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10 Dinge, an denen man einen Laufschuh-Fan erkennt

Geschrieben von: Namri Dagyab
laufschuhe running shoes

Wie viele Laufschuhe hast du? Mehr als fünf Paare? Mehr als zehn? Bist du deswegen schon ein Laufschuh-Nerd oder vielleicht nur ein ambitionierter Läufer? Woran man einen wirklichen Laufschuh-Fan erkennt, erklärt Laufschuh-Blogger Namri.

Vorab: Jeder wirkliche Läufer, der sich auch so bezeichnet, läuft mehrere Paar Laufschuhe parallel. Alles andere sind Jogger. Aber es kommt eh nicht auf die Menge an, sondern auf das spezifische Fan-Verhalten. An diesen zehn Dingen erkennst du einen Laufschuh-Fanatiker.

1. Besucht regelmäßig Laufschuhläden

Klingt erst mal vernünftig: Wer Schuhe braucht, geht in einen Fachhandel, um sich neue zu kaufen. Aber der Laufschuh-Fan geht auch rein, wenn er KEINE Schuhe benötigt.

Folgende Szene ist exemplarisch:

Laufladen / Sportabteilung im Kaufhaus. Der Laufschuh-Fan (Im Folgenden auch „Fan" genannt), kommt ganz „zufällig" vorbei. Er sagt zur Begleitung: „Ich geh nur mal kurz rein, will nur gucken."

Anmerkung: Um Läden wie Footlocker macht selbst der Fan einen Bogen. Wer da auch hineingeht, hat neben dem Laufschuh-Faible auch noch ein Sneaker-Problem.

Bedenklich wird es, wenn er heimlich in Schuhläden geht bzw. mehrere Stunden dort verbringt. Problematisch auch, wenn er anfängt, andere Kunden ungefragt zu beraten.

2. Hat immer mehrere Ausreden für neue Schuhe

Wer keine Schuhe hat und welche kauft, braucht nur eine Begründung: Ich habe keine Schuhe, deswegen brauche ich neue. Der Fan allerdings hat aus schlechtem Gewissen heraus immer diverse Gründe.

Fortsetzung der vorherigen Szene: Fan verlässt mit einer Plastiktüte in der Hand den Laufschuhladen und sagt einen der folgenden Sätze zur Begleitung:

  • - „Waren im Angebot."
  • - „Udo hat mir einen echt guten Preis gemacht."
  • - „Den gab's nur noch in meiner Größe."
  • - „Habe sogar Laufsocken für lau dazu bekommen."
  • - „Will ich testen. Der Schuh ist echt ideal für meinen "Recovery Easy Long Jog" im Wald, wenn ich am Vortag eine "Moderate Tempo Effort"-Einheit auf nassem asphaltierten Boden bei neun bis zwölf Grad Celsius und leichtem Rückwind hatte."
  • - „So, mehr Schuhe brauche ich wirklich nicht (genuschelt: dieses Jahr)."

3. Nennt seinen Laufschuhhändler beim Vornamen

Stammkunde, was soll man sagen?! Der Fan weiß natürlich auch, wo sich die Schuhschränke in der Lagerhalle von Ikea befinden. Selbstverständlich kennt er die Schuhschränke beim korrekten Ikea-Namen.

Kein Wunder, denn er braucht halbjährlich Nachschub, weil er keine seiner Schuhe jemals wegschmeißen würde. Gute Alternative: Gebrauchte Schuhe für Shoe4Africa spenden.

4. Schaut sich Unboxing-Videos auf Youtube an

Wer das Wort "Unboxing" nicht kennt, ist kein echter Schuhfan. Richtige Fanatics ziehen sich bei YouTube Videos rein, in dem irgendwelche Schuh-Nerds ihre Neukäufe live auspacken. Was man sieht? Leute öffnen einen Schuh-Karton. Mehr passiert da wirklich nicht. Und das Schlimmste? Der Fan findet Spaß an solchen Unboxing-Videos.

Nächste Warnstufe: Wenn man mit dem Gedanken spielt, selber so ein Auspack-Video zu produzieren.

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5. Riecht an neuen Schuhen

Jetzt wird es heikel. Überlegen: Was tue ich, wenn ich einen neuen Schuh zu Hause in der Hand halte? Betrachte ich den Schuhkarton von allen Seiten? Öffne ich den Karton und – jetzt kommt's: Rieche ich an dem Schuh? Betöre ich mich an dem typischen Frisch-aus-der-Fabrik-Duft der Treter? Dann bin ich nahe am Fan-Sein.

6. Stellt Schuhe auf den Sockel

Neue Schuhe werden an prominenter Stelle in der Wohnung platziert, gerne AUF dem Schuhschrank, erhöht im Flur-Regal oder auf dem Wohnzimmertisch. Jedes Mal, wenn der Fan an laufschuheihnen vorbei geht, werden die Schuhe zärtlich in die Hand genommen und erneut von allen Seiten gemustert.

Ein Mal am Tag zieht der Fan die neuen Schuhe in der Wohnung an, stellt sich schräg vor den Flurspiegel und begutachtet sie von beiden Seiten.

Dabei übt er verstärkt mit seinem Körpergewicht Druck auf die Schuhe aus, um zu sehen wie „Boost/Gel/Air/Wave Plate/Cloudtec" darauf reagiert.

Gerne werden alle Schuhe auch mitten in der Wohnung aufgereiht (Foto: Ellen-Jane Austin). Der Laufschuhfan-Partner freut sich … manchmal.

7. Bleibt äußerlich immer betont skeptisch

Anders als andere Fans, will der Laufsschuh-Fan durch Kompetenz bestechen und nicht durch emotionale Abhängigkeit auffallen. Deswegen bleibt er äußerlich immer betont kritisch, auch wenn er innerlich ausflippt.

Szene: Fan nähert sich einer Laufschuhwand. Er scannt die Lage, sieht ein neues Modell. Flippt innerlich aus. Äußerlich gelassen. Scannt weiter die Lage.

Nimmt erst mal ein anderes Modell in die Hand. Locker bleiben. Dann: das neue Modell. Schuh wird in die Hand genommen. Als erstes wird die Schuhsohle prüfend angeschaut. Als ob die eine Rolle spielen würde.

Schuhe werden pseudo-fachmännisch ein wenig gebogen, gequetscht, optional geknickt. In Wahrheit wird der Schuh gestreichelt und verstohlen der Preis gecheckt.

Schuh wird schweren Herzens zurückgestellt. Und zwar genauso schön, wie er vorher da stand. Der Fan tut so, als ob er die Laufschuhwand weiter scannt. Innerlich flippt er aus. Komplett.

8. Kennt die vollständigen Modellnamen

Echte Fans erkennt man daran, dass sie nach einem Besuch im Fachhandel die vollständigen Namen der neuen Modelle kennen – wichtig für die spätere Internetrecherche. Beziehungsweise: Kennt die Modelle schon, BEVOR sie in den deutschen Handel kommen.

Weiß auch, wofür das GTS in Brooks Adrenaline 16 GTS steht oder wo der Unterschied zwischen dem Nike Free 3.0 und 4.0 liegt. Kann dem Lightweight-Modell von New Balance ein ähnliches Modell von Asics zuordnen. Kennt Marken wie Lunge, On, Hoka oder Airia.

Kürzt die Namen ab. Sagt statt des vollständigen Namens nur "Der Ghost" oder "Der Lunarglide"

9. Besucht Laufschuh-Foren

Wer besucht noch Foren? Nerds. Nichts anderes ist der Laufschuh-Fan. Diese Foren sind meist englischsprachig, weswegen der Schuh-Liebhaber nicht "Farbe" sagt, sondern "Colorway". Statt "Dämpfung" hat er "Cushioning" am Schuh. Oder sagt "Drop" statt, ja, wie hieß das deutsche Wort noch mal? … Ach ja: Sprengung.

Uninterressierte kennen nicht mal die deutsche Bezeichnung und denken bei Sprengung eher an Bomben.

Weiteres Fachvokabular aus der Laufschuhbranche: direktes Abrollverhalten, Pronation, Fußbettstütze, Maximal Cushioning.

Anmerkung: Der Fan kann dabei keine Rücksicht auf die Gegenwart völlig desinteressierter Mitmenschen nehmen.

10. Schaut anderen Läufern als erstes auf die Schuhe

Na gut. DAS tun alle, oder?

 

Disclaimer: Alle hier genannten Punkte sind frei erfunden und beruhen nicht auf persönlichen Erfahrungen. Vor allem nicht das mit dem Riechen, ähem ...hust.

 

Namri Dagyab portraitZur Person: Namri Dagyab, Jahrgang 1975, entdeckte seine Lauf (-schuh) leidenschaft während des Studiums in Bonn. Sein erster Laufschuh war der Asics 2040. Ein Jahr später lief er in Köln seinen ersten Marathon in 4:18 Stunden.

Viele Trainingsrunden am Rhein später stellte er mit 3:17 Stunden seine Bestzeit in Budapest 2007 auf. In der Folgezeit lief er aus Spaß an der Freud', bis der Ehrgeiz ihn nochmals packte.

Sein Ziel ist es, den Marathon in unter 3:15 Stunden zu laufen, um sich so für den Boston Marathon zu qualifizieren. Sein Lieblingsverein ist der 1.FC Köln.

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