Alpen├╝berquerung: 10 Dinge, die ich gelernt habe

Geschrieben von: Lina Luftig

Lina Luftig hat die Alpen zu Fu├č ├╝berquert. Auch wenn es nicht ihre erste Wanderung war, hat sie doch wieder etwas mitgenommen: Erfahrung, Erlebnissen, zu gut deutsch: Learnings. 10 Dinge, die Lina Luftig aus den Alpen mitgenommen hat.

1. Der fr├╝he Vogel f├Ąngt die Ruhe am Morgen

Das Einzige, was mich genervt hat, war das Gewurschtel am fr├╝hen Morgen in den H├╝tten auf engstem Raum. Man konnte die Uhr danach stellen: Ab halb f├╝nf hat irgendwer in seinen Sachen gekramt. Das perfekte Mittel dagegen: Selbst fr├╝h aufstehen, dann ist man vor dem gro├čen Krabbeln fertig und einer der ersten auf dem Weg.

2. Der fr├╝he Vogel f├Ąngt au├čerdem manchmal den Steinbock

Das fr├╝he Aufstehen wiederrum hat den Vorteil, dass man manchmal so ein Gl├╝ck wie wir hat und Tiere bei ihrem Morgenritual beobachten kann. Einfach unbezahlbar.

3. Grundkenntnisse im Tapen sind sehr von Vorteil

Auch ein lustiges Ph├Ąnomen morgens: Nach dem Fr├╝hst├╝ck ging das gemeinschaftliche Kleben und Pflastern los. Meistens hat man dann mittags dieselben Leute gesehen, die nochmal nachkleben mussten. Kleiner Tipp: Mit Tape h├Ąlt die ganze Sache auch bei Bewegung felsenfest.

4. Frische Sportsachen werden wirklich ├╝berbewertet

Der erste Tag ist der Schlimmste, schlie├člich l├Ąuft man hier das erste Mal nassgeschwitzt durch die Gegend und fragt sich die ganze Zeit, ob Deo und Funktionsshirt halten, was sie versprechen. Die Gedanken l├Âsen sich aber sp├Ątestens auf, wenn man die anderen Wanderer in der H├╝tte beim Schuhe-Ausziehen erwischt. Ne, wir haben da echt wie duftende Veilchen gerochen.

5. Der Weg ist immer das Ziel

Der E5-Wanderweg war eine sch├Âne ├ťbung einfach den Moment zu genie├čen. Der Gedanke an die neun Stunden entfernt liegende H├╝tte ist jetzt wirklich nicht motivierend. Wer sich an der Umgebung freut, ├╝ber die Weggesellen und dann letztlich ├╝ber das Ziel hat viel mehr vom Tag und merkt gar nicht, welche gro├čartige sportliche Leistung er ganz nebenbei vollbracht hat.

6. Die Luftlinie ist nicht zum Kalkulieren der verbleibenden Wegzeit geeignet

Auch sollte man die Wegzeiten nicht zu knapp kalkulieren. Sieht man die H├╝tte oder den Stausee bereits, sind es mindestens immer noch eine halbe Stunde, keine f├╝nf Minuten. Hier hat dann Learning Nr. 5 wieder geholfen, um auch die Motivation auf den letzten Metern nicht zu verlieren.

7. Wenn dein K├Ârper was braucht, sagt er es dir laut und deutlich

Auch sehr spannend ÔÇô du konzentrierst dich den ganzen Tag auf den Weg und das Ziel und h├Ârst viel mehr auf deinen K├Ârper. Zwicken, Ersch├Âpfungen, Hunger, Durst ÔÇô nehmen wir besser wahr und k├╝mmern uns auch gleich drum, schlie├člich m├╝ssen wir noch ankommen. Da frag ich mich, warum wir das sonst nicht tun und erst auf einen Burn-out warten, um uns wieder um uns selbst zu k├╝mmern.

8. Gemeinsame Fernwanderungen sind super als Freundschaftscheck

Wir waren ein super Gespann und planen schon die n├Ąchste Tour. Ganz einfach ist es trotzdem nicht, hat doch trotzdem jeder sein Tempo, seine pers├Ânlichen Vorlieben (viele Fotos vs. keine Fotos machen zum Beispiel). Sp├Ątestens auf so einer Tour merkt man, ob's passt oder vielleicht doch nur in der Stadt geht.

9. Der K├Ârper kann mehr, als man ihm zutraut

Der Mensch ist per se ein Lauftier, kein Schreibtischhocker. Daher trauen wir uns k├Ârperliche Anstrengungen oft gar nicht zu. Totaler Quatsch und meistens nur Kopfsache. Mein innerer Schweinehund hat h├Ąufig gebellt, dass er eigentlich nicht mehr mag. Da hab ich ihm einfach gesagt, er soll sich die sch├Âne Umgebung anschauen und einfach weiterlaufen, tut ja nichts weh. Das hat er dann auch getan.

10. Fernwandern ist besser Gewichtestemmen

Ich hatte Spa├č, bin jeden Morgen fr├Âhlich losgelaufen und habe den Weg genossen. Nach der Eingew├Âhnungsphase hat das auch mein K├Ârper bemerkt ÔÇô und sich darauf eingestellt. Momentan kann sich mein Hintern wirklich sehen lassen, auch der Bauch ist trotz K├Ąseomelett flacher geworden.

So muss das sein. Ich sehe nach meinen Urlauben immer fitter als, als wenn ich im Winter vergeblich versuche, im Fitnessstudio in Form zu kommen. Das macht mir einfach keinen Spa├č ÔÇô auch das merkt offensichtlich mein K├Ârper.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mit freundlicher Unterst├╝tzung von:

 leki-logo 

 ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lina-Luftig-PortraitZur Autorin: Lina Luftig, um die 30, geb├╝rtiges Nordlicht, hat die frische Ostseebrise gegen M├╝nchner Biergartenkultur eingetauscht. Sie ist Workaholikerin, die ihren Ausgleich drau├čen in der Natur sucht.

Sie w├╝nscht sich Outdoorbekleidung, die m├Âglichst nicht nur funktional ist, sondern auch endlich mal nach was aussieht. Man wei├č schlie├člich nie, wer einem so ├╝ber den Weg l├Ąuft, w├Ąhrend man total schmutzig mit vom Wind zerzausten Haaren den Berg hinaufschnauft. Mehr auf ihrem Blog: linaluftig.de und ihr Outdoor-Blog: Freiluft auf Achim Achilles.de.

 

Das k├Ânnte dich auch interessieren:

├ťber die Alpen: Gewitterwolken, Bettenlager und Panoramablick

Vor der Alpenwanderung: Zu Fu├č ├╝ber die Alpen - warum ├╝berhaupt?

Linas Wander-Outfit: Jedes Gramm z├Ąhlt