten in unserem gotorun-Läuferatelier in Potsdam. Für Micha wurde vor wenigen Tagen unsere Verabredung zu einer Trainingseinheit bei uns aber zum Canossa-Gang. Seine Beichte zu diversen Bratwurstsünden hatte er gleich zu Beginn abgelegt, verbunden mit einer gewissen Verzweiflung, dass das Gewicht nicht runtergeht.

Wie man mit Rückschlägen umgeht

Es ist verständlich und auch menschlich, wenn es beim Klotzbier-Projekt Rückschläge gibt. Die gehören dazu, um sich wieder zu disziplinieren und vor allem zu hinterfragen, was Gründe und Ursachen für den Rückfall in alte Verhaltensmuster und schlechte Gewohnheiten sind.

Erfahrungen, wie man mit solchen Situationen umgeht, helfen, um sie letztlich dauerhaft zu vermeiden. Wer die Erfahrung gemacht hat, dass es sich bei einem Marathonlauf nach 30; 32 oder 35 Kilometer brutal anfühlt und die Herausforderung dennoch meistert, weiß beim nächsten Mal, was einen erwartet und wie zu reagieren ist – oder noch besser, wie man es vermeidet.

Es ist keine Überraschung, dass es in der Advents- und Weihnachtszeit verstärkt nach Bratwürsten, Marzipan und Glühwein duftet – sich rechtzeitig Alternativen zu überlegen, neugierig eine gesunde, fettarme, zuckerfreie Weihnachtsküche ausprobieren, wäre ein guter Plan gewesen, zu dem ich Micha schon vor Wochen geraten habe.

Immerhin: Zum eigentlichen Fest hatte er sich eine Strategie zurechtgelegt.

Sport allein reicht nicht aus

Michas Erfolg wird davon abhängen, wie gut er die Kombination von Sport und Ernährungsumstellung hinbekommt. Beides sind Faktoren, die den Stoffwechsel beeinflussen und in Schwung bringen. Wer einen aktiven Stoffwechsel hat, nimmt schneller ab oder weniger zu.

Ist der Stoffwechsel langsam, hat dies unter anderem eine längere Fettverbrennung und einen geringeren Energieverbrauch zur Folge. Es dauert eine Weile, ehe ein ins Ungleichgewicht geratener Stoffwechsel – durch ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung – wieder korrigiert ist.

Den Änderungsprozess, den Micha begonnen hat, sabotiert er selbst, indem er seinem langsamen Stoffwechsel mit Bratwurst & Co wieder Nahrung gibt. Das allein mit Sport zu kompensieren, reicht nicht aus.

Lebensmittel, die den Stoffwechsel anregen, sind:

  • - Wasser
  • - ungesüßte Tees
  • - Oliven-, Lein- oder Kokosöl
  • - Chiasamen
  • - Mandeln
  • - Fisch
  • - Hülsenfrüchte
  • - Hafer
  • - Quinoa
  • - Amaranth
  • - frisches Obst
  • - Salat

Zeit für Krafttraining

Dass Sport ein Fettverbrennungsmotor ist und den Stoffwechsel ankurbelt, ist klar. Aber auch hier stellt sich der Organismus auf Monotonie ein – die Umstellung des Stoffwechsels verlangsamt sich, wenn man über einen längeren Zeitraum immer gleichen Bewegungsmodus ist.

Daher ist Kräftigungstraining für Micha nicht nur wichtig, um eine gute Belastungsverträglichkeit für Knochen, Bänder, Muskeln und Stützapparat zu entwickeln. Auch Stoffwechselvorgänge sollen angeheizt und aktiviert werden.

Am Ende wird es ein ständiger Mix aus Ausdauer, Kraft und Intensität sein, der für ein abwechslungsreiches und erfolgreiches Lauftraining, aber auch für einen schnellen, intakten Stoffwechsel sorgt.

Und was die Kraft angeht, da ist Micha schwach. Allgemeine Kräftigungsübungen für Bauch, Rücken und Rumpf werden wichtiger Bestandteil in den kommenden Wochen sein. Ebenso einer Verbesserung der Beweglichkeit und der Dehnung.

Mindestens zweimal pro Woche, so seine Hausaufgaben für die kommenden zwei Wochen und über die Weihnachtsfeiertage soll er ein etwa 20-minütiges Programms mit einfachen Situps, Rückenstreckern und Halteübungen durchziehen.

 

Piet Könnicke Porträt gotorun.de

Der Autor: Früher war Piet Könnicke selbst erfolgreicher Läufer, unter anderem mit einer Halbmarathon-Bestzeit von 63:40 Minuten.

Heute macht er gemeinsam mit den Trainern von gotorun.de Freizeitläufer fit. Er betreut Läufer vom ersten Schritt bis zu den lang ersehnten 42 Kilometern. Dabei geht es nicht nur um Bestzeiten, sondern um die ganz persönliche Genugtuung des Läufers (Foto: Heinrich Völkel/Ostkreuz).

 

 

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