"Wandern ist sexy": Unsere Bloggerin Lina Luftig stellt sich vor

Geschrieben von: Lina Luftig
Lina Luftig am Berg

Wandern sei nur was fĂŒr Omas und Opas? Von wegen. Unsere Outdoor-Bloggerin Lina Luftig will mit den Vorurteilen aufrĂ€umen. Sie liebt die Berge und alles, was man draußen in der Natur erleben kann.

Du wanderst? Ja, das machen meine Großeltern auch. Aber das ist doch kein Sport. Kommt man da ĂŒberhaupt ins Schwitzen? Ist das nicht so wie frĂŒher, in der Schule beim Wandertag mit KĂ€sebrot und Gummistiefeln?

Mit diesen und Ă€hnlichen Vorurteilen wird der moderne Wanderer von heute hĂ€ufig konfrontiert, so auch ich. Zugegeben, vor ganz langer Zeit hatte ich Ă€hnliche Gedanken. Mittlerweile lĂ€chle ich nur noch ĂŒber derartige Kommentare von selbsternannten Großstadthipstern, die lieber aufs Laufband gehen und unter Ausschluss von Natur und Spaß ihren Puls zwanghaft in die Höhe treiben.

Gut, „wandern“ klingt irgendwie old school. In der abendlichen After-Work-GesprĂ€chsrunde kommt es irgendwie besser an, wenn man Mountainbiker oder Trailrunner ist. Nicht zuletzt, weil die meisten gar nicht wissen, was das genau ist. Anglizismen klingen aus dem Munde eines anderen einfach immer irgendwie kompetent.

Darf ich vorstellen, ich bin Lina Luftig, hiking girl in MĂŒnchen – klingt irgendwie aufgesetzt. Höchste Zeit also, dem verstaubten Image des zu Fuß gehens eine neue Marschrichtung zu verpassen, ganz ohne Wortneuschöpfung. Ich sage: Wandern ist doch sexy! Ohne wenn und aber.

Wandern als LebensgefĂŒhl der Neuzeit

Warum? Bei nĂ€herer Betrachtung ist wandern mehr als eine Fortbewegungsgangart oder gar bloßer Sport zum Zeitvertreib. Wandern ist zu einem LebensgefĂŒhl avanciert, da es die gerade wieder in Mode kommenden Werte wie Freiheit, Abenteuer, Gemeinschaft und FlexibilitĂ€t zu einem sehr individuellen Ganzen vereinen kann.

Das Wandern, das ich praktiziere hat nichts mit den gehassten WanderausflĂŒgen aus Kindertagen zu tun. Weder die damalige AusrĂŒstung noch die gewĂ€hlten Wanderrouten rund ums heimische Dorf zahlten auf mein heutiges Wanderbild ein. Von Freiheit und Abenteuer keine Spur, retro muss eben doch nicht immer sein.

Aber: Wer sich einmal von den alten Erinnerungen verabschiedet und sich einmal auf das neuzeitliche Abenteuer eingelassen hat, wird bald neue Seite in seiner unmittelbaren Umgebung und auch an sich selbst entdecken. Ganz ohne straffen Trainingsplan, sondern ganz entspannt aktiv.

Wandern in modern – eben doch sexy!

Aktuelle Entwicklungen bestĂ€tigen: Der vermeintliche Retro-Sport boomt. Das hat auch die Sportartikelindustrie erkannt. Der moderne Wanderer von heute geht modisch gekleidet in leuchtendem funktionellen Zwirn auf Wanderschaft. Farbenfrohe, figurbetonte und im Sommer auch mal sehr kurze Beinkleider gibt’s fĂŒr die Damen, sportlich modernes und natĂŒrlich technisches Equipment fĂŒr den Herren. Schon die AusrĂŒstung verleiht dem Ganzen also eine sexy Note.

Was sexy ist, wird auch geshared. So hat das Thema Wandern lÀngst Einzug in die sozialen Netzwerke gehalten: In Communities wie Facebookgruppen oder sogar auf Singlebörsen sind Gleichgesinnte jeder Altersgruppe schnell ausfindig gemacht. Dem Gemeinschaftserlebnis - geplant oder auch spontan - steht dank globaler Vernetzung nichts mehr im Wege.

Dass Wandern ein Ă€ußerst geselliger Sport ist, zeigt sich nicht nur in dem immer grĂ¶ĂŸeren Ansturm auf die traditionellen AlpenhĂŒtten. Auch sprießen organisierte Wanderevents fĂŒr jung und alt immer mehr aus dem Boden. Touren- und Erlebnisberichte auf zahlreichen Blogs im Netz inspirieren Wander-Newbies, so wie mein Blog Lina Luftig.

Was die unkomplizierte Gangart so massentauglich und attraktiv macht ist die FlexibilitĂ€t und Vielfalt: Ich kann ĂŒber meine physischen und psychischen Grenzen gehen, mich mit anderen messen und ehrgeizige PlĂ€ne verfolgen. Ich kann aber auch ganz gechilled einen ruhigen Ausgleich ganz im Sinne der vielzitierten Work-Life-Balance finden.

Wandern – Ausgleichssport auch fĂŒr LĂ€ufer

Um eines ganz deutlich zu sagen – mit Wandern ist hier nicht das Flanieren ĂŒber die Mönckebergstraße gemeint oder eine halbe Stunde Nordic Walking, bei dem die Stöcke in seltsamen Winkel hinterhergezogen werden. Nein, fĂŒr mich zĂ€hlen ein flottes Tempo, unwegsames oder zumindest unterschiedliches GelĂ€nde und möglichst Höhenmeter sowie eine Mindestsportzeit von zwei bis drei Stunden. Ist natĂŒrlich alles Definitionssache, aber so sieht meine aus.

Ich liebe das einzigartige Naturerlebnis, bei dem ich meinen Puls krĂ€ftig spĂŒre. Trotzdem ist dieser Sport sehr Gelenkschonend und somit auch beispielsweise als Ausgleichssport fĂŒr LĂ€ufer geeignet, die einen aktiven Ruhetag einlegen wollen.

Das Beste ĂŒberhaupt: Wandern ist nicht nur sexy sondern macht dabei auch noch attraktiv und das ganz nebenbei. Die Konturen werden straffer, der Hintern knackiger. Das LĂ€cheln im Gesicht wird breiter, man wirkt zufriedener. GlĂŒcklich macht diese Bewegungsform ohnehin, das ist sogar wissenschaftlich bewiesen.

Wenn das keine GrĂŒnde sind, alle verstaubten Vorurteile fĂŒr einen Moment einzumotten um doch mal einen Blick auf den nĂ€chsten Gipfel zu riskieren. Oder meinetwegen auch ĂŒber die nĂ€chste Deichkuppe.

 

Lina-Luftig-PortraitZur Autorin: Lina Luftig, um die 30, gebĂŒrtiges Nordlicht, hat die frische Ostseebrise gegen MĂŒnchner Biergartenkultur eingetauscht. Sie ist Workaholikerin, die ihren Ausgleich draußen in der Natur sucht. Sie wĂŒnscht sich Outdoorbekleidung, die möglichst nicht nur funktional ist, sondern auch endlich mal nach was aussieht. Man weiß schließlich nie, wer einem so ĂŒber den Weg lĂ€uft, wĂ€hrend man total schmutzig mit vom Wind zerzausten Haaren den Berg hinaufschnauft.
Mehr auf ihrem Blog: linaluftig.de

 

 

 

Fotostrecke: Wandern ist sexy