Gestern ist im Wiener Prater der dritte und letzte Eisbärlauf über die Bühne gegangen, obwohl das Wetter eher einem “Frühlingslauf” entsprochen hätte. Die angenehmen 13 Grad fühlten sich bei strahlendem Sonnenschein deutlich wärmer – ja fast schon sommerlich – an.
Diesmal bin ich wieder mit meiner ganzen Familien-Crew angereist und war umso motivierter, damit sich für meine Lieben die Warterei auch auszahlt und sie auch stolz auf mich sein können. Kurz vor dem Start wehte zwar noch ein eisiger Wind, weshalb ich noch mit Trainingsjacke aufwärmte, doch leider war während dem Lauf kein einziges kühles Lüftchen mehr spürbar, wodurch wir Läufer ganz schön ins Schwitzen kamen.
Daran konnte auch die Zeitumstellung in der Nacht davor nichts ändern. Zur Startzeit von 10 h war es somit eigentlich erst 9 h war und die Einzige, die um diese Uhrzeit wirklich fit war, war unsere kleine Eisbärdame!
Kurz nach 10 h ertönte dann der Startschuss zum letzten Lauf im Eisbären-Cup und ich startete voller Elan und Energie. Da ich mich diesmal am Start eher in der Mitte aufgestellt hatte, war ich auf dem ersten Kilometer fast durchgehend mit Überholmanövern beschäftigt, was meine Motivation natürlich noch mehr beflügelte.
Leider startete ich dadurch ZU übermotiviert und es kam wie es leider kommen musste ……. ich gab auf den ersten drei Kilometern ein bisschen zuviel Gas, sodass ich eine Pace von durchschnittlich 4:50 hinlegte, was sich jedoch mit einem fatalen - vor allem durch die Hitze noch verstärkten – Konditionseinbruch zu Beginn des vierten Kilometers rächte. Trotzdem schaffte ich den vierten Kilometer noch in einer sehr guten Zeit, doch bei Kilometer fünf und sechs wurden auf einmal meine Beine seeeeehr schwer, mein Atem schneller, die Schweißabsonderung und der Puls stiegen ins Unermessliche und trotz des üblichen Traubenzuckerdopings konnte ich diese beiden Kilometer nur mehr mit einer Pace von 5:07 bewältigen.
Auf dem letzten Kilometer versuchte ich nochmal alle Pfiffi-Reserven zu mobilisieren und gab ein letzes Mal Vollgas. Zwar schaffte ich dadurch wieder eine rettende Pace von unter 5, aber ich konnte auf den letzten Metern leider trotzdem nicht mehr soviel Tempo machen, wie ich es gerne getan hätte. Der Zieleinlauf war dann im wahrsten Sinn des Wortes ein wirklich hart Umkämpfter – das Läuferleben ist einfach kein Ponyhof!
Mit allerletzer Kraft und einem Maximalpuls von 206 raste ich ins Ziel und der Blick auf mein Garmin zeigte eine Zeit von 35:01 an. Damit hatte ich zwar mein persönliches Überdrüber-Wunsch-Ziel von unter 35 um 2 Sekunden verfehlt, aber ich war damit immerhin 10 Sekunden schneller als beim 2. Eisbärlauf und über 1 Minute schneller als beim 1. Eisbärlauf und hatte damit eine glatte Pace von 5:00 erreicht. Somit war ich wirklich sehr zufrieden und glücklich mit meiner Leistung - NOCH, denn das musste sich leider zuhause ändern, aber dazu später!
Im Ziel konnte ich dann auch die Eisbären-Medaille in Empfang nehmen, die den Läufern vorbehalten war, die bei allen drei Eisbärläufen am Start waren. Doch viel, viel mehr freute ich mich darüber, dass mich im Zielbereich meine Lieben in Empfang nahmen und auch wenn ich die ersten paar Minuten vor lauter Anstrengung nicht sprechen konnte, freute ich mich sehr darüber, dass mich mein großer und mein kleiner Mann für meine Leistung lobten – solche Momenten muss man schließlich im Leben einer Mutter und Ehefrau aufgrund der Rarität einfach genießen ;-)!
Zur eigenen Belohnung gab´s dann auch noch ein halbe Banane und einen Power-Riegel und schon düsten wir nochmals zum LCC-Standpunkt, wo ich mir mein Eisbären-Shirt abholen konnte – leider nur ein Baumwoll-Shirt, da die Funktionsshirt laut der Ausgabedame erst um 13 h geliefert wurden. Dabei handelte es sich meiner Meinung nach zwar um keine organisatorische Glanzleistung, aber ich gab mich auch mit dem Baumwoll-Shirt zufrieden, welches bereits heute von meinem Junior in die Schule ausgeführt wurde!
Zuhause erwartete mich dann aber noch eine “Überraschung” der ganz anderen Art – um 13 h wagte ich einen vorfreudigen Blick auf die www.trackmyrace.com und tatsächlich waren die Ergebnisse auch bereits online. So startete ich die Suche nach meinem Namen und auf einmal sprang mir eine Laufzeit von 35:31 in die Augen. Gottseidank saß ich bereits auf der Couch, sonst hätte es mich in diesem Moment vor lauter Schreck fest auf den Popsch gesetzt. Mein allererster Gedanke war, wie ich mich denn SO mit meinem Garmin “verstoppt” haben kann, dass meine selbstgemessene und die offzielle Zeit um 30 Sekunden voneinander abweichen. Doch mir war schnell klar, dass dies wohl kein Fehler meinerseits sein konnte, sondern dass Trackmyrace doch tatsächlich – trotz vieler Beschwerden bereits nach dem zweiten Eisbärenlauf – schon wieder eine BRUTTO-Zeit (dh mit “Gehweg” bis zur Startlinie) statt einer reinen Netto-Laufzeit gemessen hatte. Als Beweisfoto dafür diente auch ein Finisherfoto von mir, welches auf der Anzeigetafel hinter mir die Gesamtlaufzeit von 35:31 anzeigte. Schon beim zweiten Eisbärenlauf gab es wegen dieser Brutto-Zeitmessung massive Beschwerden vieler Läufer und auch meine Zeit wich schon damals von der von mir selbstgemessenen Zeit ab.
Diesmal wollte ich dieses Läufer-Unrecht jedoch nicht auf mir sitzen lassen und schrieb ein Beschwerdemail an Trackmyrace sowie an Bibchip und siehe da – heute erreichte mich diese Antwort: “Liebe Frau Sudy-Hofer! Vielen Dank für Ihre Nachricht. In der Tat, leider wurde bei Ihrer Zeit die Bruttozeit verwendet und nicht die Nettozeit. Wir haben den Fehler jedoch nun gerne korrigiert. Freundliche Grüße! Bibchip GmbH & Co.KG”
Womit ich nun auch endlich eine offizielle Wertung hätte
…..
Sudy-Hofer, Isabell, 7 km, 0:35:01,3
Rang: 106. von 312 Gesamtläufern, 9. von 33 in der Altersklasse W30, 22. von 136 Damen
Durch diese Reaktion von Bibchip bin ich zwar wieder versöhnlich gestimmt, aber ich werde auf jeden Fall bei künftigen, von LCC veranstalteten Läufen, immer eine genaue eigene Zeitmessung vornehmen und nicht auf das “offzielle” Ergebnis von MaxFun.Timing vertrauen.
Insgesamt bin ich jedoch sehr zufrieden mit meiner Eisbär-Laufserie und es hat wirklich viel Spaß gemacht. In den vergangenen drei Monaten konnte ich den Wechsel der Jahreszeiten vom ersten winterlichen Eisbär I bis zum frühlingshaften Eisbär III am eigenen Läuferleib spüren und die Eisbärläufe waren auch eine tolle Vorbereitung für mein nächstes persönliches Lauf-Highlight: Pfiffi goes Vienna City Marathon
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Bis dahin sind es noch knappe drei Wochen, in denen ich mich mit Hilfe meines Coaches Mr. Klemmbrett-Karraß (www.jkrunning.de) auf meine Aufgabe als 9,1km-Läuferin vorbereiten werde, damit ich dann am 15.4.2012 keine Schande für unsere Staffel darstelle! Aber heute genieße ich erstmal den Ruhetag und morgen starte ich wieder das Training mit einem 10km-Lockerungslauf und das nächste, vom Coach verordnete, gnadenlose Tempotraining lässt bestimmt auch nicht lange auf sich warten
!
Mehr von Pfiffi unter www.laufzeiten.net














und nach einer halben Banane, einem Isogetränk und ein paar Dehnübungen ging es dann auch schon wieder in Richtung Heimat!


















