Leichtathletik-WM in London: Auf diese deutschen Sportler solltet ihr achten

Diskuswerfer Robert Harting kennt jeder, Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler und SiebenkĂ€mpferin Carolin SchĂ€fer stehen auch auf dem Zettel, Kugelstoßer David Storl, ZehnkĂ€mpfer Rico – klar. Medaillengaranten wie Christina Obergföll oder Betty Heidler haben ihre Karriere beendet. Auf wen aber sollte man noch schauen bei der Leichtathletik-WM in London? Wir haben da ein paar VorschlĂ€ge.

Konstanze Klosterhalfen

Alter: 20 Jahre
Verein: Bayer Leverkusen
Disziplin (in London): 1500 m

Warum sollte man sie kennen?

Weil Konstanze "Koko" Klosterhalfen der Shootingstar der deutschen Leichtathletik ist und Rekorde wie am Fließband abspult. Sie lief die 800 Meter unter zwei Minuten, die 1500 unter vier Minuten (gleich zwei Mal) und die 5000 Meter unter 15 Minuten – und das alles in diesem Jahr. Sie ist erst 20 Jahre alt und noch lange nicht am Ende ihrer Leistungsskala.

Was sie sonst so macht

Sie studiert an der Sporthochschule Köln Sportjournalismus und hat mal nebenbei gemodelt. FrĂŒher hat sie Ballett gemacht, sie spielt Querflöte und Klavier und ist Messdienerin.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird

"Das grĂ¶ĂŸte Versprechen jenseits von Afrika" (FAZ)

"Neuer Stern am deutschen Leichtathletik-Himmel" (Leichtathletik.de)

"Zu gut fĂŒr den Rest des Landes" (Eurosport.de)

 

Gesa Felicitas Krause 

Alter: 25 Jahre
Verein: Silvesterlauf Trier
Disziplin (in London): 3000 m Hindernis

Warum sollte man sie kennen?

Weil sie sich seit Jahren konstant steigert und schon zur Weltspitze gehört. 2015 gewann sie Bronze bei der WM. Und im vergangenen Jahr holte sie Gold bei der EM. Dieses Jahr verbesserte die 25-JÀhrige den deutschen Rekord auf 9:15,70 min. 2015 und 2016 war sie Leichtathletin des Jahres in Deutschland.

Was sie sonst so macht

Sie unterhÀlt einen unterhaltsamen Blog, in dem sie von ihren Reisen schreibt, vom Sportlerleben berichtet und ErnÀhrungs- und Trainingstipps gibt. Sie lernt im Fernstudium Wirtschaftspsychologie.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird

"Gesa Krause: ein Motivationsprofi" (SWR Flutlicht)

"Wie Gesa Felicitas Krause alle Hindernisse ĂŒberwindet" (Morgenpost)

"Achim Achilles – ist das nicht der mit den KrĂ€mpfen?" (Gesa Felicitas Krause)

 

 

Johannes Vetter 

Alter: 24 Jahre
Verein: LG Offenburg
Disziplin (in London): Speerwurf

Warum sollte man ihn kennen?

Weil Johannes "Jojo" Vetter schon Thomas Röhler hinter sich gelassen hat, seines Zeichens Olympiasieger von Rio und Gesicht von der Heim-EM 2018 in Berlin. Erst schlug er ihn bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt dann zwei Tage spĂ€ter beim Meeting in Luzern – mit einer deutschen Rekordweite von 94,44 Meter. Nur einer hat je weltweit besser geworfen.

Was er sonst so macht

In einem Interview sagte Vetter, dass er sein Hobby zum Sport gemacht habe. Er ernÀhre sich gesund und konzentriere sich auf seinen Sport. Klingt vielleicht langweilig, muss aber sein, um als Leistungssportler alles aus sich herauszukitzeln, findet er.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird:

"Vetter schockt mit deutschem Rekord" (FAZ)

"Ein Arm wie Obelix" (swr.de)

"Von so einem Wurf habe ich noch nicht mal getrÀumt" (Johannes Vetter)

Julian Reus

đŸ“·Sascha Fromm

Alter: 29 Jahre
Verein: TV Wattenscheid 01
Disziplin (in London): 100 m, 200 m und 4x100

Warum sollte man ihn kennen?

Julian Reus ist der schnellste Deutsche bisheriger Zeiten (10,01) und auf die 100 Meter sogar schon mal unter 10 Sekunden geblieben. SpektakulĂ€re 9,99 Sekunden lief der Sprinter dieses Jahr beim Diamond-Meeting in Stockholm – allerdings mit zu viel RĂŒckenwind.

Vielleicht kann Reus bei dieser WM endlich sein Potenzial abrufen. Er lĂ€uft allerdings gegen starke Konkurrenz. Usain Bolt will bei seinem letzten großen Auftritt noch mal groß auftrumpfen.

Was er sonst so macht:

In seiner Freizeit sprintet Julian Reus gerne gegen die U-Bahn in Berlin. Seit kurzem ist er Vater eines kleinen Sohnes.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird:

"Man kann beim Geradeauslaufen viele Fehler machen." (Julian Reus)

„Die Doper werden gefeiert. Das ist ungerecht.“ (Julian Reus)

"Julian Reus ist der schnellste Mann des Landes." (Welt.de)

 

Staffel 4x100m Frauen

Rebekka Haase (24, LV 90 Erzgebirge)

Lisa Mayer (21, Sprintteam Wetzlar)

Gina LĂŒckenkemper (20, LG Olympia Dortmund)

Tatjana Pinto (25, LC Paderborn)

Alexandra Burghardt (23, MTG Mannheim)

Amelie Sophie-Lederer (23, LAC Quelle FĂŒrth)

Lara Matheis (25, TSG Gießen-Wieseck)

Warum sollte man sie kennen?

Die 4x100m-Sprint-Staffel ist in guter Form. Bei den Olympischen Spielen in Rio im vergangenen Jahr sprinteten die Frauen zu Platz 4. Nur wenige Zehntel fehlten zu einer Medaille. Bei der Staffel-WM auf den Bahamas in diesem Jahr holte das Sprint-Quartett ĂŒberraschend den Sieg.

Das große Plus: der gute Zusammenhalt des Teams und das akribische Techniktraining der StabĂŒbergabe. Denn nicht selten entscheiden die Wechsel ĂŒber Sieg und Niederlage.

Was sie sonst so machen?

Gina LĂŒckenkemper ist die amtierende Deutsche Meisterin, sie gewann nach einem Stolperstart in Erfurt Gold vor Haase und Pinto. Sie ist sehr locker und lacht viel. "Ich bin ein Honigkuchenpferd", sagt sie selbst. Rebekka Haase hat erst spĂ€t in der Schule mit ernsthaftem Lauftraining begonnen. Sie spielt Querflöte und studiert Psychologie.

Tatjana Pinto ist die Starterin des Teams. Die Deutsche mit portugiesisch-angolanischen Wurzeln studiert "Soziale Arbeit" und kommt ursprĂŒnglich aus MĂŒnster. Lisa Mayer lĂ€uft bei der WM auch noch die 200 Meter. Ihr Vorbild ist US-Sprinterin Allyson Felix.

Was noch geschrieben/ gesagt wird?

"Wir liebÀugeln nicht mit dem Finale, wir liebÀugeln mit mehr" (Rebekka Haase)

"Die Lockerheit ist Pflicht." (Gina LĂŒckenkemper)

Pamela Dutkiewicz

Alter: 25 Jahre
Verein: TV Wattenscheid 01
Disziplin (in London): 100 m HĂŒrden

Warum sollte man sie kennen?

Weil 2017 ihr Jahr ist: In acht Rennen unterbot sie bisher ihre Bestzeit (12,85 sec), mit der sie ins Jahr gestartet war. 2012 war Dutkiewicz von einem Unfall der Schwebebahn an der TU Dortmund betroffen. Sie trug ein Schleudertrauma davon, das zu Gleichgewichtsproblemen fĂŒhrte und ihre Karriere nach hinten warf.

2014 gewann die HĂŒrdenlĂ€uferin ihre erste nationale Medaille, aber ihr Höhenflug wurde 2015 von BĂ€nderrissen in beiden FĂŒĂŸen gestoppt. Bei Olympia in Rio schaffte sie es mit 12,92 Sekunden ins Halbfinale, 2017 gewann sie die Hallen-DM ĂŒber 60m und den DM-Titel ĂŒber 100m HĂŒrden in Erfurt. Mit 25 Jahren ist sie gerade dabei, ihr bestes Sprint-Alter zu erreichen und hat die europĂ€ische Elite erreicht.

Was sie sonst so macht:

Sie studiert an der TU Dortmund Grundschullehramt, hat 12.400 Follower auf Instagram und Ă€ußert sich ehrlich und direkt zu GewichtsverĂ€nderungen und knappen Leichtathletik-Outfits.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird:

"Ein Unfall machte sie zur schnellsten Frau Europas" (Welt.de)

"NĂ€chstes Level: Pamela Dutkiewicz vs. US-Girls" (Leichtathletik.de)

"Der Kampf mit meinem Körper" (Wortathleten.de)

 

Max Heß

Alter: 21 Jahre
Verein: LAC Erdgas Chemnitz
Disziplin (in London): Dreisprung

Warum sollte man ihn kennen?

Weil sein Riesentalent unverkennbar ist: In seinem ersten Jahr als Profi holte er sich 2016 bei der Hallen-WM in Portland gleich Silber. Kurze danach sicherte sich der vor allem ĂŒber den Speed kommende Springer als jĂŒngster Gewinner jemals den EM-Titel.

Nur DDR-Sportler Jörg Drehmel konnte 1971 auch einen deutschen EM-Titel im Dreisprung klarmachen. 2017 gewann Heß zudem den DM-Titel und knackte den 26 Jahre alten deutschen Dreisprung-Rekord: Die WM in London kann fĂŒr den Youngster nicht schnell genug kommen.

Was er sonst so macht

Er studiert an der TU Chemnitz Wirtschaftsingenieurwesen, hat gut 7000 Follower auf Instagram und wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als "Elite-SchĂŒler des Jahres 2016" ausgezeichnet.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird:

"Max Heß: Vom Nobody zum Shootingstar - der jĂŒngste Dreisprung-Europameister der Geschichte" (Eurosport.de)

"Bester Saisoneinstieg aller Zeiten fĂŒr Max Heß" (Leichtathletik.de)

"Dreisprung: Heß knackt Uralt-Rekord" (sport1.de)

Julian Howard

Alter: 28 Jahre
Verein: LG Region Karlsruhe
Disziplin (in London): Weitsprung

Warum sollte man ihn kennen?

Weil der 28-jÀhrige so stark ist und so weit springt wie noch nie: Im Mai sprang er seine damalige Bestweite von 8,11 Metern und toppte sie eine Woche spÀter gleich um vier Zentimeter. Zweimal, 2014 und 2017, gewann er die deutsche Hallenmeisterschaft und einmal, 2017, die DM im Freien.

Die Olympischen Spiele in Rio verpasste er aufgrund eines Muskelfaserrisses. Aber er sagt selbst: „Ich bin immer hungrig geblieben.“ Als nĂ€chstes will Howard bei der WM in London seinen Appetit stillen.

Was er sonst so macht

Er schloss sein Maschinenbaustudium ab und studiert jetzt Mathematik und Sport auf Lehramt, kocht sehr gerne („Mitten in der Saison gibt’s aber nur Salate“) und bringt sich in seinem Charity-Projekt „Kinder zum weiten Sprung verhelfen“ ein.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird

"Weitspringer Julian Howard: Geselliger Typ und Hobbykoch." (Badische Neueste Nachrichten)

"Julian Howard fliegt zur WM-Norm." (Leichtathletik.de)

Mateusz Przybylko

Alter: 25 Jahre
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Disziplin (in London): Hochsprung

Warum sollte man ihn kennen?

Weil er seit diesem Jahr in der ersten Reihe der weltbesten Hochspringer steht: Mit seinen 2,35 Metern erreichte Przybylko den zweiten Platz der Weltjahresbestenliste, nur vier Deutsche sprangen jemals höher.

2017 wurde der Hochspringer Deutscher Meister, sowohl in der Halle als auch im Freien. Vor der WM will der 25-JĂ€hrige noch an seiner LattenĂŒberquerung arbeiten: „Ich habe ĂŒber der Latte oft einen kleinen Entenarsch.“

Was er sonst so macht

Er ist Sportsoldat, datet die U20-Sprinterin Jennifer Montag und ließ sich „La Familia“ auf den Oberarm tĂ€towieren, um seiner familiĂ€re Verbundenheit ein Bild zu geben.

Sein jĂŒngerer Bruder Kacper PrzybyƂko war ebenfalls ein guter Hochspringer, spielt jetzt aber als Profi-Fußballer beim 1. FC Kaiserslautern.

Was noch so gesagt/ geschrieben wird

"KindergemĂŒt und ganzer Kerl" (Weser Kurier)

"Mateusz Przybylko stĂ¶ĂŸt in neue Dimensionen vor." (Leichtathletik.de)

"Kein Pardon bei Doping: Ein ziemlich wĂŒtender Hochsprung-Saubermann." (echo24.de)

 

>> WM in London: die TV-Zeiten bei ARD/ ZDF

 

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