Ein Mann braucht ein Ziel
Erstellt von: Achim Achilles
in Blogs
am 01. Juli 2010
Sonne, Regen, Hagel, Schnee? Achim läuft bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Zum Jahreswechsel, braucht es allerdings ein paar Verhaltensregeln, die unbedingt beachtet werden müssen. Ansonsten droht schleichende Verfettung.
So geht das nicht weiter. Dieser Winter wird grausam, wenn ich so weiter
faulenze. Ein Mann braucht ein Ziel und sei es noch so dämlich. Mona sagt,
ich soll aufhören, mich selbst zu betrügen. Eigentlich sei ich gar kein
Läufer, behauptet meine Gattin und guckt diabolisch gleichgültig mit einem
Schwefelhauch von Spott um die Mundwinkel, um dann ihren Trumpf zu ziehen: Ich sei ja nur ein Gelegenheitsjogger. Eine Weile bin ich zutiefst
beleidigt. Wo kommen wir denn hin, wenn jetzt die Frauen auch noch Recht
haben? Vor lauter Getroffensein kann ich heute nicht zum Training gehen.
Warum auch? Ich weiß ja nicht mal, wofür ich trainieren soll.
Kurz vor Mitternacht sitze ich allein in der Küche. Alle schokoladenen
Eisreste aus dem Kühlfach sind vertilgt, die Pfütze in der Rotweinflasche
macht mich depressiv. Alles macht mich depressiv. Laufen vor allem. Aber
Nicht-Laufen macht mich noch viel depressiver. So unfit wie Mona meint, bin
ich eigentlich gar nicht. Und die paar Kilo zuviel fallen kaum auf: höchstens drei. Oder fünf. Jedenfalls bestimmt nicht mehr als sieben. Letzte Woche bin ich über zehn Kilometer gelaufen, an den beiden Trainingstagen zusammen jedenfalls.
Auweia Achilles, was ist los? Früher ranntest Du 50 bis 70 Kilometer die
Woche. Höchste Zeit für einen Grundsatzmonolog. Es nützt alles nichts mehr.
Keine Ausflüchte, keine Behelfskonstruktionen. Du bist schlecht und faul.
Die Zeit für einen Neustart ist gekommen. Jetzt. Also morgen, am 1. Januar. Obwohl – das sind nur noch sechs Stunden. Sagen wir übermorgen. Oder am Wochenende. Hmmm. Man hat den Neustart noch nicht mal vollzogen, da geht die Drückebergerei schon wieder los. Also gut, keine Ausreden. Morgen früh, halb sieben. Médoc hin, Primitivo her.
Aber wie kann ich verhindern, dass ich in den gleichen Trott von
Lustlosigkeit falle, der mich die letzten Wochen, also eher Monate gefangen
gehalten hat? Wie lauten die Erkenntnisse der letzten Jahre Ausdauersport?
Was sind Achims zehn Gebote? Ich fange an, den Rand der "Zeit" zu
bekritzeln, eine perfekte Zeitung für Notizen. Überall Weißflächen. Punkt
für Punkt fügt sich das Werk zusammen, an das ich mich zu halten jetzt in
diesem Moment wild entschlossen bin.











