Finde deinen Sport: Berglauf gegen die Langeweile

Kategorie: Lauf-Training
Geschrieben von: Frank Joung
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Berglauf ist für Achim Achilles ideal. Steigungen sollte jeder in seinen Lauf-Trainingsplan einbauen. Das schult Willen und Lauf-Technik. Doch wie muss ich die Berge hoch laufen? Worauf muss ich achten? Hier steht alles zum Thema Berglaufen.

Berglauf, was ist das?

Wer eins und eins zusammenzählen kann, ist sicher auch in der Lage, sich aus Berg + Lauf eine Sportart zusammenzureimen. Wie der Namen schon andeutet, absolviert man beim Berglauf größere Rauf- und Runter-Passagen. Zur Stärkung der Beinmuskulatur, aber auch zur Vermeidung von Langeweile. Wer will schon immer nur geradeaus laufen? Kleine Hügel im Feld zählen nicht, es sollte schon eine Steigung von mindestens 100 Meter sein.

Berglauf, wie geht das?

Berglauf lebt vom dynamischen Wechsel von Be- und Entlastung. „Natürlich ist es härter als Geradeauslaufen“, sagt Lauftrainer Piet Könnicke von gotorun.de. „Aber wer gut bergauf läuft, kann sich beim Runterlaufen etwas ausruhen und neue Kräfte sammeln.“ Durch die gebeugte Körperhaltung werden Gesäß-, Rücken- und die vorderen Oberschenkelmuskeln gekräftigt, aber auch Wadenmuskeln und Achillessehne stärker belastet.

Warum sollte ich in den Bergen laufen?

„Die gesteigerte Beinkraft kommt dem Laufschritt zugute. So ist man in der Lage, auf der Ebene schneller zu laufen“, sagt Könnicke. Doch die Beine werden nicht nur stärker, sondern auch ausdauernder. „Regelmäßiges Beintraining versetzt dich in die Lage, eine laufspezifische Kraftleistung über längere Zeit zu bringen.“ Es schult Willen, Durchhaltevermögen und Kampfgeist und verbessert die Lauf-Technik.

Denn Berglauf erfordert einen verstärkten Armeinsatz und Kniehub sowie Abdruck und eine intensivere Hüftstreckung. Außerdem finden Bergläufe in der Regel in der Natur statt, fernab von Straßenverkehr, Lärm und Trubel. „In alpinen Gegenden spürt man sich und seinen Körper aufgrund der Höhe viel intensiver als auf Meereshöhe. Außerdem hat man oft eine phantastische Aussicht“, sagt Lauftrainer Könnicke.

Berglauf, kann das jeder?

In der Theorie kann jeder Läufer den Berg hoch- und runterrennen. In der Praxis macht es vor allem für ambitionierte Läufer Sinn. Grundsätzlich sollte man bereits über eine ordentliche Grundlagenausdauer verfügen. Berglauf-Anfänger dürfen ruhig die schonende Variante wählen und zunächst bergauf gehen oder traben.

Risiken/Nebenwirkungen?

Berglauf ist tückisch. Das Hinunterlaufen ist zwar einfacher, aber für den Stütz- und Bewegungsapparat deutlich belastender als das Bergauflaufen. Daher sollte man sehr langsam und kontrolliert laufen, da man womöglich Stürze riskiert oder seine Gelenke überbelastet. In sehr steilem Gelände bietet es sich an, in Schlangenlinien schräg zum Gefälle zu laufen.

Die schwerste Übung?

Berglaufanfänger überschätzen sich schnell, sprinten die erste Steigung hoch – und vergessen, dass womöglich noch ein paar folgen. Die schwerste Übung ist immer die nächste Steigung.

Was kostet ein Berglauf-Training?

Für das Berglauftraining sollte man sich Laufschuhe mit starkem Profil und guter Dämpfung zulegen. Ansonsten ist Berglaufen günstig. Flachländer ohne Berg-Zugang verlegen ihren Sommerurlaub am Strand einfach in die Alpen. Der Harz tut’s auch.

Peinlichkeitsfaktor?

Gering. Anfänger sollten aber vermeiden, an der ersten Steigung Rocky zu spielen und hochzusprinten, als gäbe es kein Morgen mehr. Das Gleiche bergab: Beim Herunterlaufen sollte man Tempo rausnehmen und keinen Endspurt simulieren. Wer es doch tut, den bestrafen die Berge bitter.

Video: Berglauf in den Hügeln von Berlin

 

 

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