Philips-Kopfhörer "The Tread" im Test: Hängt locker

Geschrieben von: Jörg Donner

Für das In-Ear-Headset „The Tread“ hat der Elektronik-Riese Philips mit dem Surfboard-Hersteller O’Neill kooperiert. Warum trotzdem nicht etwa Wasserdichtigkeit das Verkaufsargument ist, sondern ein „robustes Metallgehäuse, das jedem Druck stand hält“, bleibt das Geheimnis der Allianz.

Geringe Kompabilität mit der Ohrmuschel

Zugegebenermaßen ist das getestete Headset (SHO2205BK/10 ) dennoch weitgehend unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Lediglich die Mischung der Silikon-Ohrkappen (liegen in drei Größen bei) ist nicht unbedingt kompatibel mit verschwitzten Ohren: Kaum losgelaufen – und geschwitzt – glitschen die Stöpsel ständig raus, was extrem nervt und einen dicken Punktabzug bringt.

Auch die Form der Kopfhörer ist dem optimalen Sitz nicht unbedingt zuträglich. So wird das Kabel aus dem Gehäuse eher in Richtung Kopf als davon weg geführt. Das Ergebnis: Schon ein leichter Zug am Kabel genügt, und die Lautsprecher werden aus der Ohrmuschel gehebelt.

Pluspunkt: Verarbeitung

Positiv macht sich die Verarbeitung von Kabel und Stecker bemerkbar. Das ausreichend lange Kabel ist bis zur Fernbedienung mit Stoff ummantelt, der gerade Stecker macht einen stabilen Eindruck. Die beiden Zuführungen bis zum Ohr sind zwar nicht mit Textil überzogen, aber das ist in diesem Bereich auch nicht mehr notwendig.

Minuspunkt: Bedienung

Sehr störend dagegen wirkt sich leider die Fernbedienung aus – dem größten Schwachpunkt bei den meisten Headsets. Beim „Tread“ lässt sich über einen Knopf die Musik pausieren bzw. starten, den nächsten/vorigen Titel kann man darüber – zumindest beim iPhone – ebenfalls wählen.

Völlig daneben gegangen ist hingegen die Lautstärkeregelung: Statt wie üblich die Tonausgabe mit einer Plus/Minus-Taste software-seitig lauter und leiser zu stellen, verfügt das Headset nur über einen mechanischen Schieberegler. Damit kann man zwar die Musik komplett ausblenden, aber nicht lauter machen, als ursprünglich am Telefon oder Player eingestellt. Eine Feinregelung beim Laufen ist praktisch unmöglich.

Zudem ist die Position der Fernbedienung suboptimal. Verlegt man das Kabel im Shirt, baumelt sie kurz unterhalb des Solar Plexus. Da die Taste einen recht guten Druckpunkt aufweist, kann man damit gut leben, wenn man nur ein dünnes Shirt trägt.

Sobald das Oberteil aber etwas dicker ist, funktioniert der Klick durch den Stoff aber nicht mehr. Dann muss man die Fernbedienung aus dem Ausschnitt ziehen und der Kabelkladderadatsch baumelt am Kinn.

Einen halben Pluspunkt bekommt der Tread noch für das gewinkelte Adapterkabel für den Anschlussstecker. Ein halber Punkt nur deshalb, weil der klobige Stecker deutlich dicker als das benutzte Telefon ist und daher oft versehentlich aus der Buchse rutscht.

Fazit: Klang ist okay, aber zu teuer

Der Spruch „Schuster bleib bei deinen Leisten“ fasst es gut zusammen. Eine Kooperation mit einer Surf-Firma ist wohl nicht unbedingt die beste Idee, wenn es um Kopfhörer geht. Alles in allem, ist das rund 50 Euro teure Headset sein Geld nicht wert.

Ach ja: der Klang ist übrigens ganz okay. Aber das nur der Vollständigkeit halber.

Testbeurteilung

Verarbeitung: ++
Passform: ––
Klang: +
Zubehör: +
Funktionalität: –

jorg-donner-portrait-k

Zum Autor: Jörg Donner. Stand vor zwei Jahren noch auf Kriegsfuß mit dem Laufsport, bis der Arzt ein Schnitzelverbot aussprach. Bereitet sich jetzt auf seinen dritten Halbmarathon vor, Zielzeit unter 110 Minuten.

Technische Unterstützung ist dabei immer willkommen, solange sie funktioniert. Läuft niemals ohne Musik im Ohr und investiert deshalb mehr Geld in Kopfhörer und Gadgets als in ordentliche Laufschuhe. Dafür büßt der Familienvater regelmäßig mit Schmerzen.

Fotostrecke: Sportkopfhörer von Philips

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