Trekking-AusrĂĽstung: Was tun, wenn die Wanderlust kommt?

Geschrieben von: Hans Forster

Ob man nun eine ausgedehnte Trekking Tour plant oder nur gelegentlich in der freien Wildbahn wandern gehen will: Die Kleidung und die AusrĂĽstung entscheiden darĂĽber, ob man die Tour in vollen ZĂĽgen genieĂźen kann. Worauf kommt es bei der Equipment-Wahl wirklich an?

Das richtige Outdoor Equipment

Auf der Suche nach dem richtigen Outdoor Equipment muss er oder sie aber nicht ausschlieĂźlich nach renommierten Markennamen Ausschau halten. Hier ein paar Tipps, worauf es wirklich ankommt und wann man welches Equipment braucht.

Von der FuĂź- bis zur Nasenspitze

Je länger und anspruchsvoller die Tour wird, desto höher sind die Anforderungen an die Outdoor-Ausstattung. Vom Schuhwerk und den Socken bis zur Mütze, vom Rucksack und der Isomatte bis zum Zelt sowie dem Schlafsack: Der Teufel steckt im Detail. Dazu müssen wir auch das Gewicht von Klamotten, Rucksack & Co. möglichst gering halten. Die folgenden Punkte sollten wir also stets im Vorfeld berücksichtigen.

Darauf mĂĽssen wir achten!
- GroĂźe Tour oder kleine Tour?
- Das Fundament: Wanderschuhe, Outdoor Boots & Sandalen
- Die erste Zwiebelschicht: Unterwäsche & Shirts
- Zwiebelschicht Nr. 2: Fliesjacken, Oudoor-Hosen & Co.
- Gegen die grobe Kälte: Softshell-Jacken
- Zubehör & Extras

Einfache Wanderung oder groĂźe Tour?

Bei kleineren Touren reichen flache Trekkingschuhe und bequeme sowie atmungsaktive Kleidung (s. unten) häufig schon aus. Günstige Outdoor-Rucksäcke für die Verpflegung und ggf. für Wechselklamotten gibt es schon ab 30 – 40 € von Deuter, McKinley u.v.m.

Bei Tagestouren beginnt dann für viele aber auch schon die Rechnerei bzgl. des Gewichts. Wenn der Rucksack zu schwer oder die Ladung ungleichmäßig verteilt ist, kann so eine Wanderung zu einer Tortur werden. Selbst wenn Kraft und Ausdauer kein Problem sind, spielt ja auch der Komfort häufig eine große Rolle. Zudem darf das Wetter nie unterschätzt werden und vielleicht ist auch noch weiteres Equipment im Gepäck (Kamera, Fernglas, Navigationsgerät etc.).

05Bei mehrtägigen Touren ist eine optimale Vorbereitung nötig (Foto: Intersport)

An dieser Stelle können also Packlisten von Outdoor-Blogs und Magazinen bereits eine große Hilfe sein. Bei mehrtägigen Touren ist zudem schon viel Erfahrung für eine optimale Vorbereitung nötig – Packlisten reichen hier nicht mehr aus. Die Strecke, das Gelände (Untergrund, Steigung / Gefälle) sowie das Wetter variieren häufig sehr stark. Zeltplätze bzw. Unterkünfte müssen bei der Routenplanung berücksichtigt werden und die komplette Ausrüstung muss auf alle Anforderungen optimal ausgerichtet sein.

Zuerst das Fundament: Outdoor Schuhe, Stiefel & Co.

Wir kommen immer nur so weit, wie die Füße uns tragen. Für mehr oder minder befestigte Wege und relativ ebenes Gelände gibt es Wanderschuhe mit niedrigem Schaft, bei denen die Sohlen und das Obermaterial optimal auf Wanderungen am Wochenende und im Urlaub ausgerichtet sind. Hier gibt es bereits relativ günstige Modelle ab ca. 40 €, beispielsweise von CMP und McKinley. Diese sind robust und wasserabweisend, erfüllen also die Mindestanforderungen an solide Wanderschuhe.

Firmen wie Salomon und Salewa haben wiederum ausgetüftelte Modelle im Sortiment, die mit minimalem Gewicht, traumhaften Passformen und besonders atmungsaktiven High-End-Materialien zu begeistern wissen. Diese kosten dann aber auch 120 – 150 €. Diese Schuhe sollten also auch wirklich zum Einsatz kommen, damit der hohe Preis sich auszahlt.

01Wir kommen immer nur soweit wie die FĂĽĂźe uns tragen (Foto: Intersport)

Im mittleren bis oberen Preissegment sind zudem noch Adidas und Jack Wolfskin zu nennen. Letztlich entscheiden die Passform und der persönliche Geschmack über den individuell passenden Schuh. In rauherem Gelände und bei schwerem Rucksack müssen wir aber unbedingt unsere Sprunggelenke stabilisieren. Daher kommen bei solchen Touren nur richtige Outdoor-Boots in Frage.

Natürlich muss ich an dieser Stelle auch die Trekking-Sandalen erwähnen. Während diese von der Mode häufig geächtet werden, sind sie in der Praxis tatsächlich eine sehr luftige und damit attraktive Alternative zu geschlossenem Schuhwerk – wenn die Route es zulässt. Auf unebenen Wegen ist das Verletzungsrisiko natürlich zu groß. Mit 30 – 60 € sind die Sandalen für Wanderungen im Sommer definitv eine Überlegung wert.

Unterwäsche & Shirts: Das Zwiebelprinzip – Teil 1

Direkt auf der Haut liegend, müssen wir uns bei unseren Outdoor-Touren in den Socken, Slips, Shorts und Unterhemden natürlich wohl fühlen. Gleichzeitig muss die Reibung auf ein Minimum reduziert und die Freuchtigkeit vom Körper wegtransportiert werden. Polyester und Kunstfasern sind hierzu optimal geeignet und entsprechend hochwertige Funktionswäsche kostet heute auch zum Glück nicht mehr die Welt.

Im Sommer reicht dann auch schon ein atmungsaktives und bequemes Shirt, das den Oberkörper wärmt und gleichzeitig die Feuchtigkeit nach außen transportiert. Wenn die Temperaturen weiter sinken, sollte die nächste Schicht aufgetragen werden.

Das Zwiebelprinzip – Teil 2: Fleecejacken, Hosen & Co.

Pullover, Fleece-Jacken etc. bestehen schon aus etwas dickerem Material, sodass der Körper schön warm gehalten wird. Dennoch muss auch hier der Schweiß nach außen geleitet werden. Baumwolle ist also denkbar schlecht geeignet, weil die Feuchtigkeit gespeichert wird, was sowohl zur Auskühlung als auch zu einem höheren Gewicht führt. Bei kurzen Hosen und langen Wanderhosen ohne Fütterung gilt, in leicht abgewandelter Form, das gleiche Prinzip.

02Outdoor Jacken sind wichtig, können aber teuer sein (Foto: Intersport)

Wenn eine lange Unterhose und eine Wanderhose nicht mehr ausreichen, bewegen wir uns in den Bereich der mehrlagigen Hosen (Softshell-Prinzip). Im Grunde wird dieser Bereich von den Skihosen mit abgedeckt. Spätestens hier wird klar, dass die Materialzusammensetzung sowie die praktischen Details (Taschen, eingenähter Windschutz usw.) zu erheblichen Preisunterschieden führen. Von 20 – 200 € – teilweise sogar noch weit darüber hinaus – ist alles möglich.

Outdoor Jacken: Das Zwiebelprinzip – Teil 3

Wenn die Temperaturen zu sehr abnehmen, reichen Shirts und Fleece-Jacken nicht mehr aus. Mittlerweile haben sich Softshelljacken bei fast allen Oudoor-Marken durchgesetzt. Allerdings unterscheiden sich die Materialen von Hersteller zu Hersteller teils in sehr in groĂźem AusmaĂź.

In meist 2 oder 3 atmungsaktiven Schichten werden Kunstfasern oder auch Laminatemverschiedener Dicke und nach unterschiedlicher Bearbeitung kombiniert. Die Preisspanne ist auch in diesem Bereich riesig. Wir sollten uns also im Vorfeld unserer Tour unbedingt genau überlegen, was wir brauchen – und was nicht. Wenn es um Outdoorkleidung geht, kann man nämlich ganz schnell ein kleines Vermögen ausgeben.

Outdoor Zubehör & Extras

Wenn die Wahl bzgl. der Schuhe und der Kleidung getroffen wurde, sind viele Wanderfreunde schon fertig versorgt. Wer aber längere Touren bestreiten möchte, gerät an dieser Stelle erst so
richtig ins GrĂĽbeln.

04Wanderstöcke stabilisieren das Gleichgewicht (Foto: Intersport)

Wanderstöcke stabilisieren in unwegsamem Gelände das Gleichgewicht und ermöglichen eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung. Bei Teleskop-Stöcken kann zudem die Länge variiert werden, sodass wir uns bergauf, bergab sowie im Gebirge optimal auf unseren Untergrund einstellen können. Aluminium und Carbon sind die beliebtestesten Materialen, preislich bewegen wir uns zwischen ca. 20 € und 100 €.

Je länger der Trip, desto größer und ausgereifter muss der Rucksack sein. McKinley bietet preisgünstige Einsteiger-Modelle (ab 30 €), während Firmen wie Deuter, Vaude, Tatonka, Jack Wolfskin & Co. sich auf höher entwickelte Modelle im mittleren bis gehobenen Preis-Segment spezialisierten (60 – 170 €). Spitzen-Modelle können tatsächlich auch 200 – 500 € kosten.

Der Outdoor-Rucksack muss zu unserer Anatomie passen (z.B. haben Frauen in der Regel einen kürzeren Rücken), für uns speziell eingestellt und intelligent gepackt werden. Nur so werden auch besonders lange Outdoor-Touren ein Erfolg. Mit diversen Taschen und Befestigungsmöglichkeiten für Wanderstöcke, Isomatten oder das Handy, ist der Rucksack ein zentraler Bestandteil unserer Trekking-Ausrüstung.

08Zelte und Schlafsäcke sind sorgfälltig auszuwählen (Foto: Intersport)

Bei Schlafsäcken ist es fundamtental wichtig, dass man sich im Vorfeld des Trips bewusst macht, mit welchen Temperaturen nachts zu rechnen sind! Andernfalls schwitzt oder friert man ggf. die ganze Nacht – was auch einen ansonsten wundervollen Trip ruinieren kann. Während Outdoor-Schlafsäcke, die uns maximal bis zum Gefrierpunkt warmhalten, schon für 30 – 100 € zu haben sind, kosten Schlafsäcke für den Minusgrade-Bereich schnell mehrere hundert Euro. Deuter, Vaude und The North Face haben sich nach meiner Erfahrung in der Praxis am meisten bewährt.

Wenn man nicht gerade unter freiem Himmel schlafen möchte, muss schließlich noch ein Zelt angeschafft werden. Hier gilt im Prinzip dasselbe wie bei den Schlafsäcken, nur mit dem Unterschied der wesentlich höheren Preisspanne. Vaude und Jack Wolfskin spielen auch in dieser Disziplin ganz vorne mit. Es gibt aber auch eine Reihe weiterer Anbieter.

Fazit

Die optimalen Schuhe sowie mehrere Schichten atmungsaktiver Kleidung sind das A und O – sowohl für kleinere Wandertouren als auch für mehrtägige Trips. Wer größere Touren plant, muss einerseits bei Wanderschuhen und Outdookleidung schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Andererseits kommt mit Rucksack, Wanderstöcken, Isomatte, Schlafsack etc. noch einiges an Ausrüstung dazu, was eine noch bessere Vorbereitung erfordert – und meist auch mit entspechend hohen Investitionen verbunden ist.

Salomon, Salewa und McKinley hinterließen bisher bei mir den besten Eindruck, wenn es um Wanderschuhe geht. Bei den Outdoor-Stiefeln ist zudem die Firma Lowa nicht umsonst seit Jahren eine feste Größe.
Bei den Oberteilen, Jacken und Hosen begeistern mich vor allem die Marken CMP, Salewa und Jack Wolfskin. Die beste Auswahl an Outdoorrucksäcken (auch speziell für Frauen) bietet meiner Meinung nach Deuter. Weitere feste Qualitätsgrößen sind Vaude und Jack Wolfskin.

 

Zur Person: Hans Forster ist Geschäftsführer der INTERSPORT Forster GmbH. Er steht seinen Kunden als Fachberater seit vielen Jahren zur Seite, kennt als DSLV-Skilehrer er alle Skier und Snowboards und begeistert sich für Klettern, Biken und Bergsteigen.

 

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