Kopfschmerzen nach dem Sport: Was tun?

Laufen sollte Spaß machen und nicht Kopfschmerzen. Treten sie dennoch auf, ist Vorsicht geboten. Achilles-Gesundheitsexpertin Christine Richardt erklärt Ursachen und gibt Tipps, wie man Kopfschmerzen vermeiden kann. 

Läufer quälen sich immer wieder während oder nach dem Training mit Kopfschmerzen und fragen sich, woher sie kommen und was man gegen sie tun kann. Passiert das häufiger, sollte man die Ursache lokalisieren und entgegenwirken.

Flüssigkeitsmangel

Eine simple Ursache kann Flüssigkeitsmangel sein. Wer sich bewegt, erzeugt Wärme und schwitzt. Allerdings ist der Körper in der Lage, eine Dreiviertelstunde Joggen ohne Getränkeaufnahme problemlos zu überstehen. Wichtig ist vielmehr, den Tag hindurch regelmäßig zu trinken und einen Lauf gut hydriert zu beginnen.

Nach dem Laufen sollte die verlorene Flüssigkeit unbedingt wieder aufgefüllt werden. Joggt man länger als eine Stunde, sollte auch währenddessen getrunken werden.

Falsches Schuhwerk / schlechter Laufstil

Falsches Schuhwerk und ein schlechter Laufstil können ebenfalls zu Kopfschmerzen führen. Wenn man nach der so genannten Flugphase mit dem Fuß wieder auftritt, wirken starke Kräfte auf den Körper.

Fehlen Schutzmechanismen, wie trainierte Oberschenkel, ein starker Rücken und eine aufrechte Haltung, wird jeder Stoß bis in die oberen Teile der Wirbelsäule und in den Kopf weitergeleitet. Das führt zu Verspannungen und kann Schmerzen verursachen.

Gute Schuhe und die richtige Lauftechnik können Abhilfe schaffen. Beim idealen Laufstil sehen die Arm- und Beinbewegungen rund und synchron aus. Die leicht angewinkelten Arme schwingen parallel zum Körper. Der Oberkörper wippt dabei kaum auf und ab.

Der gesamte Bewegungsablauf wirkt selbst bei hohem Lauftempo leicht und locker. Obwohl es ein Idealbild gibt, muss man natürlich die individuellen Merkmale jedes Läufers berücksichtigen. Um die richtigen Laufschuhe zu finden, sollte man entweder einen Orthopäden oder ein Laufschuh-Geschäft aufsuchen, um dort eine Laufbandanalyse durchzuführen.

Verspannungen

Ein weiterer Grund für Kopfschmerzen können eine verkürzte Brustmuskulatur und eine zu weiche Hals-Nacken-Muskulatur sein. Dadurch entstehen Verspannungen, die in den Kopf ausstrahlen.

In diesem Fall können regelmäßige Dehnübungen helfen, die Schmerzen zu lindern oder ganz zu verhindern. Sollten die Dehnübungen keine Abhilfe schaffen, sollte ein Orthopäde oder einen Physiotherapeuten aufgesucht werden.

Bluthochdruck

Häufige Ursache für Kopfschmerzen kann auch eine Belastungshypertonie sein, bei der der Blutdruck durch die körperliche Aktivität in überhöhte Bereiche ansteigt und dadurch Symptome wie beispielsweise Schwindel und Kopfschmerzen ausgelöst werden. Dies kann durch einen Belastungstest festgestellt werden.

Ist sie diagnostiziert, muss sie nach genauer Abklärung je nach Schweregrad bei den sportlichen Aktivitäten berücksichtigt und möglicherweise auch medikamentös behandelt werden.

Ignorieren sollte man die Beschwerden keinesfalls. Könnt Ihr die oben genannten Ursachen ausschließen oder stellt sich durch die angegebenen Tipps keine Besserung ein, dann sucht bitte einen Arzt auf.

Christine Richardt ist selbstständige Apothekerin in Salzwedel und Dozentin im Fach Arzneimittellehre. Während ihres Pharmazie-Studiums hatte sie eine Vorliebe für Cross-Läufe. Heute nimmt die Freizeitläuferin an 10-km-Läufen und an Halbmarathons teil.

 

 

 

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