Vorname Uwe
Geschlecht Männlich Geburtstag 25.02.1964 Persönliches Moin!5 km 00:21:45
10 km 00:43:55 Halbmarathon 01:35:10 Marathon 03:42:12|
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wopper hat den Blogeintrag Die ultimative Lobhu... aktualisiert ![]() Ist das nicht herrlich? Alles auf einen Blick! Der Titel kündigt es bereits an, dennoch diese Warnung vorab: Ich werde unglaublich und einseitig für meine neue Laufuhr schwärmen. Kommentare über andere tolle Geräte sind willkommen, werden von mir aber geflissentlich ignoriert.
Doch nun ist alles anders! Den Höhenpunkt der Laufuhrerfahrung, erklimmt der Sportler aber nach dem absolvierten Training. Alle Messwerte der Uhr können via Infrarotadapter auf den PC in die POLAR Software, übertragen werden. Dort werden sie in einem Laufkalender gespeichert, per Doppelklick auf eine Trainingseinheit, öffnet sich eine Grafik, die jedem anständigen Controller vor Neid erblassen lässt. Alle Messwerte, wenn gewünscht im Abstand von einer Sekunde, werden in einer gut zu lesenden und ansprechend aufbereiteten Grafik dargestellt. Es bereitet mir eine diebische Freude, nach einem schönen 35-ger, den Lauf in der Grafik noch einmal Revue passieren zu lassen. Der Anstieg im mittleren Teil oder die letzten vier Kilometer, die ich als Steigerung absolviert habe. Die Grafik zeigt einen Kurzenverlauf wie bei einem guten eingefahrenem Porsche: Alle Kurven streben in einer schönen Steigung dem oberen Ende entgegen. Herrlich! Ich kann mich gar nicht losreißen. Uhr und oftware verfügen über Funktionen zur Einschätzung der persönlichen Fitness und zur Trainingsvorbereitung (own-zone, R-R Daten, etc). Das eigene Training kann geplant und auf der Uhr gespeichert werden. Am besten gefällt mir, dass ein Intervalltraining ruck zuck, in der Software zusammengeklickt werden kann. 15 Min einlaufen, (1000m; 3:00 Min Trabpause) * 8, 30 Min auslaufen; eine solche Einheit ist in weniger als einer Minute erstellt und auf die Uhr übertragen. Diese führt dann (gnadenlos) durch das Training. Hinterher wird dann alles in der Software ausgewertet, zusammengefasst und diversen Berichten dargestellt. Habe ich schon erwähnt, dass die gelaufene Strecke in Goole Earth angezeigt werden kann? Natürlich ist das möglich. In der Darstellung wird die "Lauflinie" so eingefärbt, dass man an Hand der Farbe die Pulsfrequenz auf dem jeweiligen Abschnitt erkennen kann. Da hat sich ein Softwerker wirklich Gedanken gemacht. Ebenso wie Schuhe können Fahrräder verwaltet und kann die Uhr zum Schwimmen genutzt werden. Beides habe ich nicht probiert. Genutzt und für gut befunden, habe ich die Möglichkeit eigene Sportzonen (Pulsbereiche) zu hinterlegen. Da nicht alle Trainingspläne auf den gleichen Bereichsdefinitionen aufsetzen, ist dies eine hilfreiche Funktion, zumal mehrer Modelle gespeichert und genutzt werden können. Es gibt eine Weck- und Erinnerungsfunktion. Sogar das Logo im „Uhrenmodus“ kann entworfen werden, wer will kann dort ein schwarz-weiß Bildchen einfügen oder vielleicht doch lieber die persönliche Marathonbestzeiten und die gelaufenen Jahreskilometer anzeigen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nach meinem Geschmack sieht die Uhr so gut aus, dass sie tatsächlich als erste Uhr im Alltag, getragen werden kann. Das gilt allerdings mehr für uns Männer als für die schnellen Gazellinnen. Die RS800 zeigt auch äußerlich, was in ihr steckt und ist entsprechend groß. Der geneigte Macho kann, muss dies aber nicht unbedingt als Nachteil ansehen. Ein Männerspielzeug halt. Bei allen Komponenten kann, darf und soll der Eigentümer die Batterien selbst wechseln. Klasse! Nach alle dieser Begeisterung, möchte ich ein Paar Nachteile aufschreiben: Die Ablesbarkeit der Anzeige im Dunkeln war bei den alten Modellen besser. Das Glas spiegelt etwas, wo durch die Anzeige beim Vorbeilaufen an Straßenlaternen schlecht erkannt werden kann. Der Nupsi, unter den der Rest des Armbands geklemmt wird, ist widerspenstig und lässt sich nur mit Nachdruck über den Armbandrest schieben. Die vier Drucktasten an der Seite des Gehäuses, reagierten früher besser, bzw. sensibler, dafür war die Start-Stopp Taste etwas weniger empfindlich. Mit ein wenig Gewöhnung ist das Verhalten kein Problem. Ich nutze die automatische Tastensperre, so dass ich nicht mehr versehentlich, unterwegs ein Training starte. Ich hatte Kontakt zur Hotline, weil mein erster Infrarotempfänger defekt war. Innerhalb von vier Tagen war der Ersatz bei mir. Vorbildlich! Dass ich einen Teil der Uhr (200 Euro), hier auf der Achillesseite im Weihnachtsgewinnspiel, gewonnen habe, will ich nicht verschweigen. Jetzt, da ich weiß wie klasse diese ultimative Laufuhr ist, würde ich sie mir auch jederzeit für den vollen Preis von 500,- Euro kaufen. Mein Fazit: POLAR hat die Referenz bei den Laufcomputern definiert. Die RS800 löst die SX625 auf jeden Fall ab. An alle Monas auf diesen Seiten: Wollt ihr einen glücklichen Läufer, dann schenkt ihm eine RS800, auch wenn euch dann stundenlang mit bunten Kurven auf seinem Rechner nervt. Zu guter Letzte: Nein, ich werde nicht von POLAR bezahlt und betreibe auch virales Marketing. Ich bin einfach voll und ganz von meiner neuen Pulsuhr begeistert! |
Jul 31 |
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wopper hat den Blogeintrag Halbmarathon "Durch ... aktualisiert ![]() Schon die Kleinsten dehnen sich ordentlich, vor dem Start Traditionell drei Wochen vor dem Marathon in Hamburg, veranstaltet die LG HNF, die Leichtathletik Gemeinschaft Hausbruch – Neugraben – Fischbek, den Halbmarathon „durch das alte Land“. Um die 700 Teilnehmer finden sich in der Francoper Strasse ein. Fünf und Zehn Kilometer Läufe runden das Programm ab. Ich bewege mich am hinteren Ende, der vorderen Drittels oder so, einem Bereich, in dem noch wirklich gekämpft wird und jede Überholung, einem Sieg gleich kommt. Dort finden sich viele T-Shirts ein, die den Träger als Mitglied einer Betriebssportgruppe ausweisen. Entweder wurde dieses Jahr den Mitarbeiter der ehemaligen Landesbank die Teilnahme verboten, weil sie wahrscheinlich Geld in der Fußgängerzone sammeln müssen, oder sie trauen sich nicht mehr, ihren Arbeitgeber zur Schau zu stellen. So fand ich keine Firma, die ich jagen konnte. Der Halbmarathon führt über eine topfebene Wendepunktstrecke, gesäumt von den bekannten Apfelbaumplantagen. Viele Zuschauer finden sich unterwegs nicht. Motivatorischer Höhepunkt des Laufs, ist die Überquerung der vergleichsweise stark frequentierten Landstrasse 235, kurz vorm Wendepunkt. Das Feld ist bereits beträchtlich auseinander gezogen und so ist die Strasse längere Zeit gesperrt. Die Bewohner der alten Lands sind bekannt für ihren sportlichen Fahrstil, nicht dafür, dass viel und gerne laufen. Entsprechend ungläubig stauen sie zunächst über die bunte Läufergruppe. Mit jeder Minute Straßensperrung, fallen dann die Anfeuerungsrufe rustikaler aus. „Mach hinne, wir essen zeitig“ ist eine freundlich gemeinte Aufforderung, zügig dem Ziel entgegen zu eilen. Weiter hinten im Feld muss es noch lustiger zu gehen, habe ich gehört. Das auch ein Lauf im Flachen mit allerlei Ablenkung aufwarten kann, wird spätestens dann deutlich, wenn mal wieder ein Schaf kauend auf der Laufstrecke steht. Dieses Jahr hatten sich die Veranstalter etwas Neues ausgedacht, um den Lauf kurzweilig zu gestalten. An Stelle der Schafe, die in den letzten Jahren für Spaß sorgten, waren 2009 Kröten und Regenwürmer engagiert. Diese zahlten für ihren sportlichen Einsatz zwar mit dem Leben, waren dafür aber schwerer auszumachen. Meist spürte man nur ein leichtes glitschen, hörte noch eine letztes, kurzes: „quak“ und zog den Unmut der mitlaufenden auf sich, denen dann das Zeug an die Beine spritzte. So zeigt sich doch, dass auch ein Lauf bei dem nicht Tausende an der Strecke stehen, sehr unterhaltsam sein kann. Ab dem achten Kilometer, fand sich in meinem Windschatten mein persönlicher Treiber ein. Nach dem Wendepunkt versuchte ich ihn auf Distanz zu bringen, in dem ich ein wenig das Tempo anzog, musste mich dann aber bei Kilometer 18 geschlagen geben. Im Ziel hatte er mir eine Minute abgenommen, mich aber andererseits auch zu 1:35 angetrieben. Da er mir im Ziel gratulierte, war mein zwischenzeitlicher Gram verschwunden und wir freuten uns gemeinsam über unsere Zeiten. Insgesamt ist der Halbmarathon eine tolle Veranstaltung, gut organisiert und entspannter als die großen Events. Dazu mit 10 Euro, inkl. Medaille richtig günstig. Strecke und Teilnehmer spornen an zur Jagd auf die persönliche Bestzeit an. Für mich folgt jetzt noch ein Trainingsblock und dann wird meine Marathonzeit in Hamburg verbessert. |
Jul 31 |
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wopper hat den Blogeintrag Himmel hilf, es wird... aktualisiert ![]() Nur noch bei eBay zu bekommen: Dieters bestes Stück Am vergangenen Sonnabend, dem 14. März, war es unverkennbar. Das Thermometer näherte sich dem zweistelligen Bereich. Die schönst Stadt der Welt, erwachte aus dem Winterschlaf und mit ihr, trieb es Heerscharren von Läufern, aus dem gemütlichen Nest an die Außenalster. Freitags zuvor feierte meine Schwiegermutter Geburtstag, zu viert hatten wir eine Bresche in mein Rotweinlager geschlagen. Das persönliches Laufziel für den Sonnabendmorgen hieß demnach: „Menschwerdung, nach schwerem Gelage“. In Anbetracht der ersten Sonnenstrahlen entschied ich mich für eine dreiviertel Tights und ein langärmeliges Laufshirt, beides in Signalschwarz. Ich war gerade auf den Catwalk um die Außenalster eingebogen, als mir die erste Halluzination entgegen trabte. Ein knappfrischer Endfünfziger, gewandet in einen türkis-farbenen Dieter Bohlen Gedächtnis Trainingsanzug in Größe XXXL. Ich hege den finsteren Verdacht, dass nahezu alle Weltkrisen von Trägern solche Ballonseidenen Unausprechlichkeiten verursacht oder gesteuert werden. Verursacht, weil mein Kontrollsystem nach einem solchen Anblick regelmäßig in den Standby Modus wechselt und ich für mehrere Minuten nicht mehr Herr meine Sinne bin. Gesteuert, weil einem Menschen, die sich derart gekleidet auf die Strasse wagt, einfach alles zu zutrauen ist. Der Spitzenreiter dieser Wertung folgte knapp zwei Kilometer später. Der Anzug stammte aus einer früheren Periode, vermutlich aus recycelten Prielblumen, farblich war er in weinrot-lila changierend angelegt. Der Träger hatte eine schwarz-graue Robert Plant Lockenpracht, in der, wie ich beim näher kommen bemerkte, bereits ein paar Schwarzdrosseln brütete. In die Jetztzeit holte mich ein junger Schlaks zurück. Er trug eine kurze weite Hose in Leberwurstfarbe, dazu ein weißes Singlet. Seine muskelfreien Stelzen waren hellweiß grundiert und leuchteten inzwischen in verspielten Rosatönen. Die farbgleichen Arme ruderten wild um den Oberkörper. Ich hatte inzwischen die Gegengerade erreicht. Im Rahmen der Infrastrukturförderung wird der ganze Laufweg um die Alster mit einem neuen Belag ausgerüstet. Der Wirtschaftskrise sei es gedankt. Während der Bauarbeiten, läuft die Gegengrade etwas anders als gewöhnlich. Sie ist nun wirklich schnurgrade und man kann sie sehr weit einsehen. Ich erspähte etwas, dass auf den ersten Blick, wie ein mitten auf dem Track stehender Läufer aussah, der augenscheinlich zu viel Wasser geladen hatte und nun Ballast abließ. Dazu hielt er etwas sehr deutlich in der Hand, was auf keinen Fall das sein konnte, nachdem es aussah. Kurze Zeit später musste ich erfahren, dass es genau das war, wonach es aussah. Da stand ein Mann mitten auf dem Weg und pinkelte. Darwin hatte Unrecht! Jedenfalls nicht bei Männern. Dieser dort gehörte keinesfalls zu meiner Rasse. Dass die Winterpause auch an den Frauen nicht spurlos vorbeigegangen war, erfuhr ich kurze Zeit später. Eine Vertreterin der Gattung Trockengespenst, mit einem Körperfettanteil an der Nachweisbarkeits-grenze trat mir entgegen. Ihrem Gesichtausdruck nach zu urteilen, kam sie direkt vom Zahnarzt, wo ihr sämtliche Zähne ohne Betäubung entfernt worden waren. Sie lief in Einsteinscher Geschwindigkeit, d.h. die Erde unter ihren Füssen dreht sich schneller, als sie die Beine bewegte. Sie lief demnach quasi rückwärts. Sie wird die Alsterrunde keinesfalls vor Ende des Sommers beendet haben. Mal sehen, wie weit sie nächste Woche gekommen ist. Dafür schwitzte sie nicht! Make-up und Haare saßen perfekt. Ich lief eine lockere Geschwindigkeit, immer an der fünf Minutengrenze. Von hinten näherte sich schwere Gerät. Schrittfrequenz, Atemgeräusch und Abrolltönen nach zu urteilen, satte 100 Kilo, im vollen Galopp. So war es denn auch. Gute zwei Meter Mann, zur Abwechselung mal gänzlich ohne Haare, rollten an mir vorbei. Die Murmel auf dem massigen Körper war dunkel lila eingefärbt, der Pulsmesser hatte sicher schon einige Kilometer zuvor seinen Dienst quittiert. Der Athlet befand sich im Endstadium, wovon auch immer. Dann, an der engsten Stelle, der Fahrradschikane an der Krugkoppelbrücke, setzte er aus. Blieb einfach stehen! Unnötig zu sagen, dass mitten im Engpass. Rums! Ich küsste seinen glatten Hinterkopf und verabschiedete mich fröhlich winkend. Auf dem vergessenen Stück traf ich auf zwei Tratschwellen (Dank an Kapitän Blaubär, für dieses Wort). Die gibt es männlich oder weiblich. Sie verbreiten Verona Pooth Weisheiten in bester Robert Plant Lautstärke. Die beiden Männchen vor mir trainierten wahrscheinlich für den „marathon des sables“, denn sie führten mehrer hundert Liter Wasser mit sich. An der unübersichtlichen Stelle, beim Einbiegen in die Fährhausstrasse, trat ich fast auf einen kleinen, hageren Läufer. Wann versteht die deutsche Laufwelt, dass wir rechts laufen. Und zwar jeder! Jeder läuft sein rechts, ganz einfach. Noch fluchend näherte ich mich einer geradezu klassischen Augenweide. Dem in die Tights gestopftem Funktionsshirt bei Herren. Selbst der knackigste Männerhintern schafft es nicht gegen den Druck der Funktionsfasern, sein Form zu halten. Der Kerl vor mir, war mit einem hängenden Allerweltsarsch geschlagen und scheute sich nicht, die wabbelnde Masse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Optisch unterstützt durch einen wurstigen Spoiler, den Shirt und Hose bildeten. Alles in diesem Land, ist gesetzlich geregelt, aber hier stehen wir Ästheten allein auf weiter Flur. Bitte liebe Frauen, trocknet diesen Sumpf aus, in dem solche Männer von der Paarung ausgeschlossen werden. Irgendwann ist dann mal Schluss mit dem Augenkrebs. Ich schloss die Alsterrunde mit einer Gruppe Football Spieler. Acht Meter Laufweg sind schlicht zu schmal, damit zwölf Personen nebeneinander im gemütlichen GA1 Tempo den Stoffwechsel trainieren können. Mein Stoffwechsel wird durch solche Alsterrunden ruiniert. Dennoch war der Rotwein von der Leber in die Atemluft entlassen, so dass ich halbwegs wieder hergestellt, nach Hause traben konnte. Gott! lass es Winter bleiben! Nur diese eine Mal! Mindestens noch bis zum Hamburgmarathon am 26. April. |
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wopper hat den Blogeintrag Hamburg Marathon 200... aktualisiert ![]() (Danke Ingo, für das tolle Bild) Der wärmste April seit 119 Jahren kündigte sich am Sonntag, den 26. bereits morgens um 7:00 Uhr an. 12° C zeigte mein Thermometer auf dem Balkon. Somit war die Kleiderfrage schnell geklärt. Kurz und luftig sollte es sein. Etwas langwieriger gestaltete sich in diesem Jahr die Anreise zum Start. Die Linie U2 ist unterbrochen und am Marathonsonntag verkehren die Ersatzbusse nicht. Alle Teilnehmer mussten mit der U3 anreisen, was dazu führte, dass die U-Bahnstation Reeperbahn bereits gegen 8:00 Uhr wegen Überfühlung geschlossen werden musste. Ich verließ die Bahn an den Landungsbrücken und erreichte entspannt den Start. Vielen Mitläufern bereite die Anreise Stress und sie kamen abgehetzt am Start an. Es wäre sicher gut gewesen, wenn der Veranstalter ein paar erklärende Hinweise in die Startertüte gepackt hätte. Im letzten Jahr war der Marathonstart an die Reeperbahn verlegt worden. Dieses Jahr war das Sportlerdorf auf dem Heiligengeistfeld besser durchdacht angeordnet. Vor dem Start wurde ich schnell meinen Kleiderbeutel los und den Dreisprung Medaille – Kleiderbeutel - Erdinger, nach dem Zieleinlauf, konnte ich in Rekordzeit absolvieren. Hamburg ist für seine Toleranz und Weltoffenheit bekannt. Bei der Startaufstellung des Marathons zeigt sich die Hamburger Krämerseele. Bei keiner anderen Laufveranstaltung an der ich teilgenommen habe, stellen sich die Läuferinnen und Läufer derart korrekt in den Startblöcken auf. Es herrscht kein Gedränge und ein jeder ordnet sich brav in seine Zielzeit ein. Das führt dazu, dass man vom Start an das avisierte Tempo laufen kann. Perfekt! Über die Strecke und das Rennen existieren unzählige Berichte, deshalb fasse ich mich hier kurz. 2009 wurde sicher der Rekord von 850.000 Zuschauern gebrochen. An der Strecke war einfach unglaublich viel los. Die Sommerlichen Temperaturen locken noch mehr Menschen, als die Jahre zuvor an. Neben den bekannten Brennpunkten wie den Landungsbrücken, dem Jungfernstieg und Eppendorf, brannte in diesem Jahr auch in der Saarlandstrasse sowie auf den letzten zwei Kilometern die Luft. Am Eppendorfer Baum kam wieder „l’Alpe d’ Huez“ Gefühl auf. Die Zuschauer standen in vierer Reihen am Rand und ließen eine Gasse, in der sich zwei Läufer nebeneinander ihre Portion Gänsehaut abholen konnten. Selbst auf Streckenabschnitten an denen weniger Zuschauer standen, herrschte eine tolle Stimmung. Die Hamburger nutzten den Marathon ausgiebig um sich und den Frühling zu feiern. Somit möchte ich hier meine drei Lieblingsfans vorstellen: Platz 3 Platz 2 Platz 1 Ich konnte in diesem Jahr einen kleinen Sieg und eine kleine Niederlage erringen. Mein Sieg war der Erfolg, meinen Zeigezeh mit einer speziellen Schutzsocke so zu ummanteln, dass dieser am Ende der Veranstaltung eine, einem Zeh würdige Farbe, aufwies. Früher spielte sich in meinem Schuh ein Blutbad ab, das dann wochenlang in schillernden Grün- und Blautönen ausklang. Diesmal war da nix. Alles so, wie es sein soll. Toll! Die Niederlage wurde mir mal wieder von der Uhr beigebracht. Bis Kilometer 32 lief ich einen Schnitt von knapp unter fünf Minuten, auf den letzten 10 Kilometern, habe ich dann den 25°C Tribut gezollt und bin nach 3:42 über die Ziellinie gelaufen. Auch wenn das mein schnellster Marathon war, hätte ich so gern doch auch die 3:30 geknackt. Aber gut, am 25. April 2010 läutet erneut die Glocke auf der Reeperbahn.
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Jul 31 |
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wopper hat den Blogeintrag Raus aus dem Gebüsch... aktualisiert
Am 11. Oktober 2008 wurde bereits zum 31. Mal der Brockenmarathon durchgeführt. Bisher hatte ich fünf Marathons im flachen Gelände hinter mich gebracht. Mit gehörigem Respekt erwartete ich auf einer Waldwiese in Wernigerode, bei bestem Wetter, den Startschuss zu mehr als 1.000 Höhenmetern.
Mein Ziel war es aufrecht und gesund anzukommen, meine persönliche Bestzeit hatte ich im Juni, in Bremerhaven, mit 3:47 auf der Marathonstrecke erreicht. Mein Trainingstagebuch wies bis Anfang Oktober gut 2.200km und mehr als 17.000 Höhenmeter aus. Ich füllte mich gut vorbereitet, war aber dennoch ob des Unbekannten fast so aufgeregt, wie beim Marathondebüt.
Ab Start ging es prima los. Die Strecke verlief in entspannten Wellen, durch herbstlichen Waldweg, über Brücken an Bachläufen entlang, bis nach Ilsenburg. Hier, ab dem magischen Kilometer 11, sollte laut den Berichten die vorab gelesen hatte, der harte Teil des Laufs beginnen. Ich empfand die dann kommenden Steigungen als moderat, was sicher auch dran lag, dass ich viele Kilometer in der Schweiz lief und dort meine Frustrationsschwelle ein gutes Stück nach oben geschoben hatte. Bei Kilometer 16 erreichten wir die legendäre „Panzerstrasse“, ein unangenehm zu laufender Belag, der etwas steiler zum Gipfel führte. Nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass alle MitstreiterInnen vom Trab in den Schritt wechselten. Da ich ja bereits festgelegt hatte, diesen Saisonabschluss so locker wie möglich anzugehen, schloss ich mich ihnen an. Es bliebt Zeit die herrliche Aussicht zu genießen. Der Brocken ist nur an wenigen Tagen im Jahr Nebel- und Niederschlagsfrei; während des Laufs lag Kaiserwetter über dem Harz.
„Hier stehe ich nun und kann nicht anders“, diese Worte rauschten durch meinen Kopf während ich versuchte die dräuenden Krämpfe in beiden Beinen wegzuatmen. Ich nahm noch schnell ein Foto auf, um mindestens den Anschein zu erwecken, dass dieser Stopp geplant war. Ach, wäre ich doch auch mit der mentalen Stärke des Reformators, dem Urheber des Zitats, gesegnet und könnte ein rasches Ende erreichen. „The only way is up“, ein weiteres Zitat bildete sich in meinem sauerstoffarmen Hirn. Zu meiner Verdriesslichkeit gaben beide Zitate meine Situation korrekt wieder. Noch 1,7 Kilometer und ungefähr 100 Höhenmeter, dann wäre es geschafft. Ich befand mich bei Kilometer 40,5 auf dem 17. Jungfrau Marathon, am 5. September 2009.
Doch von Anfang an.
Ich wohne in Hamburg und arbeite seit vielen Jahren in Bern. In dieser Zeit gewann ich etliche Freunde unter meiner Arbeitskollegen und es war uns eine schöne Tradition geworden, im November gemeinsam den Gurtenlauf, einen 16 Kilometer Rennen, auf den Berner Hausberg zu bestreiten. Eines schönen Tages, bei einer Pizza im „VH“, studierten wir eine Karte mit den Bergbahnen im Berner Oberland. Es lässt sich nicht mehr nachvollziehen, aus welchen Gründen wir dann überlegten gemeinsam am Jungfrau Marathon teilzunehmen. Ausgerechnet ich nahm diese Idee ernst und meldete mich wirklich an.
Nach dem guten Hamburg Marathon in 2009 wurde die Vorbereitung auf die Jungfrau durch viele Ereignisse erschwert. Bis zum Schluss blieb es schwierig, selbst die letzten Stunden vor dem Lauf, waren improvisiert und wenig leistungsfördernd. Statt wie geplant, am Freitag in aller Ruhe nach Interlaken zu reisen, weilte ich noch in Hamburg. Dort stürzte ich als letzter Passagier in den letztmöglich Flieger nach Zürich, wo ich selbstverständlich den richtigen Zug nicht mehr erreichte. Letztlich kam ich gegen Mitternacht, im strömenden Regen, in Interlaken an.
Samstagmorgen um 6:00 Uhr stand ich auf und machte mich auf den Weg, um meine Startunterlagen zu holen. Auf der Strasse dann erhellte sich meine Stimmung. An einem königsblauen Himmel begrüsste der scheidende Mond, die aufgehende Sonne. Die beeindruckenden Berge waren von Wolkenschleiern gekrönt.
Mein Herz machte einen kleinen Jauchzer.
Wenig später, nach Frühstück und einlaufen, traf ich im Startblock auf einen alten Freund, den ich seit gut zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Thomas und ich begrüssten uns herzlich und machten uns Mut, für die kommenden 42 Kilometer.
Das 4.500 köpfige Starterfeld lief erstaunlich schnell und dicht, auf den ersten 10 Kilometern. Im hohen Blau glänzte die Sonne, so war es wärmer als gedacht. Zwischen dem neunten und zehnten Kilometer überholte ich den 5:00 Stundenläufer (grüner Ballon), Thomas lag, nach einer Pinkelpause, seit geraumer Zeit hinter mir. Nach ein paar kleinen Anstiegen, Gras- und Feldwegen, näherten wir uns dem Halbmarathon, bei dem ich mit 1:54 recht zufrieden war. Kurze Zeit später überholte mich zunächst der fünf Stunden Läufer und dann auch Thomas. Auf einer langen Gerade nahm ich all meine Kraft zusammen, lief unter 4:30 und sammelte beide wieder ein. Dies war mein Glück, wie ich sehr viel später erfahren sollte. Die Landschaft war nicht nur beeindruckend, sie war umwerfend.
Bilderbuchwetter! Bilderbuchansichten! Traumhaft schön!
Dann ging es bergauf, 26 Serpentinen hoch nach Wengen. Irre, wirklich!
Ein ums andere Mal habe ich das Gefühl, gleich wieder rückwärts den Berg runterzufallen. In Wengen dann ein Ortdurchlauf mit Gänsehautgarantie. Am Ortsende folgte ein Weg durch Bergwälder mit immer wieder schönen Ausblicken ins Tal oder auf Jungfrau und Eiger. Die Richtung war vorgeschrieben, es ging aufwärts. Schliesslich erreichen wir den berüchtigten Wixi Abzweig. An dieser Stelle muss jeder Läufer mit einem breiten Grinsen die Streckenposten grüssen. Andernfalls besteht die Gefahr, gnadenlos aus dem Rennen aussortiert zu werden. In der Rennbeschreibung wird erwähnt, dass Hilfskräfte nur erschwert Zugang finden, zu dem nun folgenden Streckenabschnitt. Diese Aussage ist natürlich ganz schweizerisch untertrieben. Die Moräne ist gnadenlos, wer in sie hinein läuft muss entweder oben wieder herauslaufen oder bleibt liegen, bis er von einer Frühjahrslawine ins Tal gespült wird. Ich passierte die Stelle bei 3:40, noch über eine Stunde vor meiner avisierten Zielzeit. Zu Beginn ging es, auf einem Trampelpfad, durch eine steile Wiese, die durch die Regenfälle der letzten Tage aufgeweicht und rutschig war. Kurz vor Kilometer 40 begann der harte Aufstieg auf dem Kamm. Grosse Steine, schlammige Stellen und ruppige Absätze bereiten Laufvergnügen pur. Die Heerschar der Läufer bewegte sich stumm bergauf. Wer überholen wollte, bezahlt den Versuch ein paar Meter tiefer mit blutigen Knien. Mein Blickfeld war eingeengt, ich sah wenig und hörte nichts mehr. Jeder unbedachte Schritt hätte eine einen Krampf herauf beschwören können. Gut, dass ich unten schnell genug gewesen war und an dieser Stelle nicht im dichtesten Pulk lief.
So war ich hierher gekommen und nun musste ich weiter laufen. Kaum hatte ich mich umgedreht, spürte ich wieder den Druck der mehr als 3000 Leidensgefährten, die hinter mir waren und mich den Berg herauf drücken. Bei Kilometer 41 passierten wir eine Teenagerscharm die jeden Läufer wie Bill Kaulitz von Tokio Hotel begrüssten. Wer noch Kraft hatte, klatschte diese Motivationsspritzen ab. Es folgte eine flache langgezogene Linkskurve, ich nahm wieder Fahrt auf. Dann ein kurzer Anstieg und der letzte Verpflegungsposten. Eine Stimme verkündete, dass ich soeben den höchsten Punkt, 2200 Meter über dem Meeresspiegel, passiert hatte. Der Weg führt bergab, sogar sehr bergab, ich lief vorsichtig, um nicht noch einen Krampf zu riskieren. Unter einer Brücke hindurch, noch einmal zwanzig Meter bergauf und dann in Richtung der Menschenmassen. Plötzlich hörte ich „hopp, Uwe, hopp hopp“ und sah Andreas am Rand stehen. Ein paar Leute liessen sich anstecken und riefen „hopp hopp Uwe“. Der Zielbogen „Finish“, im Zieltrichter die Gatter rechts und links, meine Arme flogen hoch, die letzte Kraft, die Schmerzen, ich schrei so laut ich konnte „Jaaaaaaa“! Geschafft! Kleine Scheidegg, es war vorbei. 5:03 zeigte die Uhr. „Nie wieder! … bis zum nächsten Mal“.
Zum Glück sah mich kaum einer heulen…
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Doch nun ist alles anders! Den Höhenpunkt der Laufuhrerfahrung, erklimmt der Sportler aber nach dem absolvierten Training. Alle Messwerte der Uhr können via Infrarotadapter auf den PC in die POLAR Software, übertragen werden. Dort werden sie in einem Laufkalender gespeichert, per Doppelklick auf eine Trainingseinheit, öffnet sich eine Grafik, die jedem anständigen Controller vor Neid erblassen lässt. Alle Messwerte, wenn gewünscht im Abstand von einer Sekunde, werden in einer gut zu lesenden und ansprechend aufbereiteten Grafik dargestellt. Es bereitet mir eine diebische Freude, nach einem schönen 35-ger, den Lauf in der Grafik noch einmal Revue passieren zu lassen. Der Anstieg im mittleren Teil oder die letzten vier Kilometer, die ich als Steigerung absolviert habe. Die Grafik zeigt einen Kurzenverlauf wie bei einem guten eingefahrenem Porsche: Alle Kurven streben in einer schönen Steigung dem oberen Ende entgegen. Herrlich! Ich kann mich gar nicht losreißen. Uhr und oftware verfügen über Funktionen zur Einschätzung der persönlichen Fitness und zur Trainingsvorbereitung (own-zone, R-R Daten, etc). Das eigene Training kann geplant und auf der Uhr gespeichert werden. Am besten gefällt mir, dass ein Intervalltraining ruck zuck, in der Software zusammengeklickt werden kann. 15 Min einlaufen, (1000m; 3:00 Min Trabpause) * 8, 30 Min auslaufen; eine solche Einheit ist in weniger als einer Minute erstellt und auf die Uhr übertragen. Diese führt dann (gnadenlos) durch das Training. Hinterher wird dann alles in der Software ausgewertet, zusammengefasst und diversen Berichten dargestellt. Habe ich schon erwähnt, dass die gelaufene Strecke in Goole Earth angezeigt werden kann? Natürlich ist das möglich. In der Darstellung wird die "Lauflinie" so eingefärbt, dass man an Hand der Farbe die Pulsfrequenz auf dem jeweiligen Abschnitt erkennen kann. Da hat sich ein Softwerker wirklich Gedanken gemacht. Ebenso wie Schuhe können Fahrräder verwaltet und kann die Uhr zum Schwimmen genutzt werden. Beides habe ich nicht probiert. Genutzt und für gut befunden, habe ich die Möglichkeit eigene Sportzonen (Pulsbereiche) zu hinterlegen. Da nicht alle Trainingspläne auf den gleichen Bereichsdefinitionen aufsetzen, ist dies eine hilfreiche Funktion, zumal mehrer Modelle gespeichert und genutzt werden können. Es gibt eine Weck- und Erinnerungsfunktion. Sogar das Logo im „Uhrenmodus“ kann entworfen werden, wer will kann dort ein schwarz-weiß Bildchen einfügen oder vielleicht doch lieber die persönliche Marathonbestzeiten und die gelaufenen Jahreskilometer anzeigen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nach meinem Geschmack sieht die Uhr so gut aus, dass sie tatsächlich als erste Uhr im Alltag, getragen werden kann. Das gilt allerdings mehr für uns Männer als für die schnellen Gazellinnen. Die RS800 zeigt auch äußerlich, was in ihr steckt und ist entsprechend groß. Der geneigte Macho kann, muss dies aber nicht unbedingt als Nachteil ansehen. Ein Männerspielzeug halt. Bei allen Komponenten kann, darf und soll der Eigentümer die Batterien selbst wechseln. Klasse! Nach alle dieser Begeisterung, möchte ich ein Paar Nachteile aufschreiben: Die Ablesbarkeit der Anzeige im Dunkeln war bei den alten Modellen besser. Das Glas spiegelt etwas, wo durch die Anzeige beim Vorbeilaufen an Straßenlaternen schlecht erkannt werden kann. Der Nupsi, unter den der Rest des Armbands geklemmt wird, ist widerspenstig und lässt sich nur mit Nachdruck über den Armbandrest schieben. Die vier Drucktasten an der Seite des Gehäuses, reagierten früher besser, bzw. sensibler, dafür war die Start-Stopp Taste etwas weniger empfindlich. Mit ein wenig Gewöhnung ist das Verhalten kein Problem. Ich nutze die automatische Tastensperre, so dass ich nicht mehr versehentlich, unterwegs ein Training starte. Ich hatte Kontakt zur Hotline, weil mein erster Infrarotempfänger defekt war. Innerhalb von vier Tagen war der Ersatz bei mir. Vorbildlich! Dass ich einen Teil der Uhr (200 Euro), hier auf der Achillesseite im Weihnachtsgewinnspiel, gewonnen habe, will ich nicht verschweigen. Jetzt, da ich weiß wie klasse diese ultimative Laufuhr ist, würde ich sie mir auch jederzeit für den vollen Preis von 500,- Euro kaufen. Mein Fazit: POLAR hat die Referenz bei den Laufcomputern definiert. Die RS800 löst die SX625 auf jeden Fall ab. An alle Monas auf diesen Seiten: Wollt ihr einen glücklichen Läufer, dann schenkt ihm eine RS800, auch wenn euch dann stundenlang mit bunten Kurven auf seinem Rechner nervt. Zu guter Letzte: Nein, ich werde nicht von POLAR bezahlt und betreibe auch virales Marketing. Ich bin einfach voll und ganz von meiner neuen Pulsuhr begeistert! |
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wopper hat den Blogeintrag Halbmarathon "Durch ... aktualisiert ![]() Schon die Kleinsten dehnen sich ordentlich, vor dem Start Traditionell drei Wochen vor dem Marathon in Hamburg, veranstaltet die LG HNF, die Leichtathletik Gemeinschaft Hausbruch – Neugraben – Fischbek, den Halbmarathon „durch das alte Land“. Um die 700 Teilnehmer finden sich in der Francoper Strasse ein. Fünf und Zehn Kilometer Läufe runden das Programm ab. Ich bewege mich am hinteren Ende, der vorderen Drittels oder so, einem Bereich, in dem noch wirklich gekämpft wird und jede Überholung, einem Sieg gleich kommt. Dort finden sich viele T-Shirts ein, die den Träger als Mitglied einer Betriebssportgruppe ausweisen. Entweder wurde dieses Jahr den Mitarbeiter der ehemaligen Landesbank die Teilnahme verboten, weil sie wahrscheinlich Geld in der Fußgängerzone sammeln müssen, oder sie trauen sich nicht mehr, ihren Arbeitgeber zur Schau zu stellen. So fand ich keine Firma, die ich jagen konnte. Der Halbmarathon führt über eine topfebene Wendepunktstrecke, gesäumt von den bekannten Apfelbaumplantagen. Viele Zuschauer finden sich unterwegs nicht. Motivatorischer Höhepunkt des Laufs, ist die Überquerung der vergleichsweise stark frequentierten Landstrasse 235, kurz vorm Wendepunkt. Das Feld ist bereits beträchtlich auseinander gezogen und so ist die Strasse längere Zeit gesperrt. Die Bewohner der alten Lands sind bekannt für ihren sportlichen Fahrstil, nicht dafür, dass viel und gerne laufen. Entsprechend ungläubig stauen sie zunächst über die bunte Läufergruppe. Mit jeder Minute Straßensperrung, fallen dann die Anfeuerungsrufe rustikaler aus. „Mach hinne, wir essen zeitig“ ist eine freundlich gemeinte Aufforderung, zügig dem Ziel entgegen zu eilen. Weiter hinten im Feld muss es noch lustiger zu gehen, habe ich gehört. Das auch ein Lauf im Flachen mit allerlei Ablenkung aufwarten kann, wird spätestens dann deutlich, wenn mal wieder ein Schaf kauend auf der Laufstrecke steht. Dieses Jahr hatten sich die Veranstalter etwas Neues ausgedacht, um den Lauf kurzweilig zu gestalten. An Stelle der Schafe, die in den letzten Jahren für Spaß sorgten, waren 2009 Kröten und Regenwürmer engagiert. Diese zahlten für ihren sportlichen Einsatz zwar mit dem Leben, waren dafür aber schwerer auszumachen. Meist spürte man nur ein leichtes glitschen, hörte noch eine letztes, kurzes: „quak“ und zog den Unmut der mitlaufenden auf sich, denen dann das Zeug an die Beine spritzte. So zeigt sich doch, dass auch ein Lauf bei dem nicht Tausende an der Strecke stehen, sehr unterhaltsam sein kann. Ab dem achten Kilometer, fand sich in meinem Windschatten mein persönlicher Treiber ein. Nach dem Wendepunkt versuchte ich ihn auf Distanz zu bringen, in dem ich ein wenig das Tempo anzog, musste mich dann aber bei Kilometer 18 geschlagen geben. Im Ziel hatte er mir eine Minute abgenommen, mich aber andererseits auch zu 1:35 angetrieben. Da er mir im Ziel gratulierte, war mein zwischenzeitlicher Gram verschwunden und wir freuten uns gemeinsam über unsere Zeiten. Insgesamt ist der Halbmarathon eine tolle Veranstaltung, gut organisiert und entspannter als die großen Events. Dazu mit 10 Euro, inkl. Medaille richtig günstig. Strecke und Teilnehmer spornen an zur Jagd auf die persönliche Bestzeit an. Für mich folgt jetzt noch ein Trainingsblock und dann wird meine Marathonzeit in Hamburg verbessert. |
Jul 14 |
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wopper hat den Blogeintrag Himmel hilf, es wird... aktualisiert ![]() Nur noch bei eBay zu bekommen: Dieters bestes Stück Am vergangenen Sonnabend, dem 14. März, war es unverkennbar. Das Thermometer näherte sich dem zweistelligen Bereich. Die schönst Stadt der Welt, erwachte aus dem Winterschlaf und mit ihr, trieb es Heerscharren von Läufern, aus dem gemütlichen Nest an die Außenalster. Freitags zuvor feierte meine Schwiegermutter Geburtstag, zu viert hatten wir eine Bresche in mein Rotweinlager geschlagen. Das persönliches Laufziel für den Sonnabendmorgen hieß demnach: „Menschwerdung, nach schwerem Gelage“. In Anbetracht der ersten Sonnenstrahlen entschied ich mich für eine dreiviertel Tights und ein langärmeliges Laufshirt, beides in Signalschwarz. Ich war gerade auf den Catwalk um die Außenalster eingebogen, als mir die erste Halluzination entgegen trabte. Ein knappfrischer Endfünfziger, gewandet in einen türkis-farbenen Dieter Bohlen Gedächtnis Trainingsanzug in Größe XXXL. Ich hege den finsteren Verdacht, dass nahezu alle Weltkrisen von Trägern solche Ballonseidenen Unausprechlichkeiten verursacht oder gesteuert werden. Verursacht, weil mein Kontrollsystem nach einem solchen Anblick regelmäßig in den Standby Modus wechselt und ich für mehrere Minuten nicht mehr Herr meine Sinne bin. Gesteuert, weil einem Menschen, die sich derart gekleidet auf die Strasse wagt, einfach alles zu zutrauen ist. Der Spitzenreiter dieser Wertung folgte knapp zwei Kilometer später. Der Anzug stammte aus einer früheren Periode, vermutlich aus recycelten Prielblumen, farblich war er in weinrot-lila changierend angelegt. Der Träger hatte eine schwarz-graue Robert Plant Lockenpracht, in der, wie ich beim näher kommen bemerkte, bereits ein paar Schwarzdrosseln brütete. In die Jetztzeit holte mich ein junger Schlaks zurück. Er trug eine kurze weite Hose in Leberwurstfarbe, dazu ein weißes Singlet. Seine muskelfreien Stelzen waren hellweiß grundiert und leuchteten inzwischen in verspielten Rosatönen. Die farbgleichen Arme ruderten wild um den Oberkörper. Ich hatte inzwischen die Gegengerade erreicht. Im Rahmen der Infrastrukturförderung wird der ganze Laufweg um die Alster mit einem neuen Belag ausgerüstet. Der Wirtschaftskrise sei es gedankt. Während der Bauarbeiten, läuft die Gegengrade etwas anders als gewöhnlich. Sie ist nun wirklich schnurgrade und man kann sie sehr weit einsehen. Ich erspähte etwas, dass auf den ersten Blick, wie ein mitten auf dem Track stehender Läufer aussah, der augenscheinlich zu viel Wasser geladen hatte und nun Ballast abließ. Dazu hielt er etwas sehr deutlich in der Hand, was auf keinen Fall das sein konnte, nachdem es aussah. Kurze Zeit später musste ich erfahren, dass es genau das war, wonach es aussah. Da stand ein Mann mitten auf dem Weg und pinkelte. Darwin hatte Unrecht! Jedenfalls nicht bei Männern. Dieser dort gehörte keinesfalls zu meiner Rasse. Dass die Winterpause auch an den Frauen nicht spurlos vorbeigegangen war, erfuhr ich kurze Zeit später. Eine Vertreterin der Gattung Trockengespenst, mit einem Körperfettanteil an der Nachweisbarkeits-grenze trat mir entgegen. Ihrem Gesichtausdruck nach zu urteilen, kam sie direkt vom Zahnarzt, wo ihr sämtliche Zähne ohne Betäubung entfernt worden waren. Sie lief in Einsteinscher Geschwindigkeit, d.h. die Erde unter ihren Füssen dreht sich schneller, als sie die Beine bewegte. Sie lief demnach quasi rückwärts. Sie wird die Alsterrunde keinesfalls vor Ende des Sommers beendet haben. Mal sehen, wie weit sie nächste Woche gekommen ist. Dafür schwitzte sie nicht! Make-up und Haare saßen perfekt. Ich lief eine lockere Geschwindigkeit, immer an der fünf Minutengrenze. Von hinten näherte sich schwere Gerät. Schrittfrequenz, Atemgeräusch und Abrolltönen nach zu urteilen, satte 100 Kilo, im vollen Galopp. So war es denn auch. Gute zwei Meter Mann, zur Abwechselung mal gänzlich ohne Haare, rollten an mir vorbei. Die Murmel auf dem massigen Körper war dunkel lila eingefärbt, der Pulsmesser hatte sicher schon einige Kilometer zuvor seinen Dienst quittiert. Der Athlet befand sich im Endstadium, wovon auch immer. Dann, an der engsten Stelle, der Fahrradschikane an der Krugkoppelbrücke, setzte er aus. Blieb einfach stehen! Unnötig zu sagen, dass mitten im Engpass. Rums! Ich küsste seinen glatten Hinterkopf und verabschiedete mich fröhlich winkend. Auf dem vergessenen Stück traf ich auf zwei Tratschwellen (Dank an Kapitän Blaubär, für dieses Wort). Die gibt es männlich oder weiblich. Sie verbreiten Verona Pooth Weisheiten in bester Robert Plant Lautstärke. Die beiden Männchen vor mir trainierten wahrscheinlich für den „marathon des sables“, denn sie führten mehrer hundert Liter Wasser mit sich. An der unübersichtlichen Stelle, beim Einbiegen in die Fährhausstrasse, trat ich fast auf einen kleinen, hageren Läufer. Wann versteht die deutsche Laufwelt, dass wir rechts laufen. Und zwar jeder! Jeder läuft sein rechts, ganz einfach. Noch fluchend näherte ich mich einer geradezu klassischen Augenweide. Dem in die Tights gestopftem Funktionsshirt bei Herren. Selbst der knackigste Männerhintern schafft es nicht gegen den Druck der Funktionsfasern, sein Form zu halten. Der Kerl vor mir, war mit einem hängenden Allerweltsarsch geschlagen und scheute sich nicht, die wabbelnde Masse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Optisch unterstützt durch einen wurstigen Spoiler, den Shirt und Hose bildeten. Alles in diesem Land, ist gesetzlich geregelt, aber hier stehen wir Ästheten allein auf weiter Flur. Bitte liebe Frauen, trocknet diesen Sumpf aus, in dem solche Männer von der Paarung ausgeschlossen werden. Irgendwann ist dann mal Schluss mit dem Augenkrebs. Ich schloss die Alsterrunde mit einer Gruppe Football Spieler. Acht Meter Laufweg sind schlicht zu schmal, damit zwölf Personen nebeneinander im gemütlichen GA1 Tempo den Stoffwechsel trainieren können. Mein Stoffwechsel wird durch solche Alsterrunden ruiniert. Dennoch war der Rotwein von der Leber in die Atemluft entlassen, so dass ich halbwegs wieder hergestellt, nach Hause traben konnte. Gott! lass es Winter bleiben! Nur diese eine Mal! Mindestens noch bis zum Hamburgmarathon am 26. April. |
Jul 14 |
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wopper hat den Blogeintrag 18. Juni: Insel Spie... aktualisiert Die Strecke auf SpiekeroogSoy un perdedor… |
Jul 14 |
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wopper hat den Blogeintrag Hamburg Marathon 200... aktualisiert ![]() (Danke Ingo, für das tolle Bild) Der wärmste April seit 119 Jahren kündigte sich am Sonntag, den 26. bereits morgens um 7:00 Uhr an. 12° C zeigte mein Thermometer auf dem Balkon. Somit war die Kleiderfrage schnell geklärt. Kurz und luftig sollte es sein. Etwas langwieriger gestaltete sich in diesem Jahr die Anreise zum Start. Die Linie U2 ist unterbrochen und am Marathonsonntag verkehren die Ersatzbusse nicht. Alle Teilnehmer mussten mit der U3 anreisen, was dazu führte, dass die U-Bahnstation Reeperbahn bereits gegen 8:00 Uhr wegen Überfühlung geschlossen werden musste. Ich verließ die Bahn an den Landungsbrücken und erreichte entspannt den Start. Vielen Mitläufern bereite die Anreise Stress und sie kamen abgehetzt am Start an. Es wäre sicher gut gewesen, wenn der Veranstalter ein paar erklärende Hinweise in die Startertüte gepackt hätte. Im letzten Jahr war der Marathonstart an die Reeperbahn verlegt worden. Dieses Jahr war das Sportlerdorf auf dem Heiligengeistfeld besser durchdacht angeordnet. Vor dem Start wurde ich schnell meinen Kleiderbeutel los und den Dreisprung Medaille – Kleiderbeutel - Erdinger, nach dem Zieleinlauf, konnte ich in Rekordzeit absolvieren. Hamburg ist für seine Toleranz und Weltoffenheit bekannt. Bei der Startaufstellung des Marathons zeigt sich die Hamburger Krämerseele. Bei keiner anderen Laufveranstaltung an der ich teilgenommen habe, stellen sich die Läuferinnen und Läufer derart korrekt in den Startblöcken auf. Es herrscht kein Gedränge und ein jeder ordnet sich brav in seine Zielzeit ein. Das führt dazu, dass man vom Start an das avisierte Tempo laufen kann.
Perfekt! Über die Strecke und das Rennen existieren unzählige Berichte, deshalb fasse ich mich hier kurz. 2009 wurde sicher der Rekord von 850.000 Zuschauern gebrochen. An der Strecke war einfach unglaublich viel los. Die Sommerlichen Temperaturen locken noch mehr Menschen, als die Jahre zuvor an. Neben den bekannten Brennpunkten wie den Landungsbrücken, dem Jungfernstieg und Eppendorf, brannte in diesem Jahr auch in der Saarlandstrasse sowie auf den letzten zwei Kilometern die Luft. Am Eppendorfer Baum kam wieder „l’Alpe d’ Huez“ Gefühl auf. Die Zuschauer standen in vierer Reihen am Rand und ließen eine Gasse, in der sich zwei Läufer nebeneinander ihre Portion Gänsehaut abholen konnten. Selbst auf Streckenabschnitten an denen weniger Zuschauer standen, herrschte eine tolle Stimmung. Die Hamburger nutzten den Marathon ausgiebig um sich und den Frühling zu feiern. Somit möchte ich hier meine drei Lieblingsfans vorstellen: Platz 3 Platz 2 Platz 1 Ich konnte in diesem Jahr einen kleinen Sieg und eine kleine Niederlage erringen. Mein Sieg war der Erfolg, meinen Zeigezeh mit einer speziellen Schutzsocke so zu ummanteln, dass dieser am Ende der Veranstaltung eine, einem Zeh würdige Farbe, aufwies. Früher spielte sich in meinem Schuh ein Blutbad ab, das dann wochenlang in schillernden Grün- und Blautönen ausklang. Diesmal war da nix. Alles so, wie es sein soll. Toll! Die Niederlage wurde mir mal wieder von der Uhr beigebracht. Bis Kilometer 32 lief ich einen Schnitt von knapp unter fünf Minuten, auf den letzten 10 Kilometern, habe ich dann den 25°C Tribut gezollt und bin nach 3:42 über die Ziellinie gelaufen. Auch wenn das mein schnellster Marathon war, hätte ich so gern doch auch die 3:30 geknackt. Aber gut, am 25. April 2010 läutet erneut die Glocke auf der Reeperbahn.
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Jul 14 |
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wopper hat den Blogeintrag Raus aus dem Gebüsch... aktualisiert
Am 11. Oktober 2008 wurde bereits zum 31. Mal der Brockenmarathon durchgeführt. Bisher hatte ich fünf Marathons im flachen Gelände hinter mich gebracht. Mit gehörigem Respekt erwartete ich auf einer Waldwiese in Wernigerode, bei bestem Wetter, den Startschuss zu mehr als 1.000 Höhenmetern.
Mein Ziel war es aufrecht und gesund anzukommen, meine persönliche Bestzeit hatte ich im Juni, in Bremerhaven, mit 3:47 auf der Marathonstrecke erreicht. Mein Trainingstagebuch wies bis Anfang Oktober gut 2.200km und mehr als 17.000 Höhenmeter aus. Ich füllte mich gut vorbereitet, war aber dennoch ob des Unbekannten fast so aufgeregt, wie beim Marathondebüt.
Ab Start ging es prima los. Die Strecke verlief in entspannten Wellen, durch herbstlichen Waldweg, über Brücken an Bachläufen entlang, bis nach Ilsenburg. Hier, ab dem magischen Kilometer 11, sollte laut den Berichten die vorab gelesen hatte, der harte Teil des Laufs beginnen. Ich empfand die dann kommenden Steigungen als moderat, was sicher auch dran lag, dass ich viele Kilometer in der Schweiz lief und dort meine Frustrationsschwelle ein gutes Stück nach oben geschoben hatte. Bei Kilometer 16 erreichten wir die legendäre „Panzerstrasse“, ein unangenehm zu laufender Belag, der etwas steiler zum Gipfel führte. Nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass alle MitstreiterInnen vom Trab in den Schritt wechselten. Da ich ja bereits festgelegt hatte, diesen Saisonabschluss so locker wie möglich anzugehen, schloss ich mich ihnen an. Es bliebt Zeit die herrliche Aussicht zu genießen. Der Brocken ist nur an wenigen Tagen im Jahr Nebel- und Niederschlagsfrei; während des Laufs lag Kaiserwetter über dem Harz.
„Hier stehe ich nun und kann nicht anders“, diese Worte rauschten durch meinen Kopf während ich versuchte die dräuenden Krämpfe in beiden Beinen wegzuatmen. Ich nahm noch schnell ein Foto auf, um mindestens den Anschein zu erwecken, dass dieser Stopp geplant war. Ach, wäre ich doch auch mit der mentalen Stärke des Reformators, dem Urheber des Zitats, gesegnet und könnte ein rasches Ende erreichen. „The only way is up“, ein weiteres Zitat bildete sich in meinem sauerstoffarmen Hirn. Zu meiner Verdriesslichkeit gaben beide Zitate meine Situation korrekt wieder. Noch 1,7 Kilometer und ungefähr 100 Höhenmeter, dann wäre es geschafft. Ich befand mich bei Kilometer 40,5 auf dem 17. Jungfrau Marathon, am 5. September 2009.
Doch von Anfang an.
Ich wohne in Hamburg und arbeite seit vielen Jahren in Bern. In dieser Zeit gewann ich etliche Freunde unter meiner Arbeitskollegen und es war uns eine schöne Tradition geworden, im November gemeinsam den Gurtenlauf, einen 16 Kilometer Rennen, auf den Berner Hausberg zu bestreiten. Eines schönen Tages, bei einer Pizza im „VH“, studierten wir eine Karte mit den Bergbahnen im Berner Oberland. Es lässt sich nicht mehr nachvollziehen, aus welchen Gründen wir dann überlegten gemeinsam am Jungfrau Marathon teilzunehmen. Ausgerechnet ich nahm diese Idee ernst und meldete mich wirklich an.
Nach dem guten Hamburg Marathon in 2009 wurde die Vorbereitung auf die Jungfrau durch viele Ereignisse erschwert. Bis zum Schluss blieb es schwierig, selbst die letzten Stunden vor dem Lauf, waren improvisiert und wenig leistungsfördernd. Statt wie geplant, am Freitag in aller Ruhe nach Interlaken zu reisen, weilte ich noch in Hamburg. Dort stürzte ich als letzter Passagier in den letztmöglich Flieger nach Zürich, wo ich selbstverständlich den richtigen Zug nicht mehr erreichte. Letztlich kam ich gegen Mitternacht, im strömenden Regen, in Interlaken an.
Samstagmorgen um 6:00 Uhr stand ich auf und machte mich auf den Weg, um meine Startunterlagen zu holen. Auf der Strasse dann erhellte sich meine Stimmung. An einem königsblauen Himmel begrüsste der scheidende Mond, die aufgehende Sonne. Die beeindruckenden Berge waren von Wolkenschleiern gekrönt.
Mein Herz machte einen kleinen Jauchzer.
Wenig später, nach Frühstück und einlaufen, traf ich im Startblock auf einen alten Freund, den ich seit gut zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Thomas und ich begrüssten uns herzlich und machten uns Mut, für die kommenden 42 Kilometer.
Das 4.500 köpfige Starterfeld lief erstaunlich schnell und dicht, auf den ersten 10 Kilometern. Im hohen Blau glänzte die Sonne, so war es wärmer als gedacht. Zwischen dem neunten und zehnten Kilometer überholte ich den 5:00 Stundenläufer (grüner Ballon), Thomas lag, nach einer Pinkelpause, seit geraumer Zeit hinter mir. Nach ein paar kleinen Anstiegen, Gras- und Feldwegen, näherten wir uns dem Halbmarathon, bei dem ich mit 1:54 recht zufrieden war. Kurze Zeit später überholte mich zunächst der fünf Stunden Läufer und dann auch Thomas. Auf einer langen Gerade nahm ich all meine Kraft zusammen, lief unter 4:30 und sammelte beide wieder ein. Dies war mein Glück, wie ich sehr viel später erfahren sollte. Die Landschaft war nicht nur beeindruckend, sie war umwerfend.
Bilderbuchwetter! Bilderbuchansichten! Traumhaft schön!
Dann ging es bergauf, 26 Serpentinen hoch nach Wengen. Irre, wirklich!
Ein ums andere Mal habe ich das Gefühl, gleich wieder rückwärts den Berg runterzufallen. In Wengen dann ein Ortdurchlauf mit Gänsehautgarantie. Am Ortsende folgte ein Weg durch Bergwälder mit immer wieder schönen Ausblicken ins Tal oder auf Jungfrau und Eiger. Die Richtung war vorgeschrieben, es ging aufwärts. Schliesslich erreichen wir den berüchtigten Wixi Abzweig. An dieser Stelle muss jeder Läufer mit einem breiten Grinsen die Streckenposten grüssen. Andernfalls besteht die Gefahr, gnadenlos aus dem Rennen aussortiert zu werden. In der Rennbeschreibung wird erwähnt, dass Hilfskräfte nur erschwert Zugang finden, zu dem nun folgenden Streckenabschnitt. Diese Aussage ist natürlich ganz schweizerisch untertrieben. Die Moräne ist gnadenlos, wer in sie hinein läuft muss entweder oben wieder herauslaufen oder bleibt liegen, bis er von einer Frühjahrslawine ins Tal gespült wird. Ich passierte die Stelle bei 3:40, noch über eine Stunde vor meiner avisierten Zielzeit. Zu Beginn ging es, auf einem Trampelpfad, durch eine steile Wiese, die durch die Regenfälle der letzten Tage aufgeweicht und rutschig war. Kurz vor Kilometer 40 begann der harte Aufstieg auf dem Kamm. Grosse Steine, schlammige Stellen und ruppige Absätze bereiten Laufvergnügen pur. Die Heerschar der Läufer bewegte sich stumm bergauf. Wer überholen wollte, bezahlt den Versuch ein paar Meter tiefer mit blutigen Knien. Mein Blickfeld war eingeengt, ich sah wenig und hörte nichts mehr. Jeder unbedachte Schritt hätte eine einen Krampf herauf beschwören können. Gut, dass ich unten schnell genug gewesen war und an dieser Stelle nicht im dichtesten Pulk lief.
So war ich hierher gekommen und nun musste ich weiter laufen. Kaum hatte ich mich umgedreht, spürte ich wieder den Druck der mehr als 3000 Leidensgefährten, die hinter mir waren und mich den Berg herauf drücken. Bei Kilometer 41 passierten wir eine Teenagerscharm die jeden Läufer wie Bill Kaulitz von Tokio Hotel begrüssten. Wer noch Kraft hatte, klatschte diese Motivationsspritzen ab. Es folgte eine flache langgezogene Linkskurve, ich nahm wieder Fahrt auf. Dann ein kurzer Anstieg und der letzte Verpflegungsposten. Eine Stimme verkündete, dass ich soeben den höchsten Punkt, 2200 Meter über dem Meeresspiegel, passiert hatte. Der Weg führt bergab, sogar sehr bergab, ich lief vorsichtig, um nicht noch einen Krampf zu riskieren. Unter einer Brücke hindurch, noch einmal zwanzig Meter bergauf und dann in Richtung der Menschenmassen. Plötzlich hörte ich „hopp, Uwe, hopp hopp“ und sah Andreas am Rand stehen. Ein paar Leute liessen sich anstecken und riefen „hopp hopp Uwe“. Der Zielbogen „Finish“, im Zieltrichter die Gatter rechts und links, meine Arme flogen hoch, die letzte Kraft, die Schmerzen, ich schrei so laut ich konnte „Jaaaaaaa“! Geschafft! Kleine Scheidegg, es war vorbei. 5:03 zeigte die Uhr. „Nie wieder! … bis zum nächsten Mal“.
Zum Glück sah mich kaum einer heulen…
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wopper hat den Blogeintrag Der höchste Tiefpunk... erstellt <!-- /* Font Definitions */ @font-face {font-family:"Cambria Math"; panose-1:0 0 0 0 0 0 0 0 0 0; mso-font-charset:1; mso-generic-font-family:roman; mso-font-format:other; mso-font-pitch:variable; mso-font-signature:0 0 0 0 0 0;} /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal {mso-style-unhide:no; mso-style-qformat:yes; mso-style-parent:""; margin:0cm; margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:12.0pt; font-family:"Times New Roman","serif"; mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; mso-ansi-language:EN-US; mso-fareast-language:EN-US;} .MsoChpDefault {mso-style-type:export-only; mso-default-props:yes; font-size:10.0pt; mso-ansi-font-size:10.0pt; mso-bidi-font-size:10.0pt;} @page WordSection1 {size:612.0pt 792.0pt; margin:72.0pt 90.0pt 72.0pt 90.0pt; mso-header-margin:35.4pt; mso-footer-margin:35.4pt; mso-paper-source:0;} div.WordSection1 {page:WordSection1;} -->
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Doch von Anfang an.
Ich wohne in Hamburg und arbeite seit vielen Jahren in Bern. In dieser Zeit gewann ich etliche Freunde unter meiner Arbeitskollegen und es war uns eine schöne Tradition geworden, im November gemeinsam den Gurtenlauf, einen 16 Kilometer Rennen, auf den Berner Hausberg zu bestreiten. Eines schönen Tages, bei einer Pizza im „VH“, studierten wir eine Karte mit den Bergbahnen im Berner Oberland. Es lässt sich nicht mehr nachvollziehen, aus welchen Gründen wir dann überlegten gemeinsam am Jungfrau Marathon teilzunehmen. Ausgerechnet ich nahm diese Idee ernst und meldete mich wirklich an.
Nach dem guten Hamburg Marathon in 2009 wurde die Vorbereitung auf die Jungfrau durch viele Ereignisse erschwert. Bis zum Schluss blieb es schwierig, selbst die letzten Stunden vor dem Lauf, waren improvisiert und wenig leistungsfördernd. Statt wie geplant, am Freitag in aller Ruhe nach Interlaken zu reisen, weilte ich noch in Hamburg. Dort stürzte ich als letzter Passagier in den letztmöglich Flieger nach Zürich, wo ich selbstverständlich den richtigen Zug nicht mehr erreichte. Letztlich kam ich gegen Mitternacht, im strömenden Regen, in Interlaken an.
Samstagmorgen um 6:00 Uhr stand ich auf und machte mich auf den Weg, um meine Startunterlagen zu holen. Auf der Strasse dann erhellte sich meine Stimmung. An einem königsblauen Himmel begrüsste der scheidende Mond, die aufgehende Sonne. Die beeindruckenden Berge waren von Wolkenschleiern gekrönt.
Mein Herz machte einen kleinen Jauchzer.
Wenig später, nach Frühstück und einlaufen, traf ich im Startblock auf einen alten Freund, den ich seit gut zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Thomas und ich begrüssten uns herzlich und machten uns Mut, für die kommenden 42 Kilometer.
Das 4.500 köpfige Starterfeld lief erstaunlich schnell und dicht, auf den ersten 10 Kilometern. Im hohen Blau glänzte die Sonne, so war es wärmer als gedacht. Zwischen dem neunten und zehnten Kilometer überholte ich den 5:00 Stundenläufer (grüner Ballon), Thomas lag, nach einer Pinkelpause, seit geraumer Zeit hinter mir. Nach ein paar kleinen Anstiegen, Gras- und Feldwegen, näherten wir uns dem Halbmarathon, bei dem ich mit 1:54 recht zufrieden war. Kurze Zeit später überholte mich zunächst der fünf Stunden Läufer und dann auch Thomas. Auf einer langen Gerade nahm ich all meine Kraft zusammen, lief unter 4:30 und sammelte beide wieder ein. Dies war mein Glück, wie ich sehr viel später erfahren sollte. Die Landschaft war nicht nur beeindruckend, sie war umwerfend.
Bilderbuchwetter! Bilderbuchansichten! Traumhaft schön!
Dann ging es bergauf, 26 Serpentinen hoch nach Wengen. Irre, wirklich!
Ein ums andere Mal habe ich das Gefühl, gleich wieder rückwärts den Berg runterzufallen. In Wengen dann ein Ortdurchlauf mit Gänsehautgarantie. Am Ortsende folgte ein Weg durch Bergwälder mit immer wieder schönen Ausblicken ins Tal oder auf Jungfrau und Eiger. Die Richtung war vorgeschrieben, es ging aufwärts. Schliesslich erreichen wir den berüchtigten Wixi Abzweig. An dieser Stelle muss jeder Läufer mit einem breiten Grinsen die Streckenposten grüssen. Andernfalls besteht die Gefahr, gnadenlos aus dem Rennen aussortiert zu werden. In der Rennbeschreibung wird erwähnt, dass Hilfskräfte nur erschwert Zugang finden, zu dem nun folgenden Streckenabschnitt. Diese Aussage ist natürlich ganz schweizerisch untertrieben. Die Moräne ist gnadenlos, wer in sie hinein läuft muss entweder oben wieder herauslaufen oder bleibt liegen, bis er von einer Frühjahrslawine ins Tal gespült wird. Ich passierte die Stelle bei 3:40, noch über eine Stunde vor meiner avisierten Zielzeit. Zu Beginn ging es, auf einem Trampelpfad, durch eine steile Wiese, die durch die Regenfälle der letzten Tage aufgeweicht und rutschig war. Kurz vor Kilometer 40 begann der harte Aufstieg auf dem Kamm. Grosse Steine, schlammige Stellen und ruppige Absätze bereiten Laufvergnügen pur. Die Heerschar der Läufer bewegte sich stumm bergauf. Wer überholen wollte, bezahlt den Versuch ein paar Meter tiefer mit blutigen Knien. Mein Blickfeld war eingeengt, ich sah wenig und hörte nichts mehr. Jeder unbedachte Schritt hätte eine einen Krampf herauf beschwören können. Gut, dass ich unten schnell genug gewesen war und an dieser Stelle nicht im dichtesten Pulk lief.
So war ich hierher gekommen und nun musste ich weiter laufen. Kaum hatte ich mich umgedreht, spürte ich wieder den Druck der mehr als 3000 Leidensgefährten, die hinter mir waren und mich den Berg herauf drücken. Bei Kilometer 41 passierten wir eine Teenagerscharm die jeden Läufer wie Bill Kaulitz von Tokio Hotel begrüssten. Wer noch Kraft hatte, klatschte diese Motivationsspritzen ab. Es folgte eine flache langgezogene Linkskurve, ich nahm wieder Fahrt auf. Dann ein kurzer Anstieg und der letzte Verpflegungsposten. Eine Stimme verkündete, dass ich soeben den höchsten Punkt, 2200 Meter über dem Meeresspiegel, passiert hatte. Der Weg führt bergab, sogar sehr bergab, ich lief vorsichtig, um nicht noch einen Krampf zu riskieren. Unter einer Brücke hindurch, noch einmal zwanzig Meter bergauf und dann in Richtung der Menschenmassen. Plötzlich hörte ich „hopp, Uwe, hopp hopp“ und sah Andreas am Rand stehen. Ein paar Leute liessen sich anstecken und riefen „hopp hopp Uwe“. Der Zielbogen „Finish“, im Zieltrichter die Gatter rechts und links, meine Arme flogen hoch, die letzte Kraft, die Schmerzen, ich schrei so laut ich konnte „Jaaaaaaa“! Geschafft! Kleine Scheidegg, es war vorbei. 5:03 zeigte die Uhr. „Nie wieder! … bis zum nächsten Mal“.
Zum Glück sah mich kaum einer heulen…
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