Bodyanalyzer-Waage Tanita BC-601 im Test

Geschrieben von: Jörg Donner

Sich auf die Waage zu stellen, ist meist so angenehm, wie ein Zahnarztbesuch. Mit dem digitalen „Body Analyzer" BC-601 von Tanita ist das Ergebnis zwar genauso ernüchternd wie auf einem 20 Jahren alten Analoggerät, aber immerhin lernt man dabei was dazu. Manchmal mehr, als einem lieb ist.

Mein Viszeralfettanteil ist im grünen Bereich. Das ist total beruhigend. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass ich bis vor ein paar Wochen noch nicht mal wusste, dass ich „Eingeweidefett" (so steht's bei Wikipedia) habe. Bis dato bestand mein Gewicht aus einer einzigen Zahl: Der mechanischen Anzeige auf einer 20 Jahren alten Waage, die meine Frau in die Ehe mitgebracht hat und die seitdem ihr Leben unter dem Badezimmer-Waschbecken fristet (also die Waage, nicht meine Frau).

Kein Vergleich also mit dem "Body Analyzer BC-601" von Tanita, sozusagen dem Rolls Royce unter den Körperanalyse-Waagen, der mit rund 170 Euro etwa zehn Mal so viel kostet, wie handelsübliche Gewichtsmesser. Und eben dieses Gerät steht seit kurzem direkt neben meinem grünen Oldtimer im Bad.

Funktionen: "Wert"-volle Waage

Allerdings spielt die BC-601 in einer völlig anderen Liga. Denn während schnöde Waagen lediglich das Gesamtgewicht anzeigen, misst das High-Tech-Gerät gleich eine ganze Reihe an Werten. Angefangen beim

  • Körperfettanteil (bei mir etwas zu viel), über den
  • Body-Mass-Index (gerade noch im grünen Bereich), den
  • Wasseranteil im Köper (58,9 Prozent nun gut oder schlecht?) und die
  • Muskelmasse (fragt nicht) bis hin zu eben jenem
  • Viszeralfettanteil, der bei mir mit sechs Kilo im grünen Bereich liegt.

Aha.

Handhabung: Wie ein Flugsimulator

All das erfährt man, nachdem man für etwa 20 Sekunden mit nackten Füßen auf den Elektroden im Korpus der Waage stand und mit den Händen den Griff umschlossen hat, der an einem Kabel aus dem Gerät gezogen wird. Meine erste Befürchtung, dass sich die dünne Verbindung schon bei der dritten Wiegung verabschieden würde, hat sich nicht bestätigt. Insgesamt macht die Hardware einen soliden Eindruck.

Zieht man die Griffe aus dem Gerät, fühlt sich das beim ersten Mal noch ein bisschen so an, als würde man einen abgefahrenen Flugsimulator besteigen oder ein neues Autorennspiel auf der Playstation ausprobieren.

Bevor es losgeht, muss man noch ein paar Werte eingeben. Etwa sein Alter, die Größe und das Geschlecht. Nur dann berechnet die Waage die Werte richtig. Auf vier Stationstasten lassen sich die Personendaten hinterlegen, etwa für andere Familienmitglieder. Gäste können ebenfalls das volle Programm absolvieren, müssen aber jedes Mal die Basisdaten neu eingeben.

Spezial: Import und Trainingstagebuch

Ein paar Piepser und ca. 15 Sekunden später leuchten auf der Digitalanzeige dann diverse Werte auf. Etwa, welchen Anteil der linke Arm am Gesamtgewicht hat. Gut, das ist eine Info, die man als Normalsterblicher nicht unbedingt zum Leben braucht. Für richtige Sportler kann das aber durchaus interessant sein.

Vor allem deshalb, weil auf der SD-Karte, die in der BC-601 steckt, sämtliche Messewerte inklusive Datum und Uhrzeit gespeichert werden. Auf der Seite von Tanita kann man sich dann in sein persönliches Fitnessportal einloggen und seine Daten hochladen.

Auch Werte aus Pulsmessern verschiedener Hersteller lassen sich importieren. So bekommt man nach und nach ein Trainingstagebuch, das sich grafisch oder tabellarisch darstellen lässt. Offline ist das Programm leider nur für den PC erhältlich. Ein mittelschweres Manko: Weil man seine sportlichen Aktivitäten manuell erfassen muss, taugt das Tagebuch höchstens für Freaks.

Fazit: Körperwaage für Zahlenverliebte

Die Personenwaage von Tanita liefert umfangreiche Körperanalyse-Daten. Für meine Begriffe, mehr, als man wirklich benötigt. Ich jedenfalls bin mit meinen diversen Fitness-Apps im Smartphone besser bedient. Für das beruhigende Gefühl, beim Eingeweidefett im grünen Bereich zu sein, taugt der Body Analyzer von Tanita aber allemal.

Daten: Bodyanalzyer Tanita BC-601

Gewicht: 2,9 Kilo

Kapazität: bis zu 150 Kilo

Lieferumfang: SD-Karte

Stromversorgung: Batterie (4 x Mignon)

Preis: rund 160 Euro

Bestellbar unter anderem bei amazon.de | redcoon.de | fitnessdigital.de

 

jorg-donner-portrait-kZum Autor: Jörg Donner. Stand vor zwei Jahren noch auf Kriegsfuß mit dem Laufsport, bis der Arzt ein Schnitzelverbot aussprach. Bereitet sich jetzt auf seinen dritten Halbmarathon vor, Zielzeit unter 110 Minuten.

Technische Unterstützung ist dabei immer willkommen, solange sie funktioniert. Läuft niemals ohne Musik im Ohr und investiert deshalb mehr Geld in Kopfhörer und Gadgets als in ordentliche Laufschuhe. Dafür büßt der Familienvater regelmäßig mit Schmerzen.

 

 

Fotos Tanita BC-601

 

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