NYC-Marathon: „Ich lief das komplette Rennen mit Gänsehaut“

Geschrieben von: David Bedürftig

Lauf-Bloggerin Sarah Pappusch lief zum ersten Mal den NYC-Marathon und ist immer noch begeistert. Ein enthusiastisches Gespräch über krampfende Waden, Straßen-Party – und Heißhunger auf Kuchen.

Achim-Achilles.de: Hallo Sarah. Der NYC Marathon war dein dritter Marathon nach Berlin und Hamburg: Lassen sich die drei Lauf-Events vergleichen?

Sarah Pappusch: Nein, die Gemeinsamkeiten sind wirklich nur die 42,195 Kilometer. Der NYC Marathon ist einfach etwas ganz Besonderes. Die Strecke ist super abwechslungsreich, man lernt viele neue Ecken von New York kennen. Die Zuschauer veranstalten eine richtige Party, so dass ich das komplette Rennen mit Gänsehaut lief. Auch das Medaillenband macht echt was her und die Größe und Form der Medaille geben jedem Finisher zu verstehen, dass dieser Lauf wirklich speziell war.

Wie steckt man den Jetlag vor dem Lauf weg?

Ich dachte ehrlich gesagt, dass mich die Zeitverschiebung mehr aus dem Konzept bringen würde. Die erste Nacht war zwar sehr kurz, aber anschließend gewöhnte ich mich ziemlich schnell daran. Trotz Umzug und Jobwechsel in Deutschland war ich auch gut vorbereitet, hatte immer wieder lange Läufe im mein Training eingebaut und lief auch oft noch kurz vor der Arbeit. Ich war so unglaublich motiviert, in NYC zu starten.

"New York ist keine einfache Strecke"

Was hat überwogen: Anspannung oder Vorfreude?

Die Tage vor dem Lauf war ich noch entspannt und voller Vorfreude und habe mich mit Stadtouren abgelenkt. Aber als ich dann am Tag des Laufs um vier Uhr morgens aufwachte, fing ich an zu realisieren, was da bald auf mich zukommen würde. Obwohl mein Beutel für den Startbereich schon längst gepackt war, fing ich immer wieder an die Sachen aus und einzusortieren. Als wir dann aber um sechs Uhr im Bus saßen und zum Start fuhren, löste sich dann die Anspannung und wandelte sich in pure Vorfreude um. Ich hatte mir auch extra keine Zeit vorgenommen, sondern wollte genießen.

Ein Marathon – gerade in New York – ist aber natürlich kein Zuckerschlecken.

Mir wurde ja schon von vielen berichtet, dass NY keine einfache Strecke ist. Tatsächlich ging es durchweg immer wieder etwas auf und ab und die Brücken hatten es echt in sich. Ich bin ja Straßenläuferin. Bei Kilometer 25 lief man etwa zwei Kilometer nur aufwärts und das gefiel meinen Waden so gar nicht, obwohl ich bis dahin ein wirklich gutes Gefühl hatte und jeden kleinen Anstieg problemlos mitnahm. Die 1st Avenue war dann für den Kopf nicht leicht, denn man sah kein Ende der Straße. Wirklich mies lief es zwischen Kilometer 34-38.

Wenn man nach 42.195 km ins Ziel kommt.. ? Ich glaube in diesem Moment fühlte ich einfach alles: pure Freude, Glück, Schmerz, Erschöpfung und so wirklich realisiert habe ich es heute eigentlich immer noch nicht! Aber meine Beine und der unendliche Kuchenhunger erinnern mich immer wieder daran, dass es kein Traum war ? Meinen Blogbeitrag zum New York Marathon habe ich gestern fertiggestellt und ihr findet ihn unter dem Link in meiner Bio ❤️ Ich wünsche euch einen tollen Abend. (Foto by NB) #newyork #newyorkcity #newyorkmarathon #tcsnewyorkcitymarathon2017 #tscnycmarathon #laufen #läufer #run #runner #running #marathon #marathon #halfmarathon #instarun #instarunner #instarunners #happyrunner #runninggirl #runway #runningshoes

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"Meine Waden machten dicht"

Hast du zwischenzeitlich ans Aufgeben gedacht?

Meine Waden machten komplett dicht und ich konnte weder richtig gehen noch laufen. Ich blieb dann teilweise kurz stehen und massierte sie etwas. Aber ich wollte zu keiner Zeit aufgeben. Ich fluchte und riss mich dann bei Kilometer 39 nochmal zusammen und lief weiter so gut es ging.

SarahNYCMarathonkleinStrahlende NYC Marathon Finisherin Sarah (Foto: New Balance)

Hast du spezielle Techniken, um dich zu pushen?

Die Masse am Straßenrand hat mich automatisch motiviert. Aber was mich noch viel mehr pushte, war der Gedanke an meine Familie, Freunde und Community. Ich bekam so unfassbar viele liebe Nachrichten in den Tagen zuvor. Die Gedanken daran sind in einem Tief einfach Gold wert.

"Eine einzige Party"

Wie hast du die Fans und die Stimmung an der Strecke erlebt?

Es ist der Wahnsinn, wie die Zuschauer uns Läufer feierten. Überall Musik, Trommler und Menschen, die einfach so anfeuerten. Selbst nach dem Lauf gratulierte auf dem Weg der Unterkunft gefühlt jeder. Das habe ich so bei noch keinem Lauf erlebt. Es war eine einzige Party.

Was ging dir durch den Kopf, als du es dann endlich geschafft hattest?

Ich war einfach nur überwältigt und musste minutenlang weinen. Überwältig davon, dass soeben ein Traum in Erfüllung gegangen ist, dass ich gegen mich selbst gekämpft und gewonnen habe. Ich suchte mir im Zielbereich erst mal eine ruhige Ecke und rief meinen Freund an. Vor Freude fing ich wieder an zu weinen und realisierte mein Finish dort erst so richtig.

NYC Marathon FINISHER und ÜBERGLÜCKLICH ?!!! Habt unendlich Dank für die vielen Nachrichten... Ich bin absolut überwältigt wie viel Unterstützung ich von euch erhalten habe (sogar nebenbei die 40k geknackt ??? wie verrückt seid ihr eigentlich ?) Der Marathon war für mich definitiv der härteste Lauf in meinem Leben.. geplagt von Krämpfen aber purer Motivation das Ding zu Finishen ❤️ Eigentlich war der Lauf auch gleichzeitig eine absolute Party ? Obwohl es durchweg regnete, waren gefühlt alle Einwohner auf der Straße um uns anzufeuern! Im Ziel liefen mir dann bestimmt über 10 min einfach nur die Tränen so überwältigt war ich ? Ein wirklich großes Dankeschön an @newbalance_de , dass ihr mir diesen Traum erfüllt habt ? Ich bin immer noch absolut sprachlos! Ein Rennbericht folgt ? Jetzt gehts endlich ins Bett.. kommt gut in den Tag ☺️ PS: Habt 10000 Dank für euren Support @unboundedambition, @janacla_ , Eva & Helene ? #newbalance #tcsnewyorkcitymarathon #marathon #newyorkmarathon #newyork #newyorkcity #run #running #runner #runners #laufen #läufer #happyrunner #inlove #trin#triathlon #tri365n#instarun #instarunners #instarunner #runningmotvation #runningshoes #runningshoes #halfmarathon #halbmarathon #fit #fitness

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"Beim Kuchen wurde ich schwach"

Und dann begann gleich die Regenerationsphase?

Meinen Beinen ging es am Mittwoch nach dem Marathon eigentlich wieder ganz gut, aber ich merke trotzdem, dass mein Körper nun eine kleine Auszeit braucht. Ich habe in den Tagen nach dem Lauf einen Bärenhunger gehabt und vor allem bei jeglichem Kuchen wurde ich schwach. Außerdem hatte ich nach dem Rückflug mit dem Jetlag zu kämpfen. Ich musste mich nach zehn Stunden Schlaf regelrecht zwingen aufzustehen. Alles in allem bin ich auch heute noch absolut überwältigt und vor allem New Balance so unglaublich dankbar, dass ich einen Startplatz und die Chance auf dieses Erlebnis bekam.

 

Zur Person: Als Triathletin und Läuferin berichtet die Münchnerin Sarah Pappusch bei Instagram von ihrem sportlichen Alltag. Als eine von vier Instagramern lief sie für New Balance den New York City Marathon.

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