"Wir investieren unseren Urlaub für den Spendenlauf"

Geschrieben von: Frank Joung

Andy Brittain und Rabea Schwarz wollen laufend helfen. Am Donnerstag, 16. Juni, starten die beiden Hobbyläufer eine Tour quer durch Deutschland. 1200 km in 24 Tagen – alles für Straßenkinder in Madagaskar.

 

Andy, du und deine Partnerin Rabea wollt dreieinhalb Wochen jeden Tag 50 km laufen – wofür das Ganze?

2007 waren meine Partnerin Rabea und ich in Madagaskar. Ein sehr schönes Land, aber viele Leute leben leider in sehr ärmlichen Verhältnissen. Denen geht es da sehr schlecht. Das ist uns nahe gegangen. Irgendwann sind wir auf Pater Pedro und sein Engagement für die Ärmsten der Welt aufmerksam geworden. Wir haben uns in dem Verein „Madagaskar und Wir“ angeschlossen – Rabea ist mittlerweile Schatzmeisterin – und haben überlegt, wie wir helfen können.

Und dann habt ihr die Idee vom Spendenlauf gehabt?

Genau. Wir laufen ja seit fast vier Jahren und leben in Sonthofen im Allgäu, in der südlichsten Stadt Deutschlands. Und da haben wir dann einfach geguckt, welches die nördlichste Stadt ist. Jetzt starten wir in Flensburg hoch im Norden und laufen nach Süden. Richtung Heimat  – das erschien uns motivierender.

Habt Ihr für diesen Lauf ein besonderes Training absolviert?

Ich bin im vergangenen Jahr den Transalpine Run gelaufen, 320 km in 1300 Höhenmetern. Speziell trainiert haben wir nicht – ich denke, 50 km in acht Stunden ist schon machbar. Wir haben zwar keinen großen Zeitdruck, aber die gesamte Strecke in weniger als 24 Tagen, das wäre wohl nicht gegangen. Viel länger können wir uns aber auch nicht geben, es ist eine Zeitfrage. Wir arbeiten ja beide nebenbei und investieren unseren gesamten Urlaub für den Spendenlauf.

Wie sieht's mit der Logistik aus? Wo übernachtet Ihr? Wer trägt Euer Gepäck?

Der Vater einer Freundin begleitet uns die gesamte Strecke mit einem Wohnmobil und transportiert die Sachen. Das Wichtigste tragen wir im Rucksack bei uns. Wir schauen aber auch, dass wir uns die tägliche Laufstrecke in kleine Häppchen einteilen, vielleicht vormittags 20 km laufen, dann irgendwo einkehren, essen und danach weiterlaufen.

Das Ganze kostet ja auch Geld.

Wir finanzieren uns natürlich selbst. Ab und zu haben wir Unterkünfte, in denen wir umsonst schlafen dürfen, das sind aber nicht so viele. Meist wohnen wir auf einem Campingplatz. 1000 Euro pro Person kostet uns das schon, aber es ist ja auch Urlaub. Wir wollen uns auch die Städte und Sehenswürdigkeiten anschauen, wenn es die Zeit erlaubt.

Wie können Läufer unterstützen?

Wir freuen uns über Mitläufer, die ein Stück der Etappe auf eigene Verantwortung mitlaufen. Wir fänden es gut, wenn Jeder für einen gelaufenen Kilometer 50 Cent oder einen Euro beisteuert – aber da gibt es keinen Zwang. Am 24. Juni treffen wir ja unseren Schirmherren Achim bei einer kostenlosen Lesung in Hannover, da freuen wir uns sehr drauf. Jetzt muss ich nur noch meine Wadenzerrung auskurieren und dann geht’s los.

 

Worum gehts? Spendenlauf quer durch Deutschland. Die Spendengelder gehen an den Verein "Madagaskar und Wir e.V." und werden  direkt an Pater Pedro in Madagaskar überwiesen. Der Pater möchte mit dem Gelder "Müllkindern" ein Zuhause geben und ein "Freidorf" in der Nähe von der Hauptstadt Antananarivo gründen. Motto des Spendenlaufes: "Akamasoa – Gute Freunde". Achim Achilles ist Schirmherr der Aktion.

Wer läuft? Andy Brittain (40), Programmierer, und Rabea Schwarz (35), Sozialpädagogin, leben in Freidorf-Rettenberg im Oberallgäu, und haben vor etwa vier Jahren die Liebe zum Laufen entdeckt.

Die Strecke: Die beiden starten am Donnerstag,16. Juni, in Flensburg. Sie machen in 24 Orten Halt und planen am Samstag, 9. Juli, Sonthofen im Allgäu zu erreichen. Dazwischen liegen 24 Tage. Hier könnt ihr den Streckenverlauf und die Etappenziele einsehen.

Wie und wo kann man denn spenden? Entweder ihr spendet auf betterplace.org oder auf der Internetseite des Spendenlaufs.

Wo gibt's Berichte und Fotos? Auf der Seite http://spendenlauf.akamasoa.de/ könnt ihr täglich Berichte und Fotos einsehen. Auch bei Facebook könnt ihr auf dem Laufenden bleiben.

ACHTUNG: Schirmherr des Spendenlaufs ist Achim Achilles. Er liest am Freitag, 24. Juni, 18 Uhr, in Hannover, in Det's Laufshop.

Eintritt ist frei.

 

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