Musik im Sport: Taktgeber und Therapeut

Kategorie: Lauf-Training
Geschrieben von: David BedĂĽrftig

Jede Sportart hat einen eigenen Rhythmus. Eine eigene Musik. Rhythmen, Klänge und Frequenzen lösen in Athleten Erstaunliches aus: Sie ermöglichen bessere Leistungen, mindern Ängste – und lassen sogar Schmerzen verschwinden.

Bumm-bumm-bumm. Schon auf den Galeeren des alten Roms waren sie von großer Bedeutung: Die Trommler. Taktgeber, die die Armbewegungen der Männer an den Rudern in Einklang bringen. Auch heute gibt es bei den Sportruderern immer einen Schlagmann. Musik kann aber mehr als nur den Rhythmus vorgeben.

Musik als Leistungspusher

Wer joggt heute noch ohne Stöpsel in den Ohren oder Kopfhörern auf dem verschwitzen Haupt? Besonders beim Laufen eignet sich Musik optimal als Taktgeber, weil die Bewegungen immer gleich bleiben. Sie hilft Läufern, ihre Schritte synchron zu den Songs und somit immer im gleichen Tempo auszuführen.

Musik pusht. Und kann sogar die sportliche Leistung verbessern, das zeigen wissenschaftliche Studien. Besonders, wenn die Songs vom Sportler selbst gewählt werden. Denn Lieblingslieder sorgen fĂĽr gute Laune. Die macht das ein oder andere Wehwehchen während der Ăśbungseinheiten schon mal vergessen und hilft, höhere Level zu erreichen.

Wir haben mal ein bisschen recherchiert – auf dem Entertainment-Portal Juke mit 40 Millionen Songs wird man schnell fündig in Sachen Lieblingsmusik. Nur welcher Song passt zu welchen Übungen?

Beim Aufwärmen und Dehnen empfiehlt sich natürlich ein langsamerer Takt (etwa 120 Beats per Minute, BPM, z.B. Carly Rae Jepsen mit „Call me Maybe“) als bei Kraftübungen oder intensivem Lauftraining (160-180 BPM, zum Beispiel Ray Charles mit „Get on the right track“). Einfache Formel: Je schneller du unterwegs bist, desto größer darf deine BPM-Anzahl sein. Einfach mal durchprobieren. Das Musik-Genre? Je nach Fasson. Für die Ruhephasen sollten sich aber auch ein paar Lieder von den verstaubten Kuschelrock-Alben auf der Playlist befinden.

Läufer trainieren gerne zu 180 BPM. Aber Songs mit genau dieser Schlaganzahl zu finden, ist gar nicht so einfach. Zeit für eine 180-BPM-Läuferliste (bei 90 BPM läuft der Körper automatisch doppelt darauf, so, dass es dann 180 Steps-per-Minute sind):

Achilles’ 180-BPM-Läuferliste

 Juke playlist

(Neben Filmen, Serien, E-Books, Games und Software findet man auf Juke alle Musik, die das Herz begehrt.)

 

Wem diese Songs nicht gefallen, der darf gerne seinen eigenen Lauf-Song schreiben. Wie dieser Musiker, der extra fĂĽr Läufer ein Lied mit exakt 180 BPM aufnahm. 

Musik als Mentaltrainer

Manche Lieder haben einfach dieses besondere Etwas. Sie sind episch, sie machen große Momente noch größer. Diese Songs nutzen Sportler gerne, um sich unmittelbar vor dem Wettkampf einzustimmen. Sich heiß zu machen.

Natürlich gehen auch hier die Geschmäcker auseinander. Unvergesslich (wenn auch schmerzhaft pathetisch) sind trotzdem: „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo, in der Kabine der Fußballnationalmannschaft (in Person von Gerald „DJ“ Asamoah) beim Sommermärchen der Heim-WM 2006 aufgelegt.

Und die Hymne des „Gentleman“: Henry Maskes Einlauflied „Conquest of Paradise“.

Manch einer benutzt Musik als reine Ablenkung, um den Kopf auf andere Gedanken zu bringen, bevor es richtig losgeht. Für andere sind musikalische Klänge Teil ihrer mentalen Vorbereitung. Um alles um sich herum zu vergessen, um sich hundertprozentig auf den Wettkampf zu konzentrieren.

Egal wie man es hält: Musik kann so manchem Mentaltrainer das Wasser reichen.
Vor dem nächsten Waldlauf also einfach mal ein paar epische Hymnen auflegen – und schon schwebt ihr über Stock und Stein.

Musik als Therapeut

Etwas manifestierter wird Musik in verschiedenen Profisportbereichen als Therapeut benutzt. Um Stress zu regulieren und die Entspannung und Ausgeglichenheit zu fördern.

Mit Hilfe des Musiktherapeuten Ulrich Conrady erlebte Deutschland 2007 im Handball sein zweites Sommermärchen. Conrady half den Nationalspielern mit einem Konzept aus das Nervensystem stimulierenden Tönen und speziellen Schallwellen, ihre Emotionen zu beherrschen und der Mammutaufgabe WM im eigenen Land positiv entgegen zu blicken. Direkt nach den Spielen etwa bekamen die Sportler zur Entspannung klassische Musik auf die Ohren. So überwand das Team Ängste und Stress und holte mit konzentrierten Leistungen den WM-Titel.

Das Konzept machte von sich reden, sodass der VfL Wolfsburg es in der Saison 2008/09 in der Fußballbundesliga anwandte – und prompt deutscher Meister wurde. Anschließend feierten die Skispringer Österreichs mit dem Musiktherapeuten viele Erfolge.

Nach dem Abendlauf aber erst mal duschen, bevor ihr „Eine kleine Nachtmusik“ auflegt und euch ins Land der Träume verabschiedet.

Musik als Trainingselement

In Aerobic-, Zumba- und selbst Yoga-Kursen werden spezielle Songs gerne als anleitende Rhythmus- und Bewegungslinie gebraucht. Mit Hip-Hop-Beats hält man sich zum Beispiel super fit, einmal mittanzen bitte.

Und wenn ihr am Abend noch nichts vor habt: Schnappt euch eure Liebsten fĂĽr ein Stelldichein mit Ball, denn auch in Spielsportarten kann man Musik als koordinativen Taktgeber verwenden.

 

Einer der um die Kraft der Musik im Training weiß, ist der so geniale wie kauzige Entdecker und Trainer Dirk Nowitzkis, Holger Geschwindner. Er weckt die Jugendlichen in seinen Basketball-Camps mit sanften Klängen und veranstaltet frühmorgendliches, durchaus gewöhnungsbedürftiges Aufwärmtanzen.

Und er geht noch einen Schritt weiter: Seine Schüler lehrt er, mit dem Basketball zu Gitarrenmusik zu dribbeln und zu tanzen, so dass das Aufprallen der Bälle auf einmal selbst zu einem Musikrhythmus wird. Verrückt aber wahr: Zum Abschluss kommt sogar noch eine Opernsängerin hinzu.

Ihr müsst ja nicht gleich ein Orchester zum nächsten Volkslauf mitbringen, aber amüsant wäre das sicher. Ob konventionell oder experimentell: Musik und Sport, das passt einfach.

 

Das Entertainmaint-Portal Juke wurde von Stiftung Warentest mit einer 1,8 bewertet und ist somit Testsieger unter den Musikstreaming-Diensten 2016. Die groĂźe Auswahl von 40 Millionen Songs und der gute Kundenservice gaben den Ausschlag. www.juke.com

 

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