Was macht 1 gutes Laufband aus?

Kategorie: Lauf-Training

Die Laufband-Auswahl ist in den letzten Jahren deutlich grĂ¶ĂŸer geworden. Damit ihr nicht schon beim Kauf ins Schwitzen kommt, hat unser Autor Namri ein paar Merkmale zusammengestellt, die ein gutes Laufband ausmachen.

Basics

Ein Laufband muss eindeutig markierte Knöpfe haben, die auch beim Laufen gut erreicht und bedient werden können. Klingt logisch, aber schon das kriegen nicht alle GerĂ€te hin. Und es nervt gewaltig, wenn bei laufendem Betrieb die Knöpfe nicht mehr auf eure schweißverschmierten Finger reagieren. Oder der Not-Aus-Schalter so weit von euch entfernt ist, dass ihr ihn nicht problemlos erreichen könnt.

Haltegriff

Anfangs verstand ich nicht so recht, was das GelĂ€nder eines Laufband kann außer, dass man sich im Notfall daran festhalten kann. Das kann man zwar machen, aber prinzipiell halte ich es fĂŒr sicherer den Notausschalter zu ziehen. Trotzdem verwende ich das GelĂ€nder regelmĂ€ĂŸig.

Wenn ich mich bei laufendem Betrieb mit einem Handtuch abtrockne oder aus der Trinkflasche trinke, halte ich mich mit der anderen Hand am GelÀnder fest.

Not-Aus-Schalter

Egal wie erfahren man bei der Laufbandnutzung ist, es ist gut zu wissen, dass man in einem Notfall das sich schnell drehende Band mit einer kurzen Bewegung zum Stillstand zwingen kann. Deshalb sollte jedes gute Laufband einen leicht erreichbaren Notknopf haben.

Ich rede nicht vom regulĂ€ren Stop-Knopf. Ein gutes GerĂ€t hat einen magnetischen Kontaktknopf an dem eine Schnur oder Ă€hnliches angebracht ist, der mĂŒhelos vom GerĂ€t abgezogen werden kann. Et voilĂ , das Laufband bleibt fast schlagartig stehen.

Ausreichende Motorleistung

Das GerĂ€t muss den AnsprĂŒchen der LĂ€ufer genĂŒgen. Man muss sich vergegenwĂ€rtigen, dass nicht alle GerĂ€te alles können. Gemein haben sie, dass sie alle ein sich bewegendes Laufband haben, aber sich durchaus stark voneinander unterscheiden in Punkto Motorleistung, StabilitĂ€t und DĂ€mpfung (Hallo Nachbar!).

Letzen Endes hĂ€ngt davon ab welche maximale Geschwindigkeit auf dem jeweiligen GerĂ€t gelaufen werden kann. Und wenn auch mal schnelle Einheiten oder Zwischenspurts auf dem Programm stehen, sollte das GerĂ€t ausreichend motorisiert sein. Ich persönlich wĂŒrde von LaufbĂ€ndern, die nicht schneller als 15 km/h bzw. 4 Minuten/km sind, die Finger lassen.

Mensch Maschine

Wer kennt das nicht? In der gerÀumigen Ikea-Wohnzimmerabteilung sah der Schrank noch schnuckelig-kompakt aus und entpuppt sich dann im 12qm Schlafzimmer als wahres Einrichtungsmonster. Damit das nicht auch beim Laufband passiert: Besser vorher Gedanken machen, wo das Laufband aufgestellt und genutzt wird.

Es gibt große LaufbĂ€nder und nicht ganz so große LaufbĂ€nder. Als Daumenregel gilt: Je grĂ¶ĂŸer ein GerĂ€t und damit der Motor ist, desto schneller kann man darauf laufen. Im Gegenzug kann so ein GerĂ€t weit ĂŒber 80 Kilogramm wiegen (die Achilles-Redaktion, die erst kĂŒrzlich ein Laufband in den 3. Stock hiefte, weiß wovon ich spreche) und locker zwei Quadratmeter StellflĂ€che beanspruchen. Es ist also auf ausreichend AufstellflĂ€che zu achten.

Inzwischen gibt es auch LaufbÀnder, die sich teilweise zusammenklappen lassen, was eine gute Lösung bei Platzmangel ist. Sofern im Lieferumfang nicht enthalten, empfehle ich unbedingt die Anschaffung einer Bodenmatte auf die ihr das Band stellt. Schont den Boden und vermindert die GerÀuschentwicklung.

Ablage

Ohne Ablage ist ein Laufband nur halb so viel wert. Denn genau das ist eines der Vorteile eines Laufbandlaufs gegenĂŒber des Draußen-Laufs. Alles in GriffnĂ€he: Handtuch, Kopfhörer, Handy, Energieriegel oder Wasserflasche.

Und fĂŒr BrillentrĂ€ger wie mich auch schön, dass ich die Brille ablegen und als kurzsichtiger Maulwurf meine imaginĂ€ren Runden auf dem Band ziehen kann. Deshalb: Ein Laufband ohne Ablage ist nichts.

LaufflÀche

LaufbandkĂ€ufer sollten darauf achten, dass neben ausreichend Motorleistung auch die LaufflĂ€che breit und lang genug ist. Gerade Menschen mit grĂ¶ĂŸerer SchrittlĂ€nge benötigen eine lĂ€ngere LaufflĂ€che.

Programmierung

Die Hersteller ĂŒberbieten sich mit werkseitig vorgegebenen Trainingsprogrammen, die Namen tragen wie "Cardio", "Intense", "Hill" und "Chill-out". Ok, das letzte Programm gibt es nicht wirklich und außerdem gehöre ich nicht zu der Kategorie LĂ€ufer, die auf solche Programme gesteigerten Wert legen.

Worauf ich aber bei LaufbĂ€ndern achte, ist die Möglichkeit mindestens zwei Geschwindigkeiten einzustellen, die ich auf Knopfdruck abrufen kann. Das ist gerade bei intervall-Ă€hnlichen LĂ€ufen praktisch. Wenn ich dann auch noch unterschiedliche Steigungen programmieren kann, dann ist mein LaufbandlĂ€uferglĂŒck perfekt.

Pulsmessung

Vorab, ich bin zwar kein Puls-Fetischist, dennoch laufe ich immer mit Pulsmesser. Ich finde es aufschlussreich, zu vergleichen, wie sehr meine eigene gefĂŒhlte Anstrengung und die tatsĂ€chlich gemessene Anstrengung (Puls) miteinander korrespondieren. Über einen lĂ€ngeren Zeitraum sehe ich dann auch, um wie viel sich meine Pulsbelastung bei bestimmten Geschwindigkeiten verbessert hat. Oder auch nicht.

Da bietet sich ein Laufband an, das ein integrierten Pulsmesser hat, meist in Form von Griffkontakten am GerĂ€t. Man fasst fĂŒr ein paar Sekunden daran und das Laufband zeigt den Puls an. So ein Pulsmesser ist aber kein must-have, sondern eher ein nice-to-have.

Welcher Hersteller?

Ich habe keinen umfassenden Test aller am Markt erhĂ€ltlichen LaufbĂ€nder gemacht, deshalb kann ich keine eindeutige Antwort auf diese Frage geben. Aber bei deiner Kaufentscheidung wĂŒrde ich mich vorab schlaumachen, wie gut die Service- und Wartungsleistung des Herstellers ist. Prinzipiell wĂŒrde ich einen Bogen um Billiganbieter machen und auf namhafte Anbieter, wie z.B. Hammer oder Finnlo zurĂŒckgreifen.

 

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