Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink: "Die Welt des Sports ist geil"

Geschrieben von: Frank Joung

Wie halten sich Leistungssportler nach der Karriere fit? Julius Brink, Beachvolleyball-Olympiasieger von 2012, nahm erst mal ein paar Kilo zu. Jetzt hat er eine gute Strategie: einfach viel ausprobieren.

Achim-Achilles.de: Herr Brink, wie geht’s Ihren Gelenken?

Brink: Den Gelenken geht's gut. Tatsächlich war ich nach meiner Karriere noch nie so fit wie zurzeit. Das liegt auch daran, dass ich mich mit meiner Hassliebe Laufen angefreundet habe. Ich wollte immer in der Lage sein, locker zehn Kilometer abzuspulen, hatte aber immer starke Gelenkschmerzen nach dem Joggen. Doch jetzt läuft's.

Achim-Achilles.de: 2014 sind Sie vom professionellen Beachvolleyball zurückgetreten – spüren Sie heute noch die körperlichen Strapazen?

Brink: Beachvolleyball ist eine sehr ungefährliche Sportart und gut für den Körper – wenn man sie in Maßen ausübt. Das Verletzungsrisiko ist aufgrund des geringen Körperkontakts sehr klein. Aber als Leistungssportler sieht das etwas anders aus.

Da machst du Krafttraining mit hohen Gewichten und absolvierst unzählige Sprünge. Der Sand ist auch nicht immer so weich, wie man denkt. Gerade bei Regen. Ich bin aber ganz gut aus der Profikarriere rausgekommen – auch wenn ich am Ende aufgrund einer Hüftverletzung aufhören musste.

"Als Leistungssportler bist du ein totaler Fachidiot"

Achim-Achilles.de: Fielen Sie Sie anschließend in ein Loch?

Brink: Gerade Reha-Phasen nach einer Operation zehren an dir. Wenn du da ständig auf Wackelbrettern stehst und an Gummibändern ziehst, verlierst du schon mal die Motivation. Du willst laufen oder Beachvolleyball spielen. Das fehlt dir dann.

Nach der Karriere habe ich schnell fünf bis sechs Kilo zugenommen – in einem Vierteljahr. Klar, wenn du nicht mehr so viel verbrennst, aber genauso viel isst wie sonst, siehst du schnell nicht mehr aus wie ein Sportler (lacht). Jetzt habe ich aber mein gesundes Maß an Bewegung gefunden.

Achim-Achilles.de: Sie moderieren bei Sport-Events, machen bei Tanz-Shows mit, versuchen sich am Sumo-Ringen oder bei den Ninja Warriors. Sie scheinen nicht vom Sport loszukommen.

Ein großer Nachteil beim Leistungssport ist, dass du ein totaler Fachidiot bist, wo du dich sehr stark auf eine einzige Sportart konzentrierst. Dazu kommt, dass man beim Beachvolleyball sehr viel Wert legt auf Technik und Taktik. Jetzt kann ich mich austoben und in andere Sportarten eintauchen. Das finde ich spannend. Die Welt des Sports ist geil – und man hat nur ein Leben.

Achim-Achilles.de: Was war das Härteste bislang?

Brink: Bei "Let's Dance" habe ich erfahren, wie hart und anstrengend Tanzen ist. Das kann sich keiner vorstellen, der das nicht gemacht hat. Du hörst ein Lied und denkst: Ach, das ist ja chillig – und dann versucht du zu jedem Schlag eine Bewegung zu machen und merkst: Das ist voll krass.

Ich hatte auch das Sumo-Ringen unterschätzt. Das ist ein richtiger Sport, wenn man sieht, wie die Athleten trainieren und essen und was für Übungen, die machen. Ich liebe, dass Sport so vielfältig ist.

"Habe mega Bock auf Marathon"

Achim-Achilles.de: Was steht bei Ihnen noch auf dem Agenda? Vielleicht mal ein Marathon?

Brink: Das ist tatsächlich etwas, was ich unbedingt einmal im Leben gemacht haben will. Da habe ich mega Bock drauf. Aber ich möchte keinen Trainingsplan erfüllen, der mich in kürzester Zeit zum Marathon bringt.

Ich will das sauber vorbereiten und dann vielleicht eine Zeit unter vier Stunden laufen. Ich denke, das ist machbar. Das Problem ist nur: Laufen hat bei mir immer viel mit Überwindung zu tun. Ich habe eine miese Grundlagenausdauer. Vielleicht brauche ich jemanden, der das mit mir gemeinsam durchzieht. Da bin ich immer noch Teamspieler.

Achim-Achilles.de: Am Sonntag (6. Mai) gehen Sie beim Spendenlauf Wings for Life World Run an den Start. Haben Sie dafür trainiert?

Brink: Nein. Diesmal laufe ich nicht mit, sondern bewege mich im Pulk und fange Stimmen ein. Ich bin der rasende Reporter. Vielleicht muss ich da immer mal wieder ein paar Meter mitlaufen, aber das kriege ich auch ohne Intervalltraining hin (lacht). Ich liebe die Atmosphäre bei Lauffestivals und hoffe, dass ich die besondere Emotionalität nach außen transportieren kann.

 

Zur Person: Julius Brink, Jahrgang 1982, ist ein ehemaliger Profi-Beachvolleyballspieler. Brink gewann drei Mal die Weltmeisterschaften. 2012 gewann er die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London. Seit seinem Karriereende 2014 ist er vermehrt in Fernsehshows wie "Let's Dance" oder "Ninja Warriors" zu sehen. Am 6. Mai ist er als Rasender Reporter bei dem Spendenlauf Wings for Life World Run unterwegs.

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>> Hier gehts zum Livestream: ab 6. Mai, 13 Uhr

 

 

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