30. BMW Frankfurt Marathon 2011 - Ein denkwürdiges Ereignis
Erstellt von: catcat
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am 01. November 2011
So, nach einigen bewegten Stunden folgt nun, eine Nacht und einen Tag nach dem Großereignis, meine ganz persönliche Geschichte vom ersten Marathon.
Zunächst muss ich noch ein paar Dinge zur Vorbereitung und wie es dazu kam sagen. Ich hatte dieses Jahr keinen Marathon geplant. Für den Wolfgangseelauf hatte ich mir einen Marathonplan von Herbert Steffny heraus gesucht und nach meinen eigenen Bedürfnissen modifiziert. Also 3 statt 4 Einheiten/Woche, 12 statt 10 Wochen, keine Intervalle, keinen HM, nur einen 10er und ab und an mal 20 min Schwellentempo nach Jack Daniels. So weit so gut. Nach der ersten langen Einheit von 25 km bei fast 30°C fiel der Satz „Wer 3 Stunden läuft kann auch Marathon laufen!“ auf fruchtbaren Boden.
Zu Girasoles Rettung (ja, der Satz stammte von ihr) muss ich sagen, dass sie eigentlich vom Marathon im nächsten Jahr sprach. Um mich war es da aber bereits geschehen und einen Tag später war ich in Frankfurt für 2011 angemeldet. Warum auch nicht? Dass ich keine schnelle Zeit laufen würde war klar, aber mir ging es eher darum die Selbstzweifel aus meinen Gedanken zu verbannen und die Verletzungszeit vom letzten Jahr endlich zu vergessen. Also gut dass ich schon den Marathonplan hatte! Einzelne AAler hatte ich nach und nach eingeweiht. Mancher hatte es sowieso schon geahntJ und glücklicherweise fanden wohl alle die Idee und auch die Umsetzung logisch und nicht so verrückt wie ich dachte. Die langen Läufe machten mir seltsamerweise am meisten Spaß. Ich kam hier auf 2 x 20 km, 1 x 25 km, 1 x 27 km, 2 x 30 km, 1 x 32 km und 1 x sehr hügelige 27 km am Wolfgangsee. Letzterer war wunderschön aber eigentlich zwei Wochen vor dem Marathon schon sehr gewagt. Die letzten beiden Wochen war ich dann auch nur noch zweimal laufen. Ausruhen ging vor.
Und dann war er da, der Marathontag. Virtueller Support! Danke an die Hubertusläufer, an Girasole und Nickeneck, an alle die die Daumen gedrückt haben (bitte verzeiht, dass ich hier nicht alle Name nenne)! Oppelnhoppels Liveticker den ich hier hinterher lesen durfte war cool. Und vor Ort in Frankfurt gab es grandiosen Support. Zum einen war da der Lurch, der nicht supporten sondern auch seinen ersten Marathon laufen wollte und mit dem ich mich im Bereich des Startblocks verabredet hatte. Zu meiner großen Freude durfte ich auch Frau Lurch kennen lernen. Ich muss sagen, dass mir die Wartezeit auf den Start schon grandios verkürzt wurde. Selten hab ich vor dem Start so viel gelachtJ Wenn ich heute an meine Augentropfen denke muss ich gleichzeitig an Clenbuterol denken. Danke lieber Lurch, you made my day! (Und du hast mich supportet, vermutlich ohne es zu bemerken.) Zum anderen waren da Otti, Düse und Andreas, die sich extra mit dem Zug nach Frankfurt aufgemacht hatten…
Nach dem Startschuß bewegte sich erstmal lange Zeit nichts. Irgendwann kam aber dann doch Bewegung in die Massen und ca. 15 min nach dem Start der Elite begann auch unser langer Weg.
Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, dass völlig aufgedreht immer auf die nächste Überraschung wartete. Ich war völlig high von den Eindrücken um mich herum und vergaß sogar den Lurch, dachte er wäre irgendwo vor mir. Die Zuschauermassen, die Musik, es war einfach absoluter Ausnahmezustand in mir drin und um mich herum. Und etwa bei Kilometer 2 standen sie dann: Otti, Düse und Andreas. Ich war schon aufgrund der Ankündigung vor dem Marathon gerührt aber war es noch viel mehr als ich sie dann leibhaftig vor mir sah. Bei Kilometer 7 und 14 standen sie wieder und feuerten mich an. Juhuuuu! Danach ging es weiter. Immer noch wie im Rausch. Ich hatte das Gefühl, ein Film läuft in doppelter Geschwindigkeit vor mir ab und ich muss einfach Schritt halten. Es war einfach grandios. Zum Glück wurden die Massen dann in Richtung Niederrad deutlich weniger und ich endlich auch innerlich ruhiger. Das Tempo pendelte sich etwas langsamer wieder ein. Bei Kilometer 20 kam die Durchsage dass der Weltrekord durch Wilson Kipsang nur um 4 Sekunden verpasst wurde. Ein denkwürdiges Rennen… ich träumte ein wenig vor mich hin. Und dann war der Lurch wieder da. Wie schön. Die nächsten 10 Kilometer liefen wir gemeinsam. Ab Kilometer 25 begannen sich meine Oberschenkel wie Nadelkissen anzufühlen. Da war er wieder, der Wolfgangseelauf. Aber vorerst war es erträglich. Irgendwie standen Otti, Düse und Andreas plötzlich und unerwartet bei Kilometer 29 rechts am Straßenrand. Klasse. So gefreut!
Irgendwann nach Kilometer 30 ließ der Lurch mich dann ziehen. Ich lief also ab sofort wieder alleine und es ging bereits zurück Richtung Innenstadt. Ab Kilometer 33 war mir irgendwie klar, dass ich tatsächlich ankommen werde. Das Überholen anderer Läufer begann. Irgendwie aufbauend. Ab Kilometer 35 waren meine Oberschenkel dann gefühlt 3 Meter im Durchmesser und links begann sich die alte Schwachstelle zu melden. Tatsächlich legte ich dann zwischen Kilometer 36 und 39 etwa vier oder fünf kurze Gehpausen ein um die Muskeln auf der linken Seite zu beruhigen. Und das half so hervorragend, dass ich an der Hauptwache auch wieder über die Caritas-Spendenmatte lief (die hatte ich auf den ersten Kilometern auch schon mal überlaufen). Die meisten Läufer humpelten verständlicherweise irgendwie auf der Ideallinie links an der Matte vorbei. Bei ca. Kilometer 40 feuerten mich wieder Otti, Düse und Andreas an. Wow! Die leisteten einfach ganze Arbeit. Und dann war er plötzlich da. Der Kloß im Hals. Schnell runtergeschluckt, die Tränen weg gewischt und weiter. Vor mir wurde Fauja Singh gerade bei Kilometer 41 begrüßt. 100 m später hatte ich ihn dann überholt! Eine weitere Kurve, eine Läuferin stürzte, zwei weitere Läufer säbelte sie dabei gleich mit um. Aaaaahhhhh, weg hier. Da war der Startbereich mit dem Hammering Man.
Die Festhalle, der rote Teppich, Glitzer, Strahler, Musik, Menschenmassen, Arme hoch, Jubel! Über die Ziellinie. Innerlich brachen bei mir ab diesem Moment alle Dämme. Körperlich konnte ich noch, alles andere schwamm einfach irgendwie davon. Der nette Mann der mir die Medaille umhängte drückte mich kurz an sich. Muss an den Tränen gelegen haben die mir da gerade den Teint versauten…

Beim Treffen mit Frau Lurch, Otti, Düse und Andreas war ich zwar schon wieder etwas gefestigt, hatte aber dann doch wieder Tränen in den Augen. Hab mich so gefreut dass ihr da wart. Ich kann euch nicht oft genug danken!
Jetzt, beim Schreiben dieser Zeilen kam das auch alles wieder hoch. Die Emotionen, die Eindrücke, das Ereignis selbst. Ich fühle mich immer noch wie unter Strom, es geht mir körperlich ziemlich gut und irgendwie kann ich gar nicht alles in Worte fassen. Der erste Marathon ist wirklich etwas ganz besonderes. Mal sehen ob mein Teint mir das langfristig verzeiht J

geschrieben von FrauLurch, November 04, 2011
so, auch wir sind wieder daheim und Rechner-Bereitschaft ist hergestellt....
Also als ICH Dich nach dem Lauf wieder gesehen habe, war der Teint 1A! und Du hast im Kreis gestrahlt wie ein Honigkuchenpferdchen:-).....
Besser kann`s doch nicht sein!
ich habe mich auch sehr gefreut, einige von hier mal "in Echt" zu sehen - ist eben doch etwas ganz anderes.
Genieß es, Deinen 1. Marathon erfolgreich geschafft zu haben...schließlich ist jeder Meter ehrlich und hart und höchst selbst erlaufen.
Liebe Grüße
Das Ein-Frau-Klatsch-und-Jubel-Kommando#
Frau Lurch
geschrieben von mariechen2004, November 02, 2011
Nochmal Glückwunsch und toi, toi, toi, dass alles gut bleibt!
geschrieben von kanu-tom, November 02, 2011
geschrieben von hermann67, November 02, 2011
Tolle Leistung! Meinen vollen Respekt hast du!
geschrieben von monschichi, November 02, 2011
Glückwunsch.
Und bleib ruhig noch ne Weile die Ginsekatze.
geschrieben von berlifan, November 01, 2011
geschrieben von Bias01, November 01, 2011
Gruß Bias
geschrieben von kanu-tom, November 01, 2011
Nochmals herzlichen Glückwunsch :-)
geschrieben von ursula, November 01, 2011
geschrieben von nickeneck, November 01, 2011
Wie geht es dir eigentlich so physisch am 2. Tag nach dem Marathon? Der ist ja normalerweise immer der schlimmste. Ich hoffe dir kommen nicht auch die Tränen beim Treppe steigen!
geschrieben von barbarine, November 01, 2011
Ich sag nur "La Ola!!" ;)
Dein Bericht ist sehr bewegend, da habe ich wie auf Knopfdruck Pipi in den Augen und einen Kloß im Hals. Hast du wirklich schön geschrieben, man erlebt dein ganz persönliches Highlight noch einmal mit dir gemeinsam...
Und, ein tolles Supporterteam hattest du da, an so vielen Stellen zur richtigen Zeit zu stehen ist ganz sicher nicht einfach!
geschrieben von kittymuc, November 01, 2011
Gratuliere!!! Auf diesem wege auch dem Lurch!
geschrieben von otti, November 01, 2011
geschrieben von oppelnhoppel, November 01, 2011
geschrieben von feuerraeder, November 01, 2011
geschrieben von girasole, November 01, 2011
Gratuliere von Herzen und freu mich ganz arg mit Dir!
Jetzt erhol dich gut (irgendwann auch der Teint), bewegte Grüße von gira











@mariechen: Danke, werde noch ein wenig weiter im Kreis grinsen und die Medaille dabei drücken;-)