42 Fragen an … Topmodel Barbara Meier: "Mit verrückten Crash-Diäten aufgehört"

topmodel barbara meier

Barbara Meier gewann 2007 den TV-Model-Wettbewerb "Germanys next Topmodel" von Heidi Klum. Seitdem arbeitet sie als Model und läuft sogar Marathon. Im Interview stellt sie sich den 42 knallharten Fragen von Laufguru Achim Achilles.

1. Achim-Achilles.de: Heute schon gelaufen?

Barbara Meier: Klar.

2. Wie weit, wie schnell, welche App?

Start um 8:10 Uhr, 6 Kilometer, Schnitt 5:38 min/km, Runtastic.

3. Klingt nach Notprogramm. Terminprobleme?

Wenn ich verreise, schaffe ich nur zweimal pro Woche, sonst vier- bis fünfmal. Für einen Wettkampf trainiere ich natürlich systematisch, aber zwischendrin finde ich es toll, einfach loszulaufen, ganz ohne Ziel und Ambitionen.

4. Liebste Strecke?

Nymphenburger Schlosspark. Der Park hat eine Mauer drum herum, da besteht keine Gefahr, dass ich mich verlaufe. Ich wurde leider nicht mit Orientierungssinn ausgestattet.

5. Dafür mit mathematischem Talent. Rechnet man jeden Kilometer mit?

Ja, tatsächlich. Vor allem an den Tagen, wenn meine Motivation etwas hinkt. Da berechne ich die absolvierte Strecke, so: Jetzt habe ich ein Drittel geschafft oder sieben Achtel.

"Ein Mathe-Studium führt zu eigenartigem Verhalten"

6. Werten Sie Ihre Laufergebnisse systematisch aus?

Ja. Ich setze mich super gerne nach einem Lauf an den Rechner und schaue, wann ich wo wie schnell war und vergleiche es mit den Läufen der Vortage. So ein Mathematik-Studium führt zu eigenartigem Verhalten.

7. Was passiert sonst im Kopf während eines Laufs?

In der ersten Stunde denke ich viel über Dinge und Probleme nach, die mich gerade beschäftigen. In der zweiten Stunde spüre ich meinen Körper und konzentriere mich auf die Atmung und meine Schritte.

Und ab der dritten Stunde ist mein Kopf komplett frei, und ich merke, wie Raum für neue Ideen entsteht. Diese Phase nutze ich oft, um mich auf Schauspiel-Rollen vorzubereiten. Wenn die eigenen Probleme und Gedanken weit weg sind, kann man anfangen, mit den Augen der Rolle zu sehen, die man spielt, und kann ihre Gedanken denken.

8. Wird man als Supermodel oft angequatscht unterwegs?

Nur sehr selten. Die Menschen gucken zwar, aber ich bin einfach zu schnell weg, bevor jemand seinen Mut gesammelt hat, um mich anzusprechen.

9. Schon mal ein Autogramm gegeben unterwegs?

Lieber Herr Achim, in welchem Jahrhundert laufen Sie denn? Heute macht man Selfies.

"Achilles ist ein Supermodel"

10. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Supermodel und einem normalen Model?

Ich bin ein normales, Achilles ist ein Supermodel.

11. Stimmt. Hier in Berlin verstecken sich schon Viertelprominente hinter Sonnenbrille, Basecap und Schal, damit sie erkannt werden. In München doch erst recht, oder?

Keine Ahnung. Ich verstecke mich nicht. Vor allem beim Laufen wär mir das zu warm und vor allem zu doof. Ich bin dann halt nicht geschminkt und habe eine knallrote Birne, aber das ist eben so beim Sport.

12. Ihr Beuteschema: Stehen Sie auf magere Läuferkörper, wo an Armen und Beinen diese harten Streifen zwischen Sonnenbräune und Käsigkeit zu sehen sind? Oder doch lieber was mit Muskeln?

Gerne ein paar mehr Muskeln. Aber nicht im Body-Builder-Bereich. Zu sehr aufgepumpt finde ich unsexy.

13. Wenn Sie sich einen Hollywood-Star zum Dinner aussuchen würden – wer wäre das?

Angelina Jolie.

14. Mein Lieblingsmodel ist ja die gereifte Kate Moss. Wer ist Ihre Favoritin?

Heidi natürlich.

15. Wann haben Sie mit der Lauferei angefangen? Und warum? Ist ja meistens Zeichen einer Krise.

Ich war mit Freunden 2012 auf einer Party, und die Männer beschlossen, dass sie den New York Marathon laufen. Großzügig erklärten sie, dass wir Mädels gern zum Schuhe-Shoppen mitkommen dürften. Ich war in meiner weiblichen Ehre gekränkt und verkündete übermütig und vielleicht etwas beschwipst, dass ich natürlich mitlaufen würde.

Das war etwas leichtsinnig, so ohne jede Lauferfahrung. Aber ich halte, was ich verspreche, selbst wenn es auf einer Party und unter leichtem Alkoholeinfluss ist. Am nächsten Tag habe ich mich dann vor den Computer gesetzt, Google und meinen besten Freund befragt und mit dem Training angefangen.

"Ich bin keine angenehme Laufpartnerin"

16. Welchem alkoholischen Getränk können Sie nicht widerstehen?

Baileys.

17. Und wie sah der Trainingsplan aus? Auf wieviele Monate angelegt?

4 bis 5 mal die Woche, 6 Monate lang.

18. Und? Stumpf durchtrainiert?

Na ja, nicht ganz. Mein bester Freund, der in New York lebt und die Strecke kennt, hat mich gecoacht. Er hat Nerven aus Stahl gebraucht. Ich bin nämlich keine angenehme Laufpartnerin: Am Anfang, wenn die anderen voller Motivation und Freude sind, habe ich keine Lust und jammere vor mich hin.

Die anderen sind genervt. Aber je länger der Lauf dauert, umso fröhlicher und motivierter werde ich dann. Dann sind die anderen wieder genervt, weil ich keine Ruhe gebe. Und wenn meine Laufpartner nach drei Stunden fertig sind und nur noch nach Hause wollen, hänge ich übermütig noch ein paar Runden dran. So macht man sich echt keine Freunde in Laufgruppen.

19. Mitläufer neigen zu albernen Namenskürzungen. Werden Sie von Ihren Sportsfreunden Babsi, Babs oder Bärbel genannt?

Immer Barbara. Gern auch mit dem Zusatz „Wo bleibst du?".

20. Liebster Laufpartner?

Leider laufe ich meist alleine. Das kann zwar langweilig sein. Aber auf der anderen Seite genieße ich ein paar Ruheinseln in einer stressigen Woche, die nur mir und meinem Körper gehören, wo das Handy aus ist und mich niemand vollredet.

21. Hat sich Ihr junges Leben verändert durch das Laufen?

Absolut. Ich habe einen ganz neuen Bezug zu meinem Körper bekommen, weil ich gelernt habe, mit ihm zu kommunizieren. Ich habe angefangen, anders zu essen, schlichtweg, weil mein Körper den richtigen Treibstoff gefordert hat und meine Lust auf Süßes nachließ.

Ich habe gelernt, wie man seine Grenzen hinausschieben kann. Unser Körper ist eine Wundermaschine, wenn man ordentlich mit ihr umgeht. Außerdem habe ich seit meinem Marathon-Training aufgehört, verrückte Crash-Diäten zu machen und einen gesunden und trotzdem schlank machenden Lebensstil entdeckt. Ich laufe nicht mehr weg vor mir, sondern zu mir hin.

 

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