Sony Walkman NW-WS623 Test: Kein Kabelsalat, gute Sound-Qualität

Geschrieben von: Timo Krause

Achilles-Leser Timo Krause läuft und mag Musik. Für uns hat er den SONY Walkman NW-623 auf Herz und Nieren getestet. Hier sein Fazit.

Tester: Timo Krause
Alter: 35 Jahre
Status: Leidenschaftlicher Läufer mit Tendenz zum sportlichen Fremdgehen (Mountainbike, Speedminton, Stand-Up- Paddle, Wandern etc.), Marathon PB 3:29h.
Nutzung des Walkmans: Laufen, Schwimmen, Stand-up Paddling

Beim Sport gehört Musik für mich dazu wie das Atmen. Musik motiviert mich. Musik macht mich glücklich, wenn ich beim Laufen mit meinen Lieblingssongs durch die Stadt oder Natur renne. Anstatt dem eigenen Smartphone gibt es als Alternative spezielle Sport MP3 Player. Ich durfte den SONY Walkman NW-623 ausprobieren. Ein Erfahrungsbericht als ambitionierter Läufer und eher mäßiger Schwimmer.

Allgemeiner Eindruck (Auswahl)

In-Ear Kopfhörer

Gleich vorneweg: ich bin kein Freund von In-Ear Kopfhörern aufgrund von schmerzhaften Erfahrungen in der Vergangenheit. Ich teste während einigen Läufen verschiedene Größen an Ohrstöpseln. Dazu später mehr.

Akku & Sound

Den Akku lade ich über die USB-Docking Station an meinem Mac, der den Walkman problemlos erkennt. Musikdateien übertrage ich einfach per Drag & Drop. Nach 1,5 Stunden ist der Akku voll geladen. Die Akkulaufzeit wird mit 12 Stunden angegeben. In meinem Fall war nach etwa 11 Stunden das Akku leer. Damit bin ich zufrieden. Immer noch eine gefühlte Ewigkeit an Akkuleistung. Der Walkman kann mit der Quick Charge Funktion drei Minuten geladen werden. Das reicht laut Hersteller für 60 Minuten. Auch dazu später mehr.

Die Musik ist von guter Qualität. Satte Bässe darf man natürlich nicht erwarten, aber ein klarer Sound mit soliden Höhen, Mitten und Tiefen trifft auf meine Ohren. Zudem sind über die Mikrofone auf beiden Seiten die Umgebungsgeräusche hörbar. Straßenverkehr und Stimmen. Also auch mehr Sicherheit beim Run durch den Stadtdschungel.

Wasserdichte

Der Walkman ist nach dem internationalen Standard IPX5/8 klassifiziert. Das bedeutet, er ist „strahlwassergeschützt“, wasserdicht bis 2 m und kann problemlos zum Schwimmen verwendet werden. Meinem Lauf im Regen machte dem Player ebenfalls nichts aus.

Bedienung

Die Bedienung des Walkman ist kinderleicht über die Tasten an den beiden Seiten der Kopfhörer möglich. Die für mich etwas zu kleinen Tasten (Ein/Aus-Schalter, Lautstärke, Mode, Nächster Song, Bluetooth Kopplung) sind intuitiv zu bedienen und nach kurzer Zeit habe ich den Dreh raus.

Bluetooth & NFC

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Die Kopplung mit dem Smartphone ist super einfach. Sieben Sekunden lang die auffällige, silberne Bluetooth Taste gedrückt halten und der Walkman verbindet sich augenblicklich. So kann ich meine vorhandene Lieblings-Playlist von meinem Smartphone hören. Near Field Communication (NFC) konnte ich nicht testen, da ich nicht über ein Endgerät mit NFC verfüge.

Verarbeitung & Design

Der schwarze Walkman wiegt nur 32 Gramm und ist wertig verarbeitet. Der Player ist ansonsten in weiß und hellgrün erhältlich. Das flexible Kopfhörerband passt sich ergonomisch an meinen Hinterkopf an. Einen Schönheitswettbewerb gewinnt man mit dem Player meiner Meinung nach aber nicht. Er wirkt an meinem Kopf sehr groß und „spacig-futuristisch“.

Sportlicher Test

Laufen

Mein Start mit dem Walkman ins Lauftraining beginnt holprig. Da In-Ear Kopfhörer nicht zu meinen Favoriten gehören, bin ich gedanklich schon leicht voreingenommen. Die Ohrstöpsel rutschen mir zu Beginn oft raus. Das frustriert mich. Außerdem habe ich den Eindruck, dass meine Laufbewegungen für ein dumpfes Hintergrundgeräusch sorgen. Eine Art „dumpfer House Beat“ legt sich über meine Songs.

Nachdem ich verschiedene Ohrstöpsel teste, finde ich heraus, dass ich verschiedene Größen für meine Ohren brauche. Im rechten Ohr M, im linken Ohr L. So sitzt der Walkman bei mir optimal. Ich trainiere verschiedene Einheiten. Mal ruhiger Dauerlauf bis hin zu Tempoläufen. Dabei zeigt sich schnell, dass bei höherer Laufintensität die Ohrstöpsel schneller aus den Ohren fallen.

Für den schnellen Feierabendlauf finde ich die „Quick Charge Funktion“ großartig. Allzu oft habe ich vergessen meinen iPod vorher aufzuladen. Die drei Minuten Ladezeit reichen mir um mein Sportdress anzuziehen. Schuhe geschnürt, Walkman auf die Ohren, los geht’s. Im Test hatte ich etwa 50 Minuten Hörgenuss.

Zwischenfazit: Kein Kabelsalat, einfache Bedienung der Tasten und gute Soundqualität. Für kurze Trainingseinheiten und Läufe ist der Walkman ein gut geeigneter MP3-Player. Für lange Dauerläufe werde ich dennoch auf meinen iPod zurückgreifen. Bei zeitintensiven Läufen sind mir die In-Ear Kopfhörer einfach zu unbequem und sorgen für ein unangenehmes Gefühl in meinen Ohren.

Schwimmen

Ich bin ein eher mäßiger Schwimmer. Daher ist mein Testurteil mit einigen Einschränkungen verbunden. Meine fehlende Schwimmtechnik erlaubt es mir nicht, unzählige Bahnen im Becken zu ziehen. So kann ich nicht beurteilen ob der Walkman 30 Minuten unter Wasser gehalten werden kann. Ich bin den Sommer über kurze Distanzen (< 30 Min) in verschiedenen Seen und Pools geschwommen. Dabei habe ich das empfohlene Arretierband genutzt. Der Walkman saß dabei bombenfest, verrutschte nicht und war kaum spürbar. Die speziellen Schwimm-Ohrstöpsel saßen dabei angenehm in meinen Ohren und verhinderten mit einer dünnen Membran das Eindringen von Wasser. Die Soundqualität unter Wasser war ausgezeichnet.

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Für Triathleten und intensiv trainierende Schwimmer ist aufgrund der langen Monotonie im Wasser der Walkman sicherlich eine Bereicherung und Motivationshilfe. Außerdem kann der Player auch in Salzwasser genutzt werden.

Stand-up Paddling

Postkartenkulisse. Ein ruhiger See in Kanada und ein Stand-Up-Paddle Board. Klar, den Walkman muss ich hier ausprobieren. Eine ruhige Wasseroberfläche und die Gewissheit, dass beim Runterfallen mein MP3 Player nicht ersäuft, sorgen bei meinem Test für optimale Bedingungen. Ich gleite über das Wasser. Bei ruhigen und auch sportlicheren Paddelbewegungen bleibt der Walkman fest an meinem Hinterkopf und in meinen Ohren. Der Walkman wird auch als Multi-Sports Player angepriesen und ist meiner Meinung nach auch für andere Ausdauersportarten wie z.B. SUP oder Krafttraining im Fitnessstudio geeignet.

Wichtiger Hinweis: Die Nutzung von Kopfhörern auf dem Wasser könnte ein Sicherheitsrisiko darstellen, da das Hörvermögen eingeschränkt ist.

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Allgemein

• Gewicht: 32 Gramm
• Wasserdicht bis 2 m nach IPX5/8 Standard und daher zum Schwimmen (Süß- und Salzwasser) geeignet
• 4 GB interner Speicher (Effektiv 3,2 GB)
• Bluetooth
• NFC (Near Field Communication)
• Mikrofon

Wiedergabe von Musik/Podcasts und Audiodateien

• Flac, Linear PCM, MP3, WMA und AAC (nicht DRM-geschützt)

Gesamtfazit

Der Sony Walkman NW-623 ist meiner Meinung nach gut für Sportler ausgelegt, die leidenschaftlich Wassersport betreiben. Ambitionierte (Lang-) Schwimmer und Triathleten haben mit dem wasserdichten Player sicherlich eine große Freude.

Ich muss gestehen, dass ich nach meinen anfänglichen eher holprigen Lauf-Erfahrungen mit dem Walkman mittlerweile sehr zufrieden bin. Kein Kabelsalat, gute Sound-Qualität und genügend Speicherkapazität für meine Lieblingssongs. Die kinderleichte Übertragung der Dateien per Drag & Drop sowie die intuitive Bedienung machen den Walkman für mich zum gut geeigneten Laufbegleiter – auch bei Regen. Mit Bluetooth kann ich mein Smartphone koppeln, ohne die Songs erneut auf den Walkman zu übertragen. Die Telefonie-Funktion finde ich persönlich unwichtig. Wenn ich Sport mache, mache ich Sport und bin eben nicht erreichbar.

Einzig die Passform stellt für mich das größte Fragezeichen dar. Gerade zu Beginn der Testphase rutschte mir der Walkman oft aus den Ohren. Die Intensität der Bewegungen spielen natürlich eine Rolle. Beim Tempolauf mit höherer Belastung steigt das Risiko dass der Player aus dem Ohr rutscht im Gegensatz zum gemütlichen Dauerlauf mit ruhigen Bewegungen. Meiner Meinung nach ist der Walkman daher für kurze Distanzen geeignet. Bei längeren Läufen wird es unangenehm.

Ob der Walkman für jedermanns Ohren passt, ist fraglich. Aber sind wir mal ehrlich: so individuell wie unsere Laufstile sind, sind auch unsere Ohren geformt. Mit den mitgelieferten Sets verschiedener Größen haben Sportler jedenfalls genügend Auswahl um ihre optimale Passform zu finden. Ich bin gespannt, ob der Walkman im anstehenden Winter leicht zu bedienen bleibt. Mit Laufmütze stelle ich mir die Bedienung etwas komplizierter vor...

 

Alle Fotos: Timo Krause

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