Höschen, Badekappe, Bauch einziehen: Mona geht ins Schwimmbad und Achim kommt mit. Warum bloß? Liegt es am Wetter oder an Monas knackiger Freundin Tina?
Achim ist zahm. Er ist aufmerksam, kümmert sich und versucht seine kleinen bissigen Kommentare für sich zu behalten. Erstaunlich. Und das alles nur, weil ich ihn auf den Pott gesetzt habe, besser gesagt ins Wasser. Das kam so: Nach Aerobic, Joggen und Yoga bin ich inzwischen begeisterte und überzeugte Fitness-Anhängerin. Allerdings nicht auf dem Land, sondern im Wasser. Aquafitness heißt meine Religion, seit mein Meniskus seine Dämpfung eingestellt hat. Für Achim ist das "Gespaddel".
Die Kommentare gehen von "Na, biste wieder beim Rentnersport", "Nun mach Dir doch nichts vor. Das ist doch kein Sport!" bis "Du willst mir doch nicht erzählen, dass Du von so'm bisschen Gehampel kaputt bist." – Wollte ich auch nicht. Schließlich kann man einen Blinden auch nicht von roter Autofarbe überzeugen. Doch dann trabte mein Gatte gutgelaunt und schnatternd mit ins Schwimmbad. Ich vermute, dass das eiskalte Wetter seine Lust aufs Laufen gedämpft hat. Vielleicht lag es auch an meiner Freundin Tina. Die ist fünf Jahre jünger als ich und immer noch ziemlich knackig.
Kaum standen Tina und ich in unseren Badeanzügen im Schwimmbad, da stolzierte mein Gatte in knappem Höschen und Badekäppchen an uns vorbei. "Ich geh dann mal meine 2000 Meter schwimmen" flötete er, während er mit eingezogenem Bauch zum Schwimmbeckenrand ging und dann wie ein Sack Schrauben in den Fluten versank.
Ich gestehe, ich habe ganz kurz überlegt, wie ich ihn am besten wiederbelebe, denn der Klatscher tat sicher weh. Aber mein heldenhafter Mann ließ sich von alledem nichts anmerken. Flink zog er seine Bahn und kam zu uns zurück. "Na, dann viel Spaß beim Rumgehopse" ließ er verlauten. Tina war beeindruckt. Ich nicht. "Achim, mein Süßer" säuselte ich schlangensüß, "wie wäre es denn, wenn Du immer eine Bahn kraulst und eine zurück durchs Wasser läufst? Dann schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe." Er guckte sportlich und sagte: "Kein Problem."
Ob er die 2000 Meter wirklich durchgezogen hat, weiß ich nicht. Geredet hat er danach jedenfalls nicht mehr viel. Stattdessen ist er noch vor der Tagesschau auf dem Sofa eingeschlafen und von "Gespaddel" habe ich seither auch nichts mehr gehört.













