Breaking2: Nike will die 2-Stunden-Marathonmarke knacken

Geschrieben von: Frank Joung
Lelisa Desisa aus Äthiopien (v.l.), Zersenay Tadese aus Eritrea und Eliud Kipchoge aus Kenia

Der US-Sporthersteller Nike hat mal wieder Großes vor – wie eigentlich immer. Diesmal geht es um eine historische Zeitgrenze. Drei Nike-Athleten gehen 2017 gezielt an den Start, um den Marathon unter zwei Stunden zu laufen. Nike will alles dransetzen, um dieses Ziel zu erreichen. Der momentane Weltrekord liegt bei 2:02:57 Stunden.

"Breaking2"– heißt die Mission, die laut Nike "den Laufsport zu neuen Höhen führen soll". Es gehe darum, die Athleten in aller Welt dazu zu inspirieren, ihr ureigenes menschliches Potenzial voll zu entfalten. So heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns.

Drei Athleten gehen an den Start

2 Stunden, 2 Minuten und 57 Sekunden – diese Zeit hat Dennis Kimetto aus Kenia – ein Adidas-Athlet – 2014 beim Berlin-Marathon – gesponsert von Adidas – aufgestellt. Konkurrent Nike schickt jetzt drei Athleten ins Rennen, um diese Marke zu unterbieten.

Eliud Kipchoge, 32, aus Kenia, Lelisa Desisa, 26, aus Äthiopien und Zersenay Tadese, 34, aus Eritrea sollen rund drei Minuten schneller laufen als Kimetto und das schaffen, was noch nie jemand geschafft hat.

Kipchoges schnellste Zeit bislang liegt bei 2:03:05, aufgestellt beim London-Marathon 2016. Er gewann Olympisches Gold in Rio und den Berlin-Marathon (2015). Er gilt als der Favorit.

Desisa, 26, ist der Jüngste des Trios. 2013 und 2015 gewann er den Boston-Marathon. Seine Marathon-Bestzeit liegt bei 2:04:45, aufgestellt in Dubai 2013.

Tadese, 34, kommt von der Bahn und hält derzeit den Halbmarathon-Weltrekord mit 58:23. Seine Marathon-Bestzeit liegt bei: 2:10:41, erlaufen in 2012 in London.

Damit das mit den U-2h klappt, hat der US-Konzern den Läufern nach eigener Aussage ein Expertenteam aus Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen zur Seite gestellt. "Biomechaniker, Psychologen, Ernährungswissenschaftler, Designer, Datenanalysten und viele mehr arbeiten hart daran, das unmöglich Erscheinende möglich zu machen."

"Grenzen des Herzens austesten"

Natürlich hat Nike die Absicht, mit der Aktion Aufmerksamkeit zu generieren und Laufkollektionen zu verkaufen. Auf der anderen Seite – und das wird oft vergessen – hat die Firme einen Running-Ursprung und ist eine der innovativsten Marken weltweit.

Bill Bowerman, Nikes Mitbegründer, war ein legendärer Leichtathletik-Trainer. Er ist der Meinung: „Der eigentliche Zweck des Laufens ist nicht, ein Rennen zu gewinnen, es geht darum, die Grenzen des menschlichen Herzens auszutesten.“

Wie Nike das genau schaffen will, wird (noch) nicht verraten. Nur, dass es im nächsten Jahr ein spezielles Event geben soll. Was ebenfalls nicht geklärt ist: Selbst wenn der Versuch klappen sollte, könnte es sein, dass der Lauf nicht als Weltrekord anerkannt würde.

2011 liefen Geoffrey Mutai und Moses Mosop beim Boston-Marathon die damals schnellsten Marathonzeiten, die je aufgestellt wurden. Doch der Marathon in Boston ist aufgrund der Verhältnisse nicht als Weltrekordstrecke anerkannt.

Die Laufszene wird die Machbarkeit dieses Vorhabens sicher heiß diskutieren – dabei schwingt natürlich auch immer die Dopingfrage mit. Bleibt abzuwarten, wie Nike auf dieses Thema reagiert.

Mehr Infos: news.nike.com/news/2-hour-marathon

 

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