Ich laufe ja grundsätzlich am liebsten alleine! Als Trainingspartner akzeptiere ich höchstens meinen Mann (falls er sich in seinen verletzungsfreien Phasen - die leider nicht allzu häufig sind - zu einem Lauf mit mir überreden lässt)! Ansonsten laufe ich gerne alleine, da ich mich so am besten auf mich und meinen Laufstil konzentrieren kann und es mir damit auch am besten gelingt, meinen Kopf freizulaufen! Ausserdem bin ich alleine unabhängig und kann meine Laufrouten, Laufdistanz und Laufgeschwindigkeit selbst bestimmen und ich muss niemandem hinterherlaufen, auf niemanden warten oder - noch schlimmer - mit niemandem reden (und wer mich kennt, der weiß, dass diese Schweigsamkeit beim Laufen bei mir wirklich eine Ausnahme darstellt!).
Neben meinem Mann gibt es aber noch einen zweiten Menschen, der mich bei meinen Trainingsläufen begleiten darf - meine kleine Eisbärdame ;-)! Mit Baby laufen zu gehen hat zwei enorme Vorteile: man ist zeitlich unabhängig und muss mit dem Laufen nicht darauf warten, bis der Papa heimkommt, um auf den Zwerg zu schauen und es gibt Frischluft für Mutter und Kind! Ich habe zwei Monate nach der Geburt meiner Maus wieder mit dem Laufen begonnen und als sie vier Monate alt war, hat sich für mich erstmals die Frage nach einem Baby-Jogger gestellt! Einer ausführlichen Internet-Recherche durch meinen Mann folgend haben wir uns dann für ein Modell der Marke Jeep entschieden und uns den Flitzer sogleich bestellt. 
Für unsere Auswahl des passenden Modells war ausschlaggebend, dass die Schlauchreifen groß genug sind und das Vorderrad starr ist, wodurch die Spurtreue erhöht wird. Weiters war es uns sehr wichtig, dass der Wagen einen "Babyeinsatz" besitzt und der Zwerg darin nicht nur in Sitzposition, sondern auch in ansatzweiser Liegeposition kutschiert werden kann. Besonders wichtig ist auch ein Weather-Shield, das die kleine Maus nicht nur vor Regen und Schnee, sondern auch vorm - in Wien leider sehr häufigen - eisigen Wind, der sich durch meinen rasanten Laufstil noch ungemütlicher anfühlt - schützt!
Nicht mal eine Woche danach wurde er uns direkt aus Kentucky nach Wien geliefert und da stand er nun - Mausi´s neuer "Laufwagen" ;-)! Eingepackt in einen dicken, warmen Fußsack und angeschnallt, damit sie bei meinem Tempo nicht aus dem Cockpit geschleudert wird, ging es gleich drauf los zur ersten Testfahrt!

Gleich auf den ersten Metern musste ich feststellen, dass der Laufstil mit Baby-Jogger doch ein wenig anders ist. Die größte Umstellung ist, dass man mit den Armen einfach nicht so flexibel ist und nicht so gut "antauchen" bzw. Schwung holen kann, dies vor allem dann, wenn es - so wie beim ersten Teil meiner täglichen Trainingsstrecke - bergauf geht! Sobald es wirklich steiler wird, muss man den Wagen mit beiden Händen anschieben und verliert dadurch eindeutig an Schwung.
Aber sobald man dann auf einer ebenen Strecke oder sogar bergab läuft, unterscheidet sich das Laufen mit Baby-Jogger nicht mehr so sehr vom Alleine-Laufen, wobei vor allem die beim Wagen befestigte Fangschnur sehr nützlich ist, da man diese ganz einfach am Handgelenk einfädelt und somit den Jogger immer "an der Leine" hat und beim Laufen daher ohne Probleme die Hände vom Wagen nehmen kann. Man schiebt den Jogger dann beim Laufen vor sich her und taucht ihn alle paar Schritte mit den Händen kann, kann also die Arme dazwischen ganz normal bewegen, wie man es gewöhnt ist.
Auch die Schritte sind beim Laufen mit Wagen ein bisschen anders als sonst - man macht automatisch etwas kleinere Schritte, weil man die ganze Zeit etwas vor sich hat. Aber der Laufstil ändert sich dadurch nicht wesentlich, vor allem da man bei einem richtigen Baby-Jogger durch den großen Abstand zu den Rädern nie Gefahr läuft, wirklich in den Wagen reinzulaufen.
Insgesamt macht sich für mich beim Laufen mit dem Babyjogger schon ein höherer Anstrengungsgrad bemerkbar, was wohl hauptsächlich an den 20 kg liegt, die ich bei der ersten Hälfte meiner Strecke bergauf schieben muss. Das Mühsal dieser ersten Halbzeit wird aber durch die zweite Hälfte ausgeglichen, in der ich leicht bergab laufe und der Wagen fast ausschließlich von selbst an der Leine vor mir herrollt.
Eine wirkliche Tempobremse bei meinen Läufen mit der Maus, sind die Schnuller-Wiederreinsteck-, die Hirsekringel-Rüberreich-, sowie die Liege-/Sitzpositions-Veränderungspausen, deren Häufigkeit überproportional mit einem Anstieg des Müdigkeits-, Hunger- oder Schlechte-Laune-Levels zunimmt! Im Großen und Ganzen genießen jedoch sowohl meine Maus als auch ich unsere gemeinsame Laufzeit sehr, da es wunderschöne Zeit ist, die wir miteinander verbringen können, da ich das Glück habe, einen Sport zu betreiben, bei dem auch sie Teil davon sein kann! Und die etwas langsamere Pace bei meinen Baby-Laufzeiten wird durch meinen süßen Ausblick beim Laufen mehr als wettgemacht ......
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das Gefährt wird bestimmt auch mal bei einem Wettkampf zum Einsatz kommen. Vielen Dank - den gemeinsamen Spaß beim Laufen haben wir auf jeden Fall! LG Pfiffi